Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Energiesektor am Beispiel der Windenergie

Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Seminararbeit eines Klimawandel-Global.de Lesers von der Ludwig-Maximialians-Universität (LMU) München vor. Um die Übersichtlichkeit zu wahren, haben wir die Seminararbeit in 5 Teile (Gliederung siehe unten) aufgeteilt.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Energiesektor – Ein Überblick aus ökonomischer Perspektive am Beispiel der Windenergie

1. Einleitung

„Die durch den Menschen herbeigeführten Klimaänderungen sind ein Jahrhundert- und Weltproblem.“ Das Klima auf der Erde ist ständiger Veränderung unterworfen. Sowohl natürliche Schwankungen als auch der durch den Menschen verursachte Klimawandel sind nicht mehr bloß wissenschaftliche Hypothesen sondern erwiesene Tatsachen. / Die seit dem Zeitalter der Industrialisierung eingesetzte globale Erderwärmung hängt zu großen Teilen mit dem Verbrennen fossiler Rohstoffe und der damit verbunden Freisetzung des Treibhausgases Kohlendioxid zusammen, die seit Jahrzehnten zur Energiegewinnung verbrannt werden. Der anthropogene – also vom Mensch geschaffene – Klimawandel wird durch das fortschreitende Verbrauchen fossiler Energieträger vorangetrieben, da nach wie vor ein Großteil der Energieversorgung weltweit auf diese Art und Weise gesichert wird. Somit ist der Energiesektor ein wesentlicher Mitverursacher des anthropogenen Klimawandels und wird von den zukünftigen Auswirkungen der globalen Erwärmung besonders stark betroffen sein.

Im Jahr 2007 wurden in Deutschland 91,5 Prozent des Endenergieverbrauchs durch fossile Energieträgern gedeckt. Lediglich 8,5 Prozent entstammen aus erneuerbaren Energien. Erklärtes Ziel vieler industrialisierter Länder ist die Anhebung des Anteils der erneuerbaren Energien am Gesamtenergiemix. Der Energiesektor steht durch den fortschreitenden Klimawandel an einem entscheidenden Punkt, in dem ein Paradigmenwechsel weg von fossilen hin zu erneuerbaren Energien stattfinden wird.

Lesen Sie auch die weiteren Teile der Arbeit „Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Energiesektor“:

 

Offshore Windkraftanlagen in der Nordsee als Energielieferant der Zukunft

Windenergie gilt nicht nur als ausgesprochen umweltschonend, auch arbeiten moderne Windräder mittlerweile sehr rentabel. Windkraftanlagen auf dem Festland sind weit verbreitet, in manchen Gegenden wird der Platz inzwischen knapp. Offshore Windkraftanlagen könnten das Platzproblem lösen und versprechen eine bis zu 40 Prozent höhere Energieausbeute.

Europaweit existieren bereits 25 Offshore Windparks. Auch hierzulande plant man den Einstieg und so sollen in den nächsten 20 Jahren 30 Offshore-Windparks in Deutschland entstehen (wir berichteten).

Nach den Ergebnissen einer kürzlich veröffentlichten Studie von Greenpeace ein durchaus rentables Unterfangen, können so in den nächsten 20 Jahren bis zu 71 Millionen Haushalte mit regenerativer Energie versorgt werden.

Offshore soll im Grundkonzept zu Erneuerbaren Energien eine große Rolle spielen. Auch in Deutschland steht mit dem Windpark Alpha Ventus vor Borkum schon das erste Projekt in den Startlöchern.
Durch die Nutzung der Windenergie in der Nordsee können wir den Bau von etwa 40 Atom- oder Kohlekraftwerken in Europa vermeiden, so Böhling (Energieexperte bei Greenpeace). Auch die EU-Kommission arbeitet derzeit an einem Aktionsplan zur Offshore-Windenergie.Das neue Konzept von Greenpeace sieht ein Verbundnetz von Offshore Parks vor, das sich über die sieben Nordsee-Anrainerstaaten Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Belgien, Niederlande, Dänemark und Norwegen erstrecken soll.

Das Netz wird in die übrige Stromversorgung integriert. So können windschwächere Perioden durch andere Energiequellen ausgeglichen werden, beispielsweise durch die Wasserkraft in Norwegen.

Insgesamt soll die Netzlänge etwa 6200 Kilometer betragen. Die Kosten werden sich dabei auf 15 bis 20 Milliarden Euro belaufen. Gemessen an der gewonnenen Strommenge ist dies jedoch relativ gering.

Die Anrainerstaaten sind nun zu einer engen Zusammenarbeit aufgerufen. Nur so kann ein ertragfähiges Stromnetz entstehen, das auch einen intensiven Stromhandel innerhalb der Länder ermöglicht.

Quelle: Greenpeace.de

Die Zusammenfassung der Studie „(R)Evolution des Stromnetzes in der Nordsee“ von Greenpeace gibt es hier (PDF).

Klimaschutz in Deutschland – Deutscher Klimaschutzpreis 2008 geht an die Unternehmensgruppe juwi

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat die in Rheinland-Pfalz ansässige juwi-Gruppe mit den Deutschen Klimaschutzpreis 2008 ausgezeichnet. Das Unternehmen aus Wörrstadt ist einer der weltweit führenden Projektentwickler von Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen.

Hauptgrund der Ehrung mit dem Klimaschutzpreis 2008 ist der im Juli 2008 eingeweihte Büroneubau, welcher aktuellste nachhaltige Energiekonzepte effektiv umsetzt.

Das in moderner Holzbauweise errichtete Gebäude dient als Unternehmenszentrale und ist das momentan energieeffizienteste Bürogebäude der Welt. Realisiert wurde der Bau von der GriffnerHaus AG, ein auf energieeffiziente Holzhäuser spezialisiertes Unternehmen aus Österreich.

Im Grußwort von DUH-Geschäftsführer Rainer Baake wird der ganzheitliche Klimaschutzansatz des Unternehmens besonders hervorgehoben. Abgesehen vom Geschäftsfeld unterstreicht ein solcher Bürokomplex die Glaubwürdigkeit eines im regenerativen Energiesektor operierenden Unternehmens noch zusätzlich.

Vermutlich spielen Marketingaspekte bei der Entscheidung für ein solches Bauwerk auch eine Rolle. Die Tatsache der Unplanbarkeit einer derartigen Auszeichnung rückt das ganze aber doch ins rechte Licht.

Wir sagen: Daumen hoch, davon können sich andere Unternehmen eine Scheibe abschneiden.

Klimawandel in der Arktis 2008 – Eisfläche der Arktis auf zweitniedrigstem Stand

Jeden Sommer schrumpft die Eisfläche der Arktis aufgrund der milderen Temperaturen. Sobald die Tage wieder kürzer werden, friert mehr Wasser sodass die Eismasse wieder zunimmt.

Die Bilanz dieses Sommers ist ernüchternd. Die Fläche der Arktis ist auf den zweitniedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenvermessungen im Jahr 1979. Zwar ist die gemessene Fläche der Arktis knapp größer als im Vorjahr (wir berichteten), dennoch kann von einer Besserung der Situation keine Rede sein.

Das Wetterphänomen „La Nina“ hat diesen Sommer weite Teile der Meere deutlich abgekühlt und somit die Eisschmelze etwas entschleunigt. Nach Vermutungen von Forschern wäre die Fläche ohne diese spezielle Situation auf ein neues Rekordniveau geschrumpft.

Temporär waren dieses Jahr sogar Nordost- und Nordwestpassage gleichzeitig eisfrei. Auf Dauer, so sind sich Spezialisten einig, wird der Nordpol im Sommer komplett eisfrei sein. Die nächsten Jahre werden dann weitere Gewissheit bringen.

Kurzfilm zum Thema Globale Erwärmung – Reaktionen im Tierreich

Die portugiesische Naturschutz-Organisation Quercus hat einen technisch hervorragenden Kurzfilm zum Thema Globale Erwärmung produzieren lassen. Unter dem Motto „Se nos desistirmos, eles desistem“ (Wenn wir aufgeben, dann geben sie auch auf) werden drei Tiere mit ihrer Reaktion auf den Klimawandel porträtiert. Wer nah am Wasser gebaut ist, möge sich entsprechend vorbereiten.

Wenn ein Affe, ein Känguruh und ein Eisbär das tun, was man sonst nur Lemmingen zuschreibt, dann ist dies vielleicht als kontrovers zu bezeichnen, rüttelt allerdings auch mit Sicherheit am Gemüt der Zuschauer. Schließlich berührt ein mit menschlichen Gesten ausgestattetes Tier die Menschen oft mehr als wenn man für diesselbe Szene einen Menschen zeigt.

Schöner Kurzfilm und ein Grund zum nachdenken…

World Overshoot Day – Der Raubbau an der Natur 2008 hat begonnen

Am gestrigen Dienstag, 23. September 2008, war es soweit: Der so genannte World Overshoot Day hat stattgefunden. Hinter dieser sprachlichen Konstruktion versteckt sich der Tag im Jahr, in dem die Menge der durch den Menschen verbrauchten Ressourcen dem entspricht, was der Planet Erde pro Jahr durch die Erneuerung von ökologischen Kapazitäten zur Verfügung stellt. Berechnet wird dies durch das Global Footprint Network über den so genannten „ökologischen Fußabdruck“, d.h. dem Bedarf an Ressourcen der Menschheit.

1986 gab es den World Overshoot Day noch gar nicht, ein Jahrzehnt später war es Mitte November soweit, im Jahr 2008 sind wir erstmals im September angekommen. Klar ist: Die Menschheit lebt weit über die Verhältnisse des Planeten und sorgt dadurch für die Zerstörung von Ökoystemen. Durch das wirtschaftliche Wachstum in Industriestaaten wie auch Entwicklungsländern und den damit verbundenen immer weiter erhöhten Ressourcenverbrauch braucht man darüber hinaus kein Prophet sein, um für die nächsten Jahre einen immer früheren Zeitpunkt für den Stichtag des World Overshoot Day vorherzusagen.

Wenn man nun in diese Betrachtung noch einbezieht, dass der Ressourcenverbrauch der meisten Menschen in Entwicklungsländern weit unterhalb des über die gesamte Menschheit berechneten Mittelwert liegt, kann man das Ungleichgewicht im Umgang mit Ressourcen erahnen, der in den Industrieländern vorherrscht. Ohne einen Kurswechsel hin zu einem nachhaltigen und den Kapazitäten der Ökoysteme angepassten Konsum werden die ökologischen und ökonomischen Grundlagen des Überlebens sukzessive zerstört. Zunächst wird die Natur leiden, dann der Mensch.

Neue Klimawandel Studie – CO2 Ausstoß auf Rekordniveau gestiegen

Eine Hiobsbotschaft für alle Klimaschützer durchzieht die weltweiten Medien: Der Klimawandel soll trotz aller Bemühungen für den Klimaschutz unaufhaltbar voranschreiten. Der weltweite CO2-Ausstoß ist im vergangenen Jahr weiter angestiegen.

Wissenschaftler des weltweit forschenden „Global Carbon Projects“ (GCP) berichten, dass der CO2-Ausstoß seit Jahrtausendwende vier Mal schneller gestiegen ist als im Jahrzehnt davor. Damit liegt die Zuwachsrate weit über den negativsten Szenarien des Weltklimarats IPