Ökostrom Anbieter Lichtblick unter Beschuss – Zukauf von Strom an der EEX

Der Ökostromanbieter Lichtblick hat eingeräumt, an der European Energy Exchange (EEX) zusätzlichen Strom eingekauft zu haben. Pikant ist diese Vorgehensweise, da an der Strombörse EEX vor allem Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken gehandelt wird. Von einem Anbieter, der von sich selber behauptet, 100% seines Energiemixes aus regenerativen Energien zusammenzustellen, sollte man ein solches Handeln eigentlich nicht erwarten. Nachdem seit einiger Zeit Anschuldigungen gegenüber Lichtblick bzgl. eines solchen Vorgehens seitens des Unternehmens abgestritten wurden, hat man sich bei Lichtblick nun entschlossen, doch reinen Tisch zu machen.

Gegenüber der [Financial Times Deutschland] räumte Lichtblick nun ein, Strom am EEX-Spotmarkt einzukaufen. Dies sei nötig, da es bei der Versorgung „Abweichungen zwischen Kurzfristprognose und zum Teil langfristig im Voraus vertraglich gesicherten regenerativen Strommengen“ gebe. Der Zukauf könne aber „nicht in ,grüner‘ Qualität erfolgen“. Das Vorgehen sei „breit akzeptiert“.


Quelle: FTD

Die Argumentation, dass dies unter den Profis akzeptiert sei, soll an dieser Stelle gar nicht angegriffen werden. Allerdings dürfte es den Kunden weniger bekannt sein, dass in ihren Ökostrom von Zeit zu Zeit auch etwas „schmutziger“ Strom untergemischt wird. Dass dies zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit vonstatten geht, ist zwar nachvollziehbar, stellt aber dennoch keine Grundlage für ein solches Verhalten dar.

Wenn man als ein gewichtiges Verkaufsargument die 100%ige Freiheit des Energiemixes von Strom aus Kohle-/Atomkraftwerken einsetzt, dann ist ein extrem negative Echo in den Medien und der Öffentlichkeit vorprogrammiert, wenn am Ende Gegenteiliges ans Tageslicht kommt. Zwar handelt es sich nicht um einen Imageverlust in der Dimension wie jüngst bei der Telekom, ein dauerhafter Schaden durch das schlechte Reputationsmanagement wird aber dennoch bleiben.

Ökostrom Vergleich: Test & Preisvergleich der Ökostromanbieter

Kaum eine Woche vergeht in der wir nicht mehrmals nach unserer Meinung bzgl. der „besten“ Ökostromanbieter gefragt werden. Leider müssen wir meistens antworten, dass wir in diesem Bereich nur wenig Wissen ansammeln konnten und meist auch nicht an geeignete Experten verweisen können. Aus gegebenem Anlass soll sich dies nun aber ändern: ich suche einen neuen Anbieter für Ökostrom und werde mich deswegen in den kommenden Wochen in das Thema Ökostrom Vergleich einlesen.

Was es bedeutet einen nützlichen Ökostrom Vergleich aufzusetzen, weiß ich noch nicht genau. Ziel ist es aber unabhängige Verbrauchermeinungen, einen Test und Preisvergleich der größten Ökostromanbieter anzubieten. Ökostrom Tarife zu fairen Preisen, so viel ist klar, muss nicht unbedingt ein Widerspruch sein.

Sofern Sie vertrauenswürdige Quellen bzgl. Ökostrom kennen, so würde ich mich über eine kurze Nachricht freuen. Sobald es neues von uns gibt, lassen wir es Sie in unserem Blog wissen.

