Studie zur Frage: Was versteht man eigentlich unter Nachhaltigkeit?

Die Zukunftsforschungsinstitut Sensonet sowie die Fachzeitschrift Marketing Morgen haben insgesamt 204 Personen aus dem deutschsprachigen Raum über deren Einstellung und Meinung zum Themenkomplex Nachhaltigkeit befragt. Neben der Frage, was für die Menschen eigentlich Nachhaltigkeit bedeutet, wurden auch die Beziehungen zum Klimawandel oder den immer bedeutender werdenden Themen LOHAS und LOVOS geknüpft.

Die als Fragen gestellten Überschriften der Kapitel lauten:

  • Kommt der Klimawandel?
  • Wie ist Nachhaltigkeit zu verstehen?
  • Wer ist für Nachhaltigkeit verantwortlich?
  • Was trägt man persönlich zu einer nachhaltigen Entwicklung bei?
  • Was spricht für und gegen einen nachhaltigen Lebensstil?
  • Gibt es nachhaltige Unternehmen?
  • Gibt es genügend Informationen über Nachhaltigkeit?
  • Was hält man von LOHAS und LOVOS?

Die interessanten Ergebnisse der Umfrage kann man auf der Seite von Sensonet finden.

Nachhaltigkeit in China – Dongtan wird erste Öko Stadt in Asien

China ist gemeinhin nichts als Frontkämpfer für den Klimaschutz bekannt. Da denkt man schon eher an die katastrophale Smogbelastung, die in den Millionenstädten des „Land des Lächelns“ der Alltag ist. Ausbeutung der Rohstoffe, Raubbau an Mensch und Natur, ungebremstes Wachstum des CO2-Ausstoßes sind Attribute, die man China viel eher zuschreibt als Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Mit Hilfe der gesteigerten Aufmerksamkeit durch die Weltausstellung EXPO 2010 in Schanghai soll anhand des Vorzeigeprojekts Dongtan die Chance genutzt werden, der Welt ein anderes Klima-Gesicht zu präsentieren.

Dongtan liegt auf einer Insel im Mündungsgebiet des Jangtse an der Ostküste Chinas und gehört ebenso wie Schanghai zum Kreis Chongming. Dort soll bis zum Jahr 2020 die erste Ökostadt in Asien entstehen, die Platz für eine halbe Millionen Einwohner bieten soll. Weitere drei Städte dieser Bauart sollen folgen. Für die Expo 2010 in Shanghai wird zunächst in einer ersten Phase ein Pilotprojekt für 50.000 Einwohner durchgeführt. Das Investitionsvolumen des gesamten Projekts beträgt ca. 1 Milliarde Euro.

Beim Aufbau der Stadt stehen folgende Ziele im Vordergrund:

  • Neutrale Umweltbilanz beim Ausstoß von Treibhausgasen beim Aufbau & Betrieb, d.h. „zero emissions“
  • 100% Selbstversorgung Nahrung, Energie und Wasser
  • Stromerzeugung ausschließlich aus erneuerbaren Energien (Windräder & Sonnenkollektoren)
  • Konsequente Niedrigenenergie-Bauweise
  • Fortschrittliche Abfallentsorgung
  • Hohe Energieeffizienz in allen Bereicheneine

 

Zu den Plänen, wie eine nachhaltige Stadt aussehen soll, zählt auch, nur Autos mit Elektromotor oder Wasserstoffantrieb innerhalb der Stadt zuzulassen. Wer herkömmlich motorisiert anreist, muss sein Auto vor den Toren der Stadt stehen lassen und zu Fuß, mit dem Rad oder mit einem öffentlichen (nachhaltigen) Verkehrsmittel die Anreise vollenden. Die Smog-geplagten Einwohner der typischen heutigen chinesischen Großstädte werden die gute Luft-Qualität dankend annehmen.

Nachhaltigkeit und China können somit in Zukunft nicht mehr als komplette Gegensätze angesehen werden. Dennoch muss die Frage gestellt werden, inwieweit ein solches Projekt tatsächlich Einfluss auf die Reformierung der Städte-Moloche in China haben kann. Eine 500.000 Einwohner Stadt ist sicherlich einfacher sauber zu halten als Multimillionenstädte in der Größenordnung von Peking, Shanghai, Guangzhou oder Chongqing. Außerdem wäre man leicht dazu geneigt, Dongtan vornehmlich als Image-trächtiges Projekt zu sehen, dass möglichen Protesten von Umweltorganisationen zur Expo 2010 etwas den Wind aus den Segeln nehmen soll.

Dennoch könnten aus dem Projekt Dongtan sicherlich zahlreiche Lektionen gelernt werden, um sinnvolle Ansätze für die Verbesserung der Nachhaltigkeit existierender Städte zu identifizieren. Nicht nur China oder andere Schwellenländer können von Ideen aus Dongtan profitieren, sondern auch der Rest der Welt.

Image Werbung von Coop Schweiz – Nachhaltigkeit als französischer Rap von Stress

Coop dürfte nicht vielen Deutschen ein Begriff sein, obwohl es das zweitgrösste schweizerische Einzelhandelsunternehmen und eine Genossenschaft mit rund 2,5 Millionen Mitgliederhaushalten ist. Mit ca. 1500 Verkaufsstellen bietet die Coop-Gruppe das dichteste Verkaufsstellennetz der Schweiz. Um sich nun ein etwas grüneres Image als nachhaltiges Unternehmen zu sichern, geht das Handelsunternehmen neue Wege.

Ein französisches Rap Video mit deutschen Untertiteln von Stress, soll die Konsumenten nachdenklich stimmen.

Auf der konzerneigenen Website schreibt Coop über sich selber:

Unsere Vision lautet „Gemeinsam nutzen wir den nachhaltigen Schutz der Umwelt als unternehmerische Chance“. Unter Nachhaltigkeit verstehen wir ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Schutz der Umwelt, sozialer Verantwortung und Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte als Basis für dauerhaften Geschäftserfolg.

Wie so oft bei solchen Kampagnen von großen Konzernen muss aber kritisch hinterfragt werden, ob es sich um dabei echte Bedenken handelt, oder ob man einfach als Trittbrettfahrer der heißen Klimawandel Disukussion etwas Greenwashing betreiben will.

Buch Empfehlung: Sonnige Aussichten – Wie Klimaschutz ein Gewinn für alle wird

Klimaschutz kostet, das ist wahr, aber kein Klimaschutz kostet die Zukunft – das ist ebenso wahr und längst von klugen Ökonomen errechnet.

„Klimakatastrophe“ wurde das „Wort des Jahres 2007″. Die drohende Klimakatastrophe und wie wir sie verhindern können beschreibt Franz Alt in seinem neuen Buch.

Sogar der Chef des größten europäischen Energiekonzerns, Wulf Bernotat, enthüllte – während ich dieses Buch schrieb – eine kleine Sensation, als er verriet, dass sein neugebautes Haus mit Wärmepumpe und Solarzellen ausgestattet sei und er damit 80 % der bisherigen Stromkosten einspare. Privat also nutzt der E.ON-Chef bereits die Sonne und ihre Kostenvorteile, während er seinen Kunden noch immer überwiegend die alte und immer teurer werdende Energie verkauft.

Sonnige Aussichten

Cover von „Sonnige Aussichten“

Während der E.ON-Chef gelernt hat, dass ihm die Sonne nie eine Rechnung schickt, kündigt er seinen Kunden auch in Zukunft steigende Preise für Strom und Gas an. Wenn aber alle E.ON-Kunden es dem E.ON-Chef nachmachen und auf Erneuerbare Energien umsteigen, ist E.ON bald nicht mehr der größte Energiekonzern in Europa.
Daran freilich ist Eon nicht interessiert und bestreitet deshalb noch immer die Vorteile und die Riesenchance des solaren Reichtums dieser Welt. Wulf Bernotat ist privat klüger, als sich sein Konzern nach außen gibt.

Aber die deutschen Stromkunden wachen allmählich auf und lassen sich nicht mehr länger von den alten Energiekonzernen abzocken. Eon hat in den ersten acht Monaten 2007 über 68.000 Stromkunden verloren und Vattenfall gar über 100.000. Über 80 % der Deutschen setzen für die Zukunft auf Erneuerbare Energien.

Unsere Erde ist sehr reich. Es reicht für alle – theoretisch!

Wie aber schaffen wir es, dass es auch praktisch für alle reicht? Albert Einstein sprach davon, dass wir Heutigen höchstens 10 % der in uns schlummernden Intelligenz nutzen. Wenn wir es schaffen, künftig statt 10 % der uns angeborenen Intelligenz 11 % zu mobilisieren, können wir Hunger und Umweltzerstörung, Kriege und Klimachaos hinter uns lassen.

Unsere Erde verdankt ihren Reichtum der Sonne. Die Sonne schickt uns jede Sekunde 15.000-mal mehr Energie, wie zurzeit alle 6,6 Milliarden Menschen verbrauchen. Aber wir nutzen diesen natürlichen Reichtum viel zu wenig, weil er uns nicht bewusst ist. Wir liegen noch in den Ketten der alten atomar-fossilen Energiewirtschaft gefangen. Und dieser Zustand der Gefangenschaft bedeutet Kriege, Umweltzerstörung, Ausbeutung, Armut für viele und Wirtschaftsvernichtung für alle.

Klar ist: Wenn wir Verbraucherinnen und Verbraucher die Atom-, Öl- und Kohlekonzerne nicht stoppen, zerstören sie die Welt. Wir stoppen sie vor allem dadurch, dass wir ihre Produkte – Benzin, Heizöl, Kohle- und Atomstrom – nicht mehr kaufen.

Worauf begründet sich mein Optimismus für die Rettung des Planeten?

Auf den schlichten Überlebenswillen jedes einzelnen Menschen:

  • Interessenvertreter können eine Zeit lang Millionen Menschen in die Irre führen, aber niemals auf Dauer.
  • Interessenvertreter können eine Zeit lang die Gefahren ihrer Produkte vernebeln, aber niemals auf Dauer.
  • Interessenvertreter können eine Zeit lang ihre persönlichen und beruflichen Interessen über die der Gesamtgesellschaft und über die Interessen künftiger Generationen stellen, aber niemals auf Dauer.

Naturgesetze können wir eine Zeit lang missachten, aber niemals ungestraft und erst recht nicht auf Dauer. Nur mit dem Reichtum der Sonne wird es uns gelingen, den Reichtum der Weltgesellschaft zu entfesseln und den Hunger auf unserem Planeten zu überwinden.

Den Reichtum der Sonne nutzen ist die Voraussetzung einer gerechteren und einer besseren Welt. Die Sonne stellt uns in jeder Sekunde unseres Hierseins die Energie von weit über 100 Millionen Atomkraftwerken zur Verfügung – kostenlos. Mit dem Reichtum der Sonne schaffen wir den Reichtum der Weltgesellschaft. Auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007 und auf der Bali-Konferenz im Dezember 2007 hat sich gezeigt, dass die Vertreter der alten Öl-, Gas-, Atom- und Kohlewelt noch stark sind, aber ihr Einfluss schwindet.

Europa geht auf dem Weg ins Solarzeitalter voran. In den USA ist der Klimaignorant George W. Bush als Repräsentant der alten Erdöl- Lobby in der Defensive. Schon Ende 2008 steht er einsam im Museum der Geschichte. Die Zukunft gehört den Freunden der Sonne, die uns noch bis zu sieben Milliarden Jahre mit Energie versorgt – preiswert und umweltfreundlich.

Das Hauptproblem der sich globalisierenden Welt ist nicht, dass wir uns »globalisieren«. Das Hauptproblem ist, dass wir die einzig globale und ewig zur Verfügung stehende Energiequelle noch nicht in ihrer wahren Bedeutung verstanden haben:

  • Die Sonne mit ihrem Reichtum
  • Die Sonne mit ihrem Preisvorteil als Energiequelle
  • Die Sonne mit ihrer Chance zum ewigen Frieden und zur ewigen Energieversorgung

Die Lösung des Energieproblems steht am Himmel.

