Staatschefs zeigen Willen zum gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel

Der UN Klimagipfel in New York war laut Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Schritt in die richtige Richtung. So seien Fortschritte in den globalen Anstrengungen für einen wirksamen Klimaschutz zu erkennen. Auch die in Klimaschutzfragen sonst so zurückhaltenden USA haben sich für weitere Verhandlungen unter dem Dach der UN bereit erklärt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bekräftige den positiven Ausgang der Konferenz: «Dieses Treffen hat ein machtvolles politisches Signal an die Welt (…) gesandt, dass es auf höchster Ebene den Willen und die Entschlossenheit gibt, mit der Vergangenheit zu brechen und entschieden zu handeln».

Zuvor hatten die Staats- und Regierungschefs wärend des Treffens den Willen zum gemeinsamen länderübergreifenden Kampf gegen den Klimawandel gezeigt. «Der Klimawandel wird zu dramatischen Schäden führen, wenn wir nicht entschlossen handeln.» erläuterte Angela Merkel.
Merkel wies auf die zunehmenden Gefahren durch Umweltkatastrophen wie Überflutungen und Dürre hin und betonte die zu erwartenden Wohlstandseinbußen von bis zu 20%. Sie bekräftigte auch erneut ihren Vorstoß, die erlaubte Menge an CO2-Emissionen weltweit jedem Menschen zu gleichen Teilen zuzugestehen.
Die Bundeskanzlerin sprach sich auch für verbindliche Ziele bei der CO2-Reduktion aus und setzte sich für einen weltweiten Handel mit Emissionsrechten ein.

Die Konferenz war der erste Schritt aufgrund des Beschlusses, die Klimawandelproblematik für das 62. Sitzungsjahr der Vereinten Nationen als eines der Schwerpunktthemen festzulegen.

Klimawandel wird Reiseverhalten verändern – Folgen Klimawandel für Tourismus

Der Klimawandel und seine Folgen beeinflusst bei weitem nicht nur unsere Umwelt, wie man gemeinhin denken mag. Die fortschreitende Erderwärmung bedeutet auch für die Tourismusindustrie eine große Herausforderung. Das Reiseverhalten von Touristen weltweit wird sich dramatisch verändern, was wiederum auch einschneidende Auswirkungen auch auf viele Tourismusorte dieser Erde haben wird.

Diese Erkenntnis wurde erst kürzlich am zweiten Tag der Internationalen Konferenz der Welttourismusorganisation (UNWTO) über Klimawandel und Tourismus im Schweizer Davos deutlich. In Zeiten uneingeschränkter Mobilität können fast alle Touristen auf ihren Reisen ihr Zielgebiet frei wählen, wodurch vor allem die Regionen vom veränderten Reiseverhalten betroffen sein, die unter den Folgen des Klimawandels besonders stark leiden werden müssen. Stellvertreter der Folgen des Klimawandels and Tourismusorten sind Umweltplagen etwa durch Algen oder Quallen, zu heiße Sonneneinstrahlung oder fehlender Schnee, der für viele Skiorte das Aus bedeuten kann.

Zitat entfernt

Doch was bedeutet das nun für jeden Einzelnen von uns? Sollen wir uns in Zukunft den wohlverdienten Urlaub in der Sonne nehmen lassen und stattdessen in einheimischen Erholungsgebieten niederlassen?

Mit Sicherheit ist dies auch nicht die Lösung. Vielmehr ist es notwendig, dass wir alle gewissenhafter mit den Ressourcen unserer Erde umgehen und auch für die beim Reisen entstehende Umweltverschmutzung, Verantwortung übernehmen: z.B. in Form einer zusätzlichen Ticketgebühr bei der Buchung eines Fernreiseziels.

Siehe hierzu auch unseren Beitrag zum Thema „Lufthansa führt Klimaticket ein – Das myclimate Klimaschutz-Ticket“

Portugal baut die weltweit erste Offshore-Wellenkraft-Anlage

Die Installation des Offshore Wellenkraftwerks steht kurz bevor. Die Anlage an der nördlichen Küste Portugals wird genug regenerative Energie erzeugen, um ca. 2000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die Firma Enersis, ein Unternehmen spezialisiert auf regenerative Energiequellen, ist der Besitzer der Anlage.
Zum Einsatz kommen drei Pelamis P-750 Maschinen mit einer Kapazität von insgesamt 2.25 Megawatt (750kw pro Stück), entwickelt von der schottischen Firma Ocean Power Delivery. 120 Meter Länge und 3,5m Durchmesser misst jedes der drei Ungetüme, bestehend aus drei verbundenen Elementen, die jeweils 250 Kilowatt Strom liefern.

