Was kostet der Klimaschutz? Und wer zahlt dafür?

Der Klimawandel ist in vollem Gange – Die Schäden der letzten Naturkatastrophen (Überschwemmungen in Australien, Erdrutsche in Brasilien, Wirbelstürme in den USA) lassen sich kaum noch beziffern und belasten Versicherungen und die betroffenen Menschen zunehmend. Viel lässt sich aller Voraussicht nicht mehr retten, denn der in den letzten Jahrzehnten gemessene Temperaturanstieg ist nicht mehr Rückgängig zu machen. Dennoch ist es nicht zu spät in den Klimaschutz zu investieren. Doch wie soll das von Statten gehen? Und vor allem wer investiert wo? Uno-Forscher beklagen sich schon seit geraumer Zeit, dass ein erhebliches Unwissen in Sachen erneuerbare Energien besteht.

Es gibt keine genauen Schätzungen

Es gibt keine konkreten Aussagen, was die Energiewende eigentlich kosten soll. Auch die Experten im Weltklimarat IPCC können keine genaue Schätzung abgeben. Darüber sind nicht nur Bewohner von Krisenregionen, sondern auch Politiker verärgert. In Deutschland soll nun ein neu eingerichtetes Gremium von Experten den Ausbau erneuerbarer Energien kontrollieren.

Ein neuer Bericht zur Lage

Ein eben erst vorgestellter Bericht zur Lage gibt auch keinen konkreten Aussagen darüber, wie man der Klimakrise entgegen wirken kann und vor allem wer den Klimaschutz finanzieren soll.

Energiefachleute haben für den Bericht 164 verschiedene Szenarien untersucht.
Ermittelt wurde dabei, dass bis zum Jahr 2050 immerhin fast 77 Prozent aller Energie weltweit von regenerativen Quellen stammen könnte. Um dies zu erreichen, muss die Weltbevölkerung jahrzehntelang jedes Jahr ein Prozent des weltweiten Bruttosozialproduktes in den Ausbau der so genannten grünen Technologie investieren.
Solche Investitionen könnten sich schon bald rechnen, da erneuerbare Energien wie die Windkraft schon heute wettbewerbsfähig sind.

Defizite bei der Informationspolitik

Ottmar Edenhofer vom Potsdam Institut für Klimaforschung sieht insbesondere große Defizite bei der Informationspolitik. Laut seiner Aussage, reden viele über erneuerbare Energien, aber kaum einer kennt sich wirklich damit aus – vor allem mit den Möglichkeiten und anfallenden Kosten.

Die kaum vorhanden Daten zur Auswertung erschweren die Arbeit der Klimaforscher zudem. Viele Studien und Daten wurden in der Vergangenheit nicht genau geprüft.

Potenzial erneuerbarer Energien ist unerforscht

Welches Potenzial erneuerbare Energien wie Windenergie oder Biomasse haben ist einfach noch nicht auszumachen, da die entsprechenden Informationen fehlen. Über diese lückenhafte Berichterstattung haben einige Politiker bei der Vorlage des Berichts verärgert reagiert. Edenhofer führt das zum Großteil eben auf die nichtvorhandenen Daten zurück. Sein Ratschlag an die Politiker ist, erstmal vernünftige Ziele festzulegen bevor man in puren Aktionismus verfällt. Eine Institution, die die Ergebnisse der festgelegten Ziele jährlich überprüft kann nur von Vorteil sein.

Treibhausgas-Ausstoß steigt schneller als befürchtet

Die Rettung des Klimas und somit auch unseres Planeten ist ein Wettrennen mit der Zeit – und nun scheint dieser Wettlauf verloren zu gehen. Neueste Untersuchungen zeigen, dass der CO2-Ausstoß im Jahr 2010 erneut gestiegen ist. Und das verheerende daran ist das rasante Tempo, mit dem der Treibhausgas-Ausstoß von statten geht. Dies alles ist in den neuen Statistiken der Internationalen Energieagentur nachzulesen. Dort heißt es unter anderem auch, dass die Erwärmungsbegrenzung auf zwei Grad nur noch eine utopische Idee ist.

Im Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) ist zu erfahren, dass der globale Kohlendioxid-Ausstoß 2010 um insgesamt 1,6 Gigatonnen gestiegen ist. Seit Beginn der Messungen wurde kein höherer Anstieg beobachtet. Im letzten Jahr hat die CO2-Emission weltweit insgesamt 30,6 Gigatonnen betragen. Das entspricht einem Anstieg von knapp fünf Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2008, in dem in dem 29,3 Gigatonnen ausgestoßen worden seien. Somit stammen laut IEA auch 44 Prozent der Emissionen des letzten Jahres aus der Kohleverbrennung, 36 Prozent aus der Ölnutzung und 20 Prozent vom Erdgas.

Sah es zwischen 2008 und 2009 noch so aus, als ob die Emissionen zurückgegangen sind, legt der Treibhausgas-Ausstoß im Jahr 2010 einen enormen Aufwärtstrend hin. Für Forscher war die Wirtschaftskrise Ende des vergangenen Jahrzehnts Ausschlag gebend für den Rückgang und so haben Sie durch die ökonomische Erholung auch schon mit einem leichten Anstieg gerechnet – aber nicht mit so einem drastischen Anstieg. Für viele Wissenschaftler sind das extrem beunruhigende Nachrichten und es besteht allgemein die Befürchtung, dass das Ziel, die Klimaerwärmung unter zwei Grad zu halten, mehr als nur gefährdet ist.

Eine Erwärmung von mehr als zwei Grad hätte gefährliche Folgen für die Weltwirtschaft und könnte zu einer starken Zunahme von extremen Wetterphänomenen führen.

Die IEA hat berechnet, dass die Emissionen aus der Energiegewinnung bis zum Jahr 2020 nicht über 32 Gigatonnen pro Jahr liegen. Sollte der Ausstoß 2011 jedoch auch so schnell steigen wie 2010, ist es Möglich, dass die kritische Grenze früher als erwartet erreicht wird.

Das hätte zur Folge, dass es unmöglich wäre den Klimawandel auf einem beherrschbaren Maß zu halten.

Was sind Treibhausgase? Wie funktioniert der Treibhauseffekt?

Es ist immer die Rede von Treibhausgas und Treibhauseffekt, doch viele Menschen wissen gar nicht, was sich eigentlich hinter diesen Begriffen genau verbirgt. Dabei sollte im Zeitalter von Atomkraft, Klimawandel und Globalisierung jeder wissen, was das ist. Erste Wissenslücken kann man schon mal schließen, wenn man weiß was Treibhausgase sind.

Was sind Treibhausgase?

Bei den so genannten Treibhausgasen handelt es sich um strahlungsbeeinflussende gasförmige Stoffe. Diese befinden sich in der Luft und tragen so zum Treibhauseffekt bei. Die Gase können neben den von Menschen verursachten durchaus auch einen natürlichen Ursprung haben.

Der Treibhauseffekt lässt sich im Grunde auch ganz einfach erklären.

Wie funktioniert der Treibhauseffekt?

Auf der Erde würden die uns bekannten Temperaturen nicht herrschen, wenn es kein CO2 in der Atmosphäre gäbe. Andererseits bringt uns zu viel davon aber auch ganz schön ins schwitzten, wie wir in den letzten Jahren feststellen konnten.

Der wichtigste Energielieferant der Erde ist die Sonne. Den Planeten selbst umgibt die so genannte Atmosphäre. Ohne diese würde ein Hauptteil der Strahlung von der Erde einfach wieder in das Weltall reflektiert reflektiert. Es würden auch nicht die von uns gewohnten Temperaturen herrschen, denn es wäre dann mindestens 30 Grad kälter als jetzt. Bei der Atmosphäre handelt es sich um ein Gasgemisch, das durch die Anziehungskraft an die Erde gebunden ist. In der Höhe nimmt ihre Dichte zunehmend ab. Der „natürliche Treibhauseffekt“ entsteht vor allem durch Wasserdampf (H2O) und Kohlendioxid (CO2). Ebenso bodennahes Ozon (O3), Stickoxide und Methan (CH4) sind für den natürlichen Teibhauseffekt verantwortlich.

Nur durch eine kurzwellige Strahlung kann das sichtbare Licht der Sonne die Atmosphäre passieren und so die Erdoberfläche erreichen. Diese nimmt die Energie auf und gibt dafür wiederum Energie als Wärme ab. Diese langwellige Strahlung kann nun aber nicht mehr ohne Weiteres wieder in den Weltraum entweichen. Durch Wolken und die Treibhausgase in der Atmosphäre aufgefangen wird die Strahlung wieder Richtung Erde gleitet.

Genau dieser Austausch von Wärmestrahlung zwischen Erdoberfläche und Atmosphäre wird als Treibhauseffekt beschrieben. Ein Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre führt dazu, dass immer mehr Strahlung zurückgehalten wird und somit zur globalen Erderwärmung führt.

Sommer schon im April? Die Jahreszeiten verschieben sich!

Langsam sollten wir uns daran gewöhnen: Schnee im September und Hitzerekorde im April. Auf den ersten Blick stimmt hier doch etwas nicht. Aber wenn man es sich genauer überlegt, dann treffen diese Szenerien schon längst zu.

Die Auswirkungen des Klimawandels lassen sich längst nicht mehr nur an Zahlen aus komplizierten Klimaberichten erahnen – sie werden spürbar. Die Jahreszeiten verschieben sich seit geraumer Zeit. Das merkt man vor allem daran, dass der Winter früher anbricht und die Pflanzen im Frühjahr um zwei bis drei Wochen zu früh dran sind. Der diesjährige Sommer legte mit heißem Wetter im April genauso einen Frühstart hin.

Für einige Forscher hingegen ist das alles Humbug. Einen solchen Trend kann man ihrer Meinung nach nicht einfach festlegen. Man muss dieses Phänomen erst einmal jahrelang beobachten, um daraus ergiebige Schlüsse ziehen zu können. Zudem ist es ganz natürlich, dass sich das Klima im Laufe der Jahrhunderte verändere.

Eine weitere Theorie, die die verschobenen Jahreszeiten erklären könnte, hat mit einer verschobenen Erdachse zu tun. Durch die Erdbeben in Chile und Japan hat sich diese nicht nur verschoben, sondern ganze Landmassen haben sich verlagert. Es kann durchaus sein, dass dies einen Einfluss auf die Klimazonen und die Jahreszeiten hat.

Dennoch ist es nicht wirklich bewiesen, ob zwischen Geologie und Meteorologie ein Zusammenhang besteht.

Was passiert also wirklich mit dem Wetter? Bilden wir uns die verschobenen Jahreszeiten nur ein?

Tatsache ist, dass es nichts Ungewöhnliches ist, wenn es jedes Jahr einige heiße Tage im April oder Mai gibt und man dadurch früher ins Schwitzen kommt.

Für den früheren Sommer ist dann wohl die globale Erderwärmung schuld?

Experten sehen hierbei durchaus einen Zusammenhang. Bezweifeln aber auch, dass es mit so einer Schnelligkeit voran geht. Beweisen scheint nur eines zu sein: Laut Forschern der kalifornischen Universität Berkeley und der Harvard-University tritt der heißeste Tag des Jahres 1,7 Tage eher ein als früher.

Können Fair Trade Produkte beim Klimaschutz helfen?

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten den Klimaschutz voranzutreiben und zu unterstützen. Autofahrer können auf das Fahrrad umsteigen, Energie lässt sich einsparen oder man steigt ganz auf Ökostrom um. Auch in unserer vom Konsum geprägten Gesellschaft können einige Entscheidungen zum Schutz des Klimas beitragen. Der Kauf von regionalen Lebensmitteln trägt ebenso dazu bei wie der Kauf von Fair Trade Produkten.

Was ist Fair Trade?

Produkte, die mit dem Fair Trade Siegel versehen sind, garantieren eine faire Produktherstellung. Dass heißt, Anbieter in den Anbauländern erhalten faire Preise und arbeiten unter sozial akzeptablen Bedingungen. Wer diese Bedingungen unterstützen möchte, kann mit dem Kauf von Fair Trade Produkten dafür sorgen, dass der Fair Trade Handel weiter auf dem Vormarsch ist.

Aber nicht nur soziale Ungerechtigkeiten lassen sich damit bekämpfen, sondern auch die natürlichen Lebensgrundlagen von Kleinbauern werden gesichert. Der Klimaschutz wird als ein positiver Nebeneffekt des so genannten „humanitären Umweltschutzes“ angesehen.

Wie sieht die Klima Bilanz von Fair Trade Produkten tatsächlich aus?

Bisher konnten keine genauen Zusammenhänge von Fair Trade Handel und einer verbesserten Klima Bilanz festgestellt werden. Dennoch trifft man mit dem Kauf von fair gehandelten Produkten eine gute Entscheidung, da man sich für das Wohlergehen und die Gesundheit von Menschen in den Produktionsländern einsetzt.

Was kann der Verbraucher gegen den erhöhten CO2-Ausstoß unternehmen?

Verbraucher können zur Verminderung des CO2-Ausstoßes in anderen Lebensbereichen mehr ausrichten. Ein kontrollierter und bedachter Stromverbrauch, das Einsparen von Heizenergie und ein verändertes Mobilitätsverhalten haben weit größeren Einfluss auf den aktiven Klimaschutz.

Klimawandel verantwortlich für Massensterben in den Weltmeeren

Die Weltmeere stehen wegen Überfischung, Klimawandel und Müll kurz vor dem totalen Kollaps. Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin, dass uns das größte Massensterben seit rund 55 Millionen Jahren bevor steht. Forscher und Wissenschaftler befürchten, dass eine Vielzahl von Meerestieren und Pflanzen aussterben könnten, wenn nicht sofort Maßnahmen zur Rettung des Ozeans eingeleitet werden.

Aktuelle Untersuchungen zeigen, welche von den Menschen ausgelösten Probleme das Leben in den Meeren stark gefährden. Überfischung, Überdüngung und der anhaltende Wandel des Klimas sind nur einige Ursachen, die für das Massensterben in den Weltmeeren verantwortlich sein könnten. Zudem wird auch untersucht, wie sich diese negativen Umstände gegenseitig beeinflussen.

Für die Forscher sind solche Ergebnisse eigentlich nichts Neues mehr, doch die Ausmaße sind selbst für Wissenschaftler schockierend. Ihrer Meinung nach, wurden die Gefahren für die Meere bisher schlechtweg unterschätzt. Auch wenn sich ersten Konsequenzen sich nicht mehr verhindern lassen, so müssen doch sofort Maßnahmen zur Rettung eingeleitet werden.

Das Meer ist in vielen Regionen der Welt eine Quelle für das tägliche Überleben. Die Ernährung der Menschen hängt vom Fischfang und anderen Meerestieren ab. Zudem produziert Plankton einen wichtigen Anteil des Sauerstoffs, und bislang schwächt das Meer, weil es Kohlendioxid aufnimmt, den Klimawandel ab.

Zu den größten Problemen gehören:

– Erwärmung und Versauerung des Meeres
Der Ozean versauert, weil das Wasser Kohlenstoffdioxid aus der Luft aufnimmt. Dadurch schwindet der Sauerstoffgehalt in manchen Meeresregionen und auch der Klimawandel beschleunigt sich.

– Die Lage des Meeres verschlechtert sich extrem schnell
Selbts die prognostizierten Worst-Case-Szenarien werden von den tatsächlichen Tempo der Veränderungen teilweise sogar übertroffen. Das Abschmelzen der Polarkappen und der Anstieg des Meeresspiegels schreiten viel schneller voran, als zuvor berechnet.