Text mit freundlicher Genehmigung von Franz Alt 2008

 

Mehr Literatur zum Thema Klimaschutz finden Sie in unserer Sektion Bücher & DVDs.

Green IT – Die IT-Branche wird „grün“

Der anhaltende Boom von Informations- und Kommunikationstechnik verschlingt weltweit immer größere Mengen an Energie. Mittlerweile entstehen zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen allein bei Herstellung, Betrieb und Verschrottung von IT-Geräten. Dieser Wert ist in etwa vergleichbar mit der CO2-Bilanz des weltweiten Flugverkehrs.

Da bietet es sich in Zeiten des Klimawandels an, mehr Wert auf die Entwicklung von energieeffizienteren Produkten zu legen. Bei bloßer Energieeinsparung soll es aber nicht bleiben, die Technik muss insgesamt „grüner“ werden.

Unter dem Stichwort Green IT (Grüne IT) versteht man das Bestreben, den kompletten Lebenszyklus der IT Hardware von der Produktion über die Nutzung bis hin zu Entsorgung/Recycling möglichst ressourcenschonend zu gestalten. Dabei stehen zwei Themen im Vordergrund:

  • Möglichst geringer Energieverbrauch bei der Produktion und während der gesamten Nutzungsdauer (Stichwort: CO2-Ersparnis).
  • Verbannung schädlicher Substanzen (beispielsweise Blei oder Brom) aus dem Produktionsprozess und den verwendeten Materialien.

Laut Schätzungen werden Computer im Durchschnitt nur etwa 30 Prozent der Laufzeit genutzt. 50 Prozent der eingesetzten Energie geht als Wärme verloren, 20 Prozent verpuffen wirkungslos im Leerlauf. Weiterer Stromverbrauch ergibt sich durch das notwendige Kühlen der Geräte.

Firmen wie Intel, HP, Apple oder Dell setzen deshalb auf stromsparende Prozessoren, Chipsätze und Netzteile, und wollen so den CO2-Ausstoss errechnet durch den Stromverbrauch signifikant verringern. Laut einer Prognose von IBM könnten auch in großen Rechenzentren bis zu 40 Prozent Energie eingespart werden.

Der Markt für Green IT wird nach Expertenmeinung in den nächsten Jahren enorm wachsen. Mit welchen Lösungen und Produkten die IT-Industrie das Green IT – Zeitalter einläuten wird, stellt sich in knapp zwei Wochen auf der diesjährigen Cebit 2008 in Hannover heraus.

Ob für die Unternehmen tatsächlich der Wille zum Umwelt- und Klimaschutz die treibende Kraft für das Handeln ist, darf bezweifelt werden. Imagepflege und exponentiell steigende Betriebskosten (Kühlung und Energieversorgung) für die stetig wachsenden Rechenzentren sind wohl eher der Grund für den jetzt anlaufenden Aktionismus.

Green IT Information – Greenpeace mit eigenem Stand auf der CeBIT 2008

Passend zum Schwerpunkt Green IT der weltgrößten Computermesse Messe mischt die Umweltschutzorganisation Greenpeace erstmals auf der diesjährigen CeBIT 2008 mit einem eigenen Stand mit. Interessierten Messebesuchern soll die aktuelle Kampagne Eliminate Toxic Chemicals näher gebracht werden, deren Inhalt die Durchsetzung umweltbewusster Produktion und effektivem Recycling von IT-Technik ist.

Gefährliche Chemikalien und Werkstoffe müssen gänzlich aus dem Herstellungsprozess verschwinden.