seatrialssmaller.jpgDie Stromerzeugung funktioniert folgendermaßen: Die drei Elemente jeder Maschine sind mit beweglichen Gelenken miteinander verbunden. Durch den Wellengang entsteht dadurch eine pumpende Bewegung welche das Meerwasser unter hohem Druck durch die Röhre presst. Hydraulische Generatoren erzeugen dann den Strom, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.
Die Module liegen bereits an der Küste bereit, können aber aufgrund der schlechten Wetterbedingungen momentan nicht im Meer angebracht werden. Die Ingenieure müssen nun weiterhin warten und hoffen, das ein Tag mit gutem Wetter und ruhiger See bald kommen wird. Mit der Inbetriebnahme wird Ende des Jahres gerechnet.

seatrialssmaller1.jpgFalls das Projekt erfolgreich sein sollte, ist eine Ausweitung der Anlage auf 30 Pelamis-Module geplant. Laut Angaben von Enersis wird Profit erst ab einem Output von 500 Megawatt erreicht, somit dient die Wellenkraft-Anlage eher als Testsystem. Sofern sich diese Technologie als zuverlässig erweist, wird wohl in weitere Anlagen investiert werden.

Neuer Gesetzentwurf zum Klimaschutz – Müssen Verbraucher mit höheren Stromkosten rechnen?

Laut eines Gesetzesentwurfes des Bundesumweltministeriums soll in Zukunft Heizwärme zum überwiegenden Maße aus Solarenergie sowie Biomasse, Erdwärme und Kraft-Wärme-Kopplungen erzeugt werden. Außerdem soll es eine Nutzungspflicht für erneuerbare Energien geben, die bei Missachtung zu Bußgeldern bis zu einer halben Million Euro führen soll. Zu diesem Zweck soll die Förderung der Stromerzeugung durch Solar-, Wind- und Biomasseanlagen ausgebaut werden.

Kaum hat das Bundesministerium für Umwelt unter Umweltminister Gabriel diesen Vorentwurf aufgelegt, gibt es bereits die ersten kritischen Stimmen, sogar aus der Regierungskoalition. Die Nutzungspflicht müsse auf ihren ökologischen und ökonomischen Sinn geprüft werden, da durch entsprechende Förderung erneuerbarer Energien immer höhere Stromkosten entstehen. Als Ausgleich für entstehende Mehrkosten für die Verbraucher müsste an anderer Stelle die Belastung der Bürger reduziert werden, beispielsweise mit einer Reduzierung der Stromsteuer. Somit sollen die Mehrkosten der Stromverbraucher gering gehalten werden.

Noch ist der Vorschlag des Bundesumweltministeriums in der Vorentwurf-Phase. Sobald es etwas Neues gibt, wird das Team von Klimawandel Global darüber berichten.

Klimaschutz kommt teuer – Investitionen bei Immobilien in Milliarden-Höhe nötig

Nach der kürzlich zu Ende gegangenen Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) steht bereits die nächste große Messe auf dem Programm, die sich schwerpunktmäßig den Klimaschutz aufs Banner schreibt. Auf der diesjährigen Expo Real (wichtigste Messe der Immobilienbranche) wird Nachhaltigkeit das Hauptthema sein.

Schaut man auf die blanken Zahlen bei den Kohlendioxid-Emissionen, so sind die Hintergründe klar ersichtlich. 40% des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland wird durch Gebäude erzeugt und dies schlägt sogar die Emissionen der Industrie. Eine höhere Energieeffizienz von Immobilien ist somit ein großer Hebel, um die u.a. von der Bundesregierung gesteckten Ziele bei der Reduktion der Treibhausgase zu erfüllen.

Im Massensegment Wohnungsbau gibt es bereits heute standardisierte und somit auch kostengünstige Lösungen, wie man einem neuen Gebäude zu einer verbesserten Effizienz beim Energieverbrauch verhilft. Schwieriger wird es beim Gebäudebau, wo man um individuelle Lösungen für den Klimaschutz nicht herumkommt. Dies verschlingt dementsprechend größere Summen des Investitionsvolumens, nach Expertenschätzunngen oft bis zu 10% der Bausumme. Bei Großprojekten kann dies Mehrkosten im dreistelligen Millionenbereich bedeuten. Ob sich diese Investitionen ökonomisch lohnen, ist zum Zeitpunkt der Entscheidung selten gesichert, oft sogar unwahrscheinlich.

Doch auch bei Altbauten muss kräftig investiert werden. Über die Hälfte der Gewerbeflächen Deutschlands haben schon über 25 Jahre auf dem Buckel und besitzen somit entsprechenden Renovierungsbedarf in Sachen Energieeffizienz. Da es auf natürliche Weise ein größerer Aufwand ist, ein bestehendes Gebäude auf Energieeffizienz zu trimmen als einen Neubau, sind gerade auf diesem Sektor die größten Herausforderungen für die Immobilienbranche zu suchen.

Investionen in Milliarden-Höhe sind unvermeidbar, sind jedoch im Hinblick auf den Klimaschutz unerlässlich. Darüber sind sich wohl alle Teilnehmer der Hypo Real einig.

Deutsches Museum zeigt Ausstellung „Neue Energietechniken“ mit Informationen zur CO2-Problematik

Am Samstag, den 20. Oktober eröffnet im Deutschen Museum in München zur Ausstellung „Neue Energietechniken“ ein neuer Bereich mit Informationen zur Kohlendioxid-Problematik. In der Ausstellung mit dem Titel „Mit 15 Tonnen um die Welt – Der Mensch zwischen Energiebedarf und CO2-Ausstoss“ wird es ausführliche Informationen zu CO2 sowie viele wertvolle Tipps zum Klimaschutz geben.

Das Deutsche Museum beschreibt im aktuellen Programm die Ausstellung mit folgenden Worten:

Einst beschrieb Jules Verne eine Reise um die Erde in 80 Tagen. Heute schaffen wir das mit dem Flugzeug bedeutend schneller. Dafür produzieren wir pro Weltumrundung einen Ausstoß von 15 Tonnen CO2. Das ist mehr als das im Jahresdurchschnitt von einem Deutschen produzierte CO2 von 11 Tonnen. In unserem „CO2-Rucksack“ packen wir alle Emissionen aus dem täglichen Energiebedarf und überschreiten damit weit das für das Klima verträgliche Maß. So stieg nach dem im Frühjahr 2007 erschienenen Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) die Durchschnittstemperatur in den letzten 100 Jahren um 0,74 °C. Die Klimaforscher prognostizierten eine weitere Erwärmung zwischen 1 °C und 6 °C. Da menschliches Handeln die Ursache ist, kann auch nur menschliches Handeln diesen Trend aufhalten.
Der neue Eingangsbereich der Ausstellung „Neue Energietechniken“ nimmt diese hochaktuelle Diskussion auf: Er erläutert die Ursachen der globalen Erwärmung und deren Zusammenhang mit unserem Energieverbrauch. Auf einem Energiefahrrad kann jeder Besucher erleben, wie viel Mühe die Erzeugung von Energie bereitet. Das CO2-Spiel gibt einen Eindruck davon, welche Aktivitäten unseren CO2-Rucksack besonders stark aufblähen. Da Handeln gefragt ist, können die Besucher auch konkrete Energiespartipps mit nach Hause nehmen – und hoffentlich umsetzen.

Das Team von Klimawandel-Global wird sich selbstverständlich ohne Rücksicht auf Verluste und sich langsam einstellende körperliche Gebrechen in das Getümmel stürzen und sich ein Bild von der Ausstellung machen.

Informationen zum Deutschen Museum in München gibt es hier.

Blog Action Day am 15. Oktober 2007 – Bloggen gegen den Klimawandel

Der Blog Action Day 2007 hat das Ziel, möglichst viele Blogger dazu zu bewegen, sich mit einem beliebigem Thema aus dem Bereich Umwelt(-schutz), Klimaschutz, Klimawandel, etc. auseinanderzusetzen und dies dann am 15. Oktober zu veröffentlichen. Damit soll für eine verstärkte Aufmerksamkeit der Menschen für diese Themen gesorgt werden. Mitmachen kann jeder, d.h. also auch Betreiber von Blogs, die sich nicht schwerpunktmäßig mit Umweltthemen auseinandersetzen.

Also mach auch DU mit undie gesamten Informationen dazu:

Am 15. Oktober werden sich Blogger überall im Internet zusammentun, um die Öffentlichkeit auf ein ausgewähltes Thema aufmerksam zu machen. Das Thema für den Blog Action Day 2007 ist die Umwelt. Jeder teilnehmende Blogger wird sich auf seine ganz persönliche Weise eines von ihm selbst ausgewählten Umweltthemas annehmen.