– Aussterben von Meerestiern
Das Verschwinden von Fischarten – zum großen Teil auch wegen der Überfischung – und das Auftreten von neuen und gefährlichen Algenblüten bringen das Gleichgewicht des Meeres durcheinander. Allein die Bestände von einigen kommerziell wichtigen Fischarten sind um mehr als 90 Prozent reduziert worden.

– Zerstörung von Korallenriffen
Die unaufhaltsam steigenden Temperaturen und die zunehmende Versauerung des Meeres führen dazu, dass tropische Korallenriffe zerstört werden. Forscher gehen davon aus, dass in etwa 30 Jahren die Korallenriffe verschwunden sein werden, wenn der CO2-Ausstoß nicht verringert wird.

– Anpassung an verändertes Klima unwahrscheinlich
Durch die akute Überfischung und die Umweltverschmutzung des Meeres ist es unwahrscheinlich, dass sich bereits angeschlagenen Arten dem veränderten Klima anpassen können. Überfischung und der Verlust des Lebensraums tragen erheblich zum Artensterben im Meer bei.

Deswegen schlagen Forscher folgendes vor, um die Situation zu verbessern:

– Nur noch langfristig nachhaltiger Fischfang
– Keine Schadstoffe ins Wasser leiten
– Keine Rohstoffgewinnung im Meer verzichten

Werden Lebensgrundlagen durch intensive Landwirtschaft zerstört?

Der Ackerbau gilt seit Jahrhunderten als wichtigster Nahrungsmittellieferant für die Menschen. Doch die Böden dieser Erde sind nun in großer Gefahr. Forscher der Universität Sheffield haben in der Zeitschrift „Nature“ einen Beitrag veröffentlicht, der vor dem Verlust von Nährstoffen im Boden durch den ständigen Anbau warnt. Der Boden gilt als einen endliche Ressource. Der Mensch nutzt das aus und baut größtenteils in immer kürzeren Zyklen an und als, so dass dem Boden keine Chance zur Regeneration gegeben wird. Das fürht dazu, dass Nährstoffe verloren gehen, Kohlenstoff aus der Atmosphäre nicht mehr gebunden werden kann und verschmutztes Wasser nicht mehr gefiltert wird.

Regenwasser kann nicht mehr in den Boden eindringen und abrinnen. Stattdessen rinnt das Wasser auf Feldern in Kanäle ab und trägt dabei Erde mit. Es kann dabei zu regionalen Unterschieden kommen. Auch die Art der Landwirtschaft, des Bodens und die angebauten Pflanzen spielen eine erhebliche Rolle.

Der in der Erde gebundene Kohlenstoff baut sich besonders durch das Pflügen der Erde schneller ab. Dadurch greift man erheblich in die Bodenflora ein und verhindert, dass Filamente von Pilzen den Zusammenhalt der Böden stärken können. Es wird insgesamt auch mehr Kohlenstoff entnommen als nachproduziert, wenn man die pflanzlichen Überreste der Ernte dem Boden nicht zurückgeben kann.

Eine ständig wachsende Bevölkerung und steigender Wohlstand vereinfachen die Situation nicht gerade. Schätzungen zufolge wird die Nachfrage nach Nahrungsmitteln bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent steigen. Für 2050 ist sogar eine Verdoppelung prognostiziert. Sollen bis dahin ausreichend Lebensmittel zur Verfügung stehen muss mit sofort einsetzenden Maßnahmen die Bodenerhaltung in Angriff genommen werden. Der Klimawandel verstärkt die Dringlichkeit dieses Unterfangens zusehendst.

Neuer Klimabericht belegten globalen Erwärmungstrend

Seit Jahren wird es vermutet und nun hat es der neue US-Klimabericht bestätigt: Die globale Erwärmung findet tatsächlich statt. Die ermittelten Daten belegen, dass die globale Lufttemperatur in jedem Monat der letzten 25 Jahre über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts lag. Der enorme Anstieg der Treibhausgas-Emissionen soll der Verursacher dafür sein.

Der jährliche Klimabericht vom National Climatic Data Center (NCDC) der USA zieht Bilanz und belegt eindeutig, dass die Erwärmung der Erdatmosphäre immer weiter voran schreitet und auch der Treibhausgas-Ausstoß immer weiter steigt. Aus dem neuen Klimabericht geht ebenso hervor, dass die globale Temperatur der letzten Vierteljahrhunderts über dem jeweils gemessenen Durchschnittswerts des 20. Jahrhunderts liegt.

Damit ist eindeutig belegt, dass sich die Welt immer weiter erwärmt. Allein im Jahr 2010 hat die Menge an Kohlendioxid in der Atmosphäre um 2,6 ppm (Teile pro Million) zugenommen und übersteigt somit den durchschnittlichen jährlichen Anstieg des CO2-Ausstoßes zwischen 1980 und 2010. Der Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen hat im letzten Jahr damit ein Rekordhoch erreicht.

Es sei damit durchaus nicht ausgeschlossen, dass große Veränderungen des Klimas wie steigende Feuchtigkeit in der Atmosphäre und höhere Temperaturen die letzten extremen Ereignisse wie die Überschwemmungen in Australien oder die Erdrutsche in Brasilien beeinflusst haben könnten. Forscher glauben mit Hilfe einer jüngst veröffentlichten Studie zum ersten Mal beweisen zu können, dass extreme Regenfälle durch den vom Menschen mitverschuldeten Klimawandel befördert wird.

Aus dem Klimabericht geht außerdem hervor, dass sich die 2010 und 2005 die Spitzenposition für das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen teilen. Auch die Eisschicht von Grönland ist im letzten Jahr stärker zurückgegangen als jemals zuvor. Die Studien zeigen dabei auf, dass durch die steigenden Temperaturen immer mehr Eis ins Meer stürzt und somit zu einer schnelleren Veränderung der Arktis beitragen, als dies im Rest der Welt der Fall ist.

Kann Schwefel den Klimawandel bremsen?

Die Erderwärmung hat in den vergangenen Jahrzehnten nicht so stark zu genommen, wie es die Berechnungen von Wissenschaftlern und Experten vermuten ließen. Zwar enthält die Atmosphäre immer mehr Kohlendioxid, aber die Temperaturen sind seit dem Jahr 2008 nicht gestiegen. Die Abgase aus den chinesischen Kohlekraftwerken spielen dabei eine besondere Rolle. Laut Forschern soll der Schwefel, der bei der Verbrennung der schmutzigen Kohle in China entsteht, dafür sorgen, dass der Treibhauseffekt gebremst wird.

Schwefel gegen Treibhausgase

Ausgerechnet das Schwellenland China, einer der größten Umweltsünder der Welt, hat das Klima abgekühlt. Die durch die Verbrennung von Kohle erzeugten Schwefelemissionen sind für die mysteriöse Paus im Klimawandel verantwortlich. Die globalen Durchschnittstemperaturen blieben zwischen 1998 und 2008 fast unverändert gleich. Doch der vom Menschen zu verursachte Treibhausgas-Ausstoß nahm in diesem Zeitraum sogar weiter zu. Für viele Wissenschaftler ist dieser scheinbare Widerspruch ein Grund dafür, warum die Öffentlichkeit dem Klimawandel immer mehr mit großer Skepsis gegenübersteht.