Nach Schätzungen der UN werden weltweit jährlich 20 bis 50 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert, das entspricht mehr als fünf Prozent der festen Abfallstoffe. Europaweit werden pro Jahr etwa 8,7 Millionen Tonnen alter Elektronikgeräte ausrangiert.
[…]In der EU werden beispielsweise nur etwa 25 Prozent des Elektroschrotts gesondert gesammelt und entsorgt. Die restlichen 75 Prozent gehören zum hidden flow, dem versteckten Strom des Elektrokschrotts. Niemand weiß, was mit ihm geschieht, ob er gelagert, mit gewöhnlichem Müll zusammen entsorgt oder ins Ausland exportiert wird.

Besonders in Schwellenländern wie Indien und China läuft der Recyclingprozess größtenteils informell ab. Mit der Folge, dass dort lediglich ein Prozent des Elektroschrotts fachgerecht entsorgt wird. Der Rest verschwindet. Greenpeace nimmt an, dass die alten PCs oder Handys in Schwellenländern zumeist in einer primitiven Form des Recyclings auseinander genommen werden, um Rohmaterialien wiederverwerten zu können. Dabei kommen die Arbeiter unweigerlich mit den giftigen Chemikalien in den Geräten in Kontakt.

Wir können nicht mit Sicherheit sagen, was mit dem E-Waste passiert, wenn er erstmal aus dem normalen Recyclingsystem verschwunden ist, erklärt Martin Hojsik, Chemie-Kampagner bei Greenpeace International. Deswegen ist es so wichtig, dass die Hersteller ihre Rücknahme verbessern und vor allem die schädlichen Substanzen aus ihren Produkten entfernen.


Quelle: Greenpeace.de

 

Interessierte Besucher finden den Greenpeace Stand in Halle 19, Stand G55 auf der diesjährigen CeBIT 2008.

Green Business – Green IT ist wichtig zur Imagepflege für Unternehmen

Einer Analyse der Beratergesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge springen derzeit rund 40 Prozent der Technologie-Chefs auf den Green IT -Zug auf. Hintergrund für dieses Bestreben ist natürlich nicht Engagement für den Umweltschutz, vielmehr erhofft man sich einen gehörigen Imageschub und Wettbewerbsvorteil durch die Produktion oder Nutzung nachhaltiger IT-Produkte.

Nach den Ergebnissen der Studie besteht für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen ein gewaltiges Marktpotential. Dennoch wird von den positiven Imageeffekten nur profitieren, wer rechtzeitig diesen neuen Trend erkannt hat. Weitere Anreize müssen dann in Zukunft vom Gesetzgeber geschaffen werden, um die Nutzung von Green IT auf die gesamte Wirtschaft auszuweiten. Nur so können signifikante Reduktionen von CO2-Emissionen erreicht werden. Mit 600 Millionen Tonnen Kohlendioxid ist die IT-Industrie einer der Top-Emittenten des klimaschädlichen Treibhausgases.

61 Prozent der befragten Manager gaben an, dass eine Ausweitung von Umweltschutzmaßnahmen eine entscheidende Rolle in der Unternehmensentwicklung spielt, um nicht von Kunden als Umweltsünder abgestempelt zu werden. Von dieser Entwicklung sind weite Bereiche im Unternehmen betroffen, von Forschung und Entwicklung, Produktion bis hin zu Marketing. Es gilt „grüner“ zu sein als die Konkurrenz.

Die Untersuchung belegt, dass viele Hardwarehersteller bereits auf nachhaltige Produktion setzen und gezielt Argumente wie Energieeffizienz, Schadstofffreiheit oder Recyclingsmöglichkeit zur Kundengewinnung einsetzen. Bei Softwareherstellern und im IT-Diestleistungssektor besteht derzeit noch Nachholbedarf.

Hintergrundinformationen zu Green IT finden sich im nachfolgenden Artikel:

Green IT – Greenpeace veröffentlicht aktuellen Elektronik Ratgeber

Spätestens seit der CeBIT 2008 wissen wir Technikfreunde Bescheid, die Zukunft gehört ganz klar der Green IT. Doch von echter Green IT sind wir noch meilenweit entfernt. Zwar präsentierten die meisten Firmen auf der weltgrößten Computermesse einzelne nachhaltig produzierte Produkte, bei Betrachtung der kompletten Produktpalette schneiden die Unternehmen dann aber nicht wirklich „grün“ ab.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace bewertet IT Hersteller nach „grünen“ Aspekten wie beispielsweise nachhaltiger Produktionsmethodik und Verwendung umweltschonender Materialien. Die Ergebnisse werden vierteljährlich im Elektronik Ratgeber veröffentlicht und geben einen interessanten Überblick.