Ökostrom Zertifikate

Jeder, der sich bereits mit einem Wechsel zu einem Anbieter von Ökostrom beschäftigt hat, weiß es: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Unter dem Label Ökostrom verstehen die meisten Menschen Strom aus erneuerbaren Energiequellen, wie z.B. Solarenergie oder auch Windenergie. Ist der Tarif eines Stromanbieters als „Ökostrom“ deklariert, gehen die meisten wechselbereiten Kunden davon aus, dass dieser Strom vollständig aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Leider ist in Deutschland der Begriff des Ökostroms aber nicht geschützt. Echter Ökostrom ist dadurch nicht leicht zu erkennen. Viele Ökostromtarife beinhalten einen Strommix, der nur einen marginalen Anteil an echtem Ökostrom enthält, der Rest wird weiterhin aus anderen Stromquellen bezogen. Das ist aber für den Verbraucher oft nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Ökostrom Zertifikate sollen den Verbrauchern hingegen helfen die undurchsichtigen Angaben mancher Stromanbieter schneller zu durchschauen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Verbraucher sollten nicht jedem Gütesiegel blind vertrauen, denn nicht jedes Gütesiegel prüft die Echtheit eines Ökostromtarifes. Ein gutes Beispiel sind TÜV Gütesiegel. TÜV Gütesiegel sind sehr beliebt, fast jeder Verbraucher kennt sie und vertraut ihnen. Ist ein Ökostromtarif mit einem TÜV Siegel zertifiziert gehen viele Verbraucher davon aus, dass sich dieses Zertifikat auf die Qualität des Ökostroms bezieht. TÜV Siegel werden aber für ganz verschiedene Umstände vergeben. So kann ein TÜV Siegel lediglich zertifizieren, dass sich der Stromanbieter immer an Preisabsprachen hält. In diesem Fall hat der Ökostromtarif ein TÜV Siegel, dass lediglich die Preise beurteilt, nicht aber die Stromherkunft.

In Deutschland gibt es aber zwei Ökostrom Zertifikate denen die Verbraucher vertrauen können, ohne einen Blick in das Kleingedruckte zu werfen. Diese Ökostrom Zertifikate sind das OK Power Label und das Grüner Strom Label. Diese Zertifikate werden nur an Stromprodukte vergeben, die geprüft wurden und der Umwelt einen positiven Dienst erweisen. Einem Ökostromtarif mit einem solchen Zertifikat können Verbraucher glauben, dass dieser auf erneuerbaren Energieressourcen basiert.

Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima: Interesse an Ökostrom steigt

Am 11. März jährt sich die Nuklearkatastrophe von Fukushima zum ersten Mal. Damals reihten sich mehrere katastrophale Unfälle und schwere Störungen im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima I) nach dem verheerenden Tōhoku-Erdbeben aneinander. Auf dem Höhepunkt der Katastrophe kam es im Block 1 bis 3 des Kraftwerkes zur Kernschmelze, woraufhin große Mengen an radioaktivem Material freigesetzt wurden und die Umgebung kontaminiert hat. Man geht davon aus, dass die Entsorgungsarbeiten bis zu 40 Jahre oder sogar länger dauern werden.

Die Nuklearkatastrophe von Fukushima hat in vielen Ländern auch eine erneute Debatte entfacht, ob die Nutzung von Kernenergie zu verantworten ist.

Auch in Deutschland wurde eine angeregte Diskussion über die Kernenergienutzung und die Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke geführt. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel verkündete daraufhin am 14. März 2011, dass alle 17 Kernkraftwerke in Deutschland für drei Monate einer ausführlichen Sicherheitsprüfung unterzogen werden. Es wurde daraufhin auch beschossen, dass die sieben ältesten Kernkraftwerke Deutschlands und das AKW Krümmel abgeschaltet werden.

Und auch bei den deutschen Bürgern hat der Kernkraftunfall in Japan seine Spuren hinterlassen. Die Anzahl der Kernkraftgegner und auch das Interesse an Ökostrom ist gestiegen. So haben sich seit der Atomkatastrophe von Fukushima viele Bürger für einen Umstieg auf Ökostrom entschieden.

Vor Fukushima gab es in Hamburg 14 Prozent Ökostrom-Abschlüsse, nach Fukushima 44 Prozent. In Berlin stiege die Abschlüsse sogar von 9 Prozent auf 41 Prozent.

Die Energiewende in Deutschland ist also in vollem Gange. Bis zum Jahr 2020 soll der Ökostrom-Anteil im gesamten Bundesgebiet auf über 35 Prozent steigen. Und mit einem kontinuierlich steigenden Ökostrom-Verbrauch steigen auch die Chancen auf Abschaltung aller 17 deutschen Kernkraftwerke bis zum Jahr 2022.