Dabei sind für Forscher drei Faktoren entscheiden, die den zeitweise Stillstand der weltweiten Erderwärmung ausgelöst haben:

1. Hoher Schwefelgas-Ausstoß durch die überproporional große Steigerung der Kohleverbrennung in China
2. Verringerung der Sonneneinstrahlung auf die Erde durch eine geringere solare Aktivität.
3. Abkühlende Wirkung durch den La-Niña-Effekt im Pazifik

Chinas Energiehunger

Chinas steigendes Wirtschaftswachstum sorgt für den enorm gestiegenen Energiehunger des Landes. Vor allem der Verbrauch von fossilen Brennstoffen ist Umweltschützern ein Dorn im Auge. Eine aktuelle Analyse von Klimaforschern ergab, dass China in den Jahren 2003 bis 2007 seinen Kohleverbrauch verdoppelt hat, wohingegen diese Verdoppelung von 1980 bis 2002 noch ganze 22 Jahre gedauert hat.

Durch die Verbrennung von Kohle werden nicht nur Treibhausgase wie Kohlendioxid freigesetzt, sondern es entstehen auch Schwefelgase, die derzeit so abkühlend auf die Atmosphäre zu wirken scheinen. Die winzigen Schwebeteilchen sorgen dafür, dass das einfallende Sonnenlicht ins Weltall zurückgeworfen wird.

Es sind auch zwei natürliche Klimafaktoren für die Verlangsammerung der Erderwärmung auszumachen. Die in einem Zyklus von elf Jahren schwankende Sonnenaktivität hat ab 2002 nachgelassen. Dadurch lieferte die Sonne 0,18 W/m2 weniger Strahlungsenergie als zuvor. Verstärkt wurde dieser Trend durch eine regionale Abkühlung über dem Pazifik, durch den sogenannten La-Niña-Effekt.

Dennoch ist keine Entwarnung zu geben. Der Klimawandel ist in vollem Gange und wenn die Sonne ihre solare Pause eines Tages wieder beendet und China weiterhin ohne Skrupel zur Umweltverschmutzung beiträgt, könnte der Erde eine Periode von besonders schneller Erwärmung bevorstehen.

Ist der Klimawandel Ursache für das Wetter-Phänomen der Leuchtwolken?

In den nächsten Wochen können Nachtschwärmer Zeuge eins ganz besonders seltenen Naturschauspiels am Himmel werden: Mit etwas Glück kann man an einer sternklaren Nacht leuchtende Wolken beobachten.

Besonders in den späten Abend- und frühen Morgenstunden und unter Vorausstzung einer sternklaren Nacht, kann man sich die nachtleuchtenden Woken ansehen. Das Phänomen dieser besonderen Wolkenart – auch „noctilucent clouds“ genannt – kommt in unseren Breitengraden allerdings nur im Sommer vor.

Leuchtende Wolken durch angeleuchtete Eiskristalle

Die Wolken bilden sich in einer Höhe von etwa 85 Kilometern und damit weit über der normalen Wolkendecke. Dadurch befinden sie sich so weit oben in der Atmosphäre, dass sie die Eiskristalle in den Wolkengebilden die ganze Nacht von der Sonne angeleuchtet werden. Normale Wolken befinden sich in Deutschland auf einer Höhe von bis zu zwölf Kilometern, wohingegen sich die leuchtenden Wolken fast an der Grenze zum Weltraum befinden. Uns erscheinen daraufhin die leuchtenden Wolken.

Klimawandel gilt als Ursache für Wolken-Phänomen

Zum ersten Mal wurden nachtleuchtende Wolken schon im Jahr 1885 dokumentiert. Mittlerweile sind sie häufiger zu sehen als noch vor 20 Jahren. Deswegen vermuten einige Meteorologen und Forscher, dass das Phänomen der Leuchtwolken mit dem Klimawandel zusammenhängt. Der in den vergangenen Jahren gestiegende Methangehalt in der Atmosphäre könnte ein Grund dafür sein. Ein anderer könnte auch die durch den Klimawandel verursachte Abkühlung der sogenannten Mesosphäre in 85 Kilometern Höhe sein.

In ganz Deuschland sollen von Sonntag auf Montag die Wolken auflockern, so dass Nachtschwärmer das Phänomen der Leuchtwolken in einem Zeitraum um Mitternacht und in den frühen Morgenstunden sehen können!