Die Bewertungsstufen reichen von 0 (rot) – für negativstes Ergebnis bis hin zu 10 (grün) für bestmögliche Produktion.

Zunächst: Grün sind sie alle nicht – PC, Notebook, Handy Vergleich und Co. Aber es gibt grünere und weniger grüne und leider auch immer noch knallrote. Von zehn Punkten, die zu vergeben sind, erreichen Samsung und Toshiba 7,7. Nokia patzt bei der Rücknahme seiner Altgeräte in Indien und Russland: zurück auf Platz 3! Gleichauf: Sony, Lenovo und Dell.
Auf den hintersten Plätzen tummeln sich außer Nintendo noch Panasonic, Philips, Microsoft, Sharp und Acer. Apple? Na, immerhin schon orange. Mittelfeld.[…]

Der Vierteljahres-Guide hat die Branche ganz gut durchgeschüttelt. Viele Hersteller haben reagiert und ihre Umweltvorgaben erheblich verbessert. Viermal gab es einen Wechsel an der Spitze, die durchschnittliche Punktzahl ist deutlich gestiegen. 14 der 18 getesteten Unternehmen erreichen fünf von zehn Punkten.

[…]

Beim nächsten Guide legen wir die Messlatte höher: Dann gelten erweitere Kriterien für die Verwendung von Chemikalien und den Umgang mit E-Schrott. Außerdem wollen wir in Zukunft auch einen strengen Blick auf den Energieverbrauch der Geräte werfen. Immerhin ist dieser Industriezweig bereits für schätzungsweise zwei Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich.

Die Branche muss auf einen ganzheitlichen Ansatz umstellen. Sie muss die Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte übernehmen – von der Herstellung bis zur Entsorgung. Die Devise heißt: nachhaltig, umwelt- und menschenfreundlich. Es ist immer noch viel zu tun.


Quelle: greenpeace.de

Einzelheiten zur Bewertung und eine animierte Darstellung gibt es auf der Seite von Greenpeace International (englisch).

Klimaschutz in Deutschland – Deutscher Klimaschutzpreis 2008 geht an die Unternehmensgruppe juwi

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat die in Rheinland-Pfalz ansässige juwi-Gruppe mit den Deutschen Klimaschutzpreis 2008 ausgezeichnet. Das Unternehmen aus Wörrstadt ist einer der weltweit führenden Projektentwickler von Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen.

Hauptgrund der Ehrung mit dem Klimaschutzpreis 2008 ist der im Juli 2008 eingeweihte Büroneubau, welcher aktuellste nachhaltige Energiekonzepte effektiv umsetzt.

Das in moderner Holzbauweise errichtete Gebäude dient als Unternehmenszentrale und ist das momentan energieeffizienteste Bürogebäude der Welt. Realisiert wurde der Bau von der GriffnerHaus AG, ein auf energieeffiziente Holzhäuser spezialisiertes Unternehmen aus Österreich.

Im Grußwort von DUH-Geschäftsführer Rainer Baake wird der ganzheitliche Klimaschutzansatz des Unternehmens besonders hervorgehoben. Abgesehen vom Geschäftsfeld unterstreicht ein solcher Bürokomplex die Glaubwürdigkeit eines im regenerativen Energiesektor operierenden Unternehmens noch zusätzlich.

Vermutlich spielen Marketingaspekte bei der Entscheidung für ein solches Bauwerk auch eine Rolle. Die Tatsache der Unplanbarkeit einer derartigen Auszeichnung rückt das ganze aber doch ins rechte Licht.

Wir sagen: Daumen hoch, davon können sich andere Unternehmen eine Scheibe abschneiden.