Wir möchten, dass Blogger aus allen Ländern und mit jedem nur denkbaren Hintergrund teilnehmen und ihre Themen beisteuern. Das hast du zu tun:

Veröffentliche am 15. Oktober einen Beitrag

Verfasse einen Beitrag zu einem beliebigen Thema, das mit Umwelt zu tun hat. Zum Beispiel könnte ein Finanzbloger darüber schreiben, wie man sein eigenes Haus umweltfreundlicher machen und damit Geld sparen kann. In einem politischen Blog würde dagegen vielleicht etwas über Umweltfragen in der Lokalpolitik stehen.

Die Beiträge müssen keiner politischen Richtung oder Agenda folgen, sondern sollen sich mit dem Oberthema in einer Weise befassen, die dem Blog und seiner Leserschaft am ehesten entspricht. Unser Ziel ist nicht, eine bestimmte Ansicht zu verbreiten, sondern wir möchten die öffentliche Debatte über dieses Thema fördern. Also schreibe einfach was dich und deine Leser anspricht, es muss nur am 15. Oktober in deinem Blog erscheinen und etwas mit dem Thema Umwelt zu tun haben.

Dein Blog registrieren

Wir führen eine Liste aller teilnehmenden Blogs, deswegen wäre es sehr hilfreich, wenn du dein Blog auf https://blogactionday.org/commit registrieren würdest.

Hier noch das Promo-Video zum Blog Action Day 2007:

Über den Sinn und Zweck sowie die langfristige Wirkung einer solchen Aktion lässt sich sicherlich streiten. Interessant wird es jedoch sein, ob durch das globale Schreiben über ein bestimmtes Thema tatsächlich ein großer Buzz erzeugt werden kann. Lasst uns abwarten…

Volkswagen baut das 1-Liter-Auto in Serie – Marktreife bis 2010

Auf der vergangengen Internationalen Automobilstellung (IAA) in Frankfurt hatte Volkswagen den Bau eines Ein-Liter-Autos bis zum Ende des Jahrzehnts bereits angekündigt. Nun wurde dies erneut von VW-Konzernchef Martin Winterkorn bestätigt.

Die technischen Daten lassen sicherlich keinen Muskelprotz in Sachen Leistung erwarten (300 Kubikzentimeter Hubraum, 120 Kilometer pro Stunde Höchstgeschwindigkeit), aber dafür soll eben auch der Benzinverbrauch eine Null vor dem Komma haben. Der niedrige Verbrauch sorgt natürlich für äußerst geringe Emissionswerte bei CO2 und anderen Treibhausgasen. Erreicht werden soll dies durch strikte Leichtbauweise und der vornehmlichen Verarbeitung von Magnesium und Kunststoffen.

Zur Marktreife soll der neue Volkswagen bis 2010 gelangen. Ob das Vehikel zum Verkaufsschlager wird oder nur zu einer großen Marketing-Aktion geeignet ist (man erinnere an den 3-Liter-Lupo vor einigen Jahren), wird sich spätestens dann zeigen.

Ein Tag voller Energie – Energie erleben mit den Stadtwerken München

Die Stadtwerke München (SWM) öffnen am 21. Oktober 2007 im Rahmen eines Tags der offenen Tür ihre Pforten für Besucher. An insgesamt 16 Standorten kann man sich rundherum um die bayrische Landeshauptstadt in zahlreichen Kraftwerken und Umspannwerken über die Methoden der Energieerzeugung und -umwandlung informieren. Für Bewohner des Großraumes München sicherlich eine nette Abwechslung zum sonstigen Sonntags-Trott. 🙂

Hier alle Infos:

Energie erleben – wie noch nie:
16 SWM Standorte öffnen am 21. Oktober 2007 bei vollem Betrieb einen Tag lang ihre Türen – vom Wasserkraftwerk über die großen Heizkraftwerke bis hin zur Biogas-, Geothermie- und Windkraftanlage. Auch sechs Umspannwerke erlauben zum ersten Mal einen Blick hinter die Kulissen.Zu Entdecken gibt es beim Tag der offenen Tür einiges, zum Beispiel wie die SWM Strom und Wärme für München erzeugen. Natürlich umweltschonend wie in der Windkraftanlage auf dem Fröttmaninger Berg oder in der Geothermieanlage in München-Riem. Moderne Solartechnik gibt es an der Pasinger Fabrik zu bewundern.

Außerdem kann man verfolgen wie die Energie vom Kraftwerk über die Netze bis in jeden Haushalt fließt und welche Rolle dabei die Umspannwerke spielen, die den M-Strom von 400.000 Volt auf steckdosentaugliche 220 Volt umwandeln. Und wer weiß schon, wie die Kraft-Wärme-Kopplung in den Heizkraftwerken funktioniert und der Tierpark Hellabrunn mit seiner Biogasanlage die Münchner Luft sauber hält?

Dabei sein ist ganz einfach: Ein kostenloser MVG-Busshuttle bringt die Besucher auf drei Linien an die Stationen im ganzen Stadtgebiet. Für Spannung sorgt ein Gewinnspiel bei dem Eintrittskarten für die M-Bäder und M-Saunen verlost werden.

Und damit den Besuchern die Energie unterwegs nicht ausgeht, wird in den Heizkraftwerken Nord und Süd sowie im Heizkraftwerk Theresienstraße und im Umspannwerk Heidemannstraße Brotzeit verkauft. Außerdem gibt es gesundes M-Wasser (Ausnahmen: Windkraftanlage Fröttmaning, Westbad und Pasinger Fabrik).

Veranstaltungsdaten:
SWM – Energie erleben
Diverse Standorte
Sonntag, 21. Oktober 2007, 9:00-17:00 Uhr

Richtig investieren in den Klimaschutz – Achtung bei nachhaltigen Zertifikaten

Auf den Kapital- und Finanzmärkten ist der Klimaschutz schon längst angekommen. Im Vordergrund stehen allerdings weniger die Kosten und Risiken, die durch den Klimawandel bevorstehen. Stattdessen sind die Chancen auf Renditen im Fokus, die sich durch Investments in Unternehmen aus „grünen“ Sektoren erzielen lassen. Umweltschutz und Klimaschutz werden ebenso gehyped wie schon vor einiger Zeit IT und Biotechnologie.

Dank der konsequenten medialen Beschallung von potenziellen Anleger wurde mit diesen Themen auch bei der breiten Öffentlichkeit das Interesse geweckt. Die somit entstehende Nachfrage nach strukturierten Anlageformen, die in einer beliebigen Form mit den Themen Nachhaltigkeit, Ökologie, o.ä. verknüpft sind, wird mit einer immer mehr ausufernden Angebotspalette verschiedenster Finanzprodukte gedeckt.

Dass sich hinter manchem Zertifikat oder Derivat oft mehr Schein als Sein versteckt, kann man schon fast als natürlichen Effekt bezeichnen. Ein Finanzprodukt lässt sich schließlich von einem Finanzprofi leicht innerhalb weniger Stunden zusammenbasteln und mit dem passenden Stempel einer namhaften Investmentbank versehen greift dann mancher Anleger blind zu. Die Bank verdient natürlich in jedem Fall an der Emission, egal ob die im Zertifikat verbrieften Unternehmen gute oder schlechte Geschäfte machen.

Auf eine detaillierte Untersuchung des Investments wird dann seitens der Anleger verzichtet. Kriterien wie die Liquidität des Zertifikates, Diversifikation der Unternehmen nach Größe, Ländern, Branchen und Marktkapitalisierung, sowie die tatsächlichen Umsätze der Unternehmen im Geschäftsfeld Klimaschutz werden ignoriert, obwohl dies eigentlich eine zentrale Entscheidungsgrundlage für die Investionsentscheidung sein müsste.

In den Zertifikaten finden sich häufig auch solche Unternehmen, die sich medienwirksam den Kampf gegen den Klimawandel auf die Fassade schreiben, während die tatsächlichen Umsätze mit alles andere als klimafreundlichen Geschäften erzielt werden. Beispiele dafür gibts genügend, man denke hier nur mal an zahlreiche bekannte Unternehmen aus Branchen wie Energieversorgung oder Technologie.

Große Namen sind jedoch oft die Stütze für den Verkauf von Finanzprodukten und die Klimaschutz-Zertifikate machen da keine Ausnahme. Man betrachte beispielsweise den Klimawandel Aktien-Basket der Investmentbank Lehman Brothers. Da tummeln sich Aktien von Unternehmen wie Siemens oder Renault, die in einem Klimaschutz-Aktienkorb eigentlich nichts zu suchen haben. Sicherlich existieren dort gut gemeinte Bemühungen für den Klimaschutz, aber einen nennenswerten Anteil am Umsatz (vom Gewinn ganz zu schweigen) haben diese Projekte nicht.

Es heißt also Augen auf beim Kauf von Klimaschutz-Zertifikaten. Ohne eine detaillierte Analyse des Finanzprodukts oder gegebenenfalls eine möglichst professionelle zweite Meinung (z.B. durch eine Rating-Agentur) sollte man keine Order aufgeben. Eigentlich sollte das bei jeder Investition in spekulative Finanztitel der Fall sein, aber die Erfahrung zeigt leider, dass man dies gebetsmühlenartig wiederholen muss. Sonst ist am Ende das Geheule der „armen“ Kleinanleger wieder sehr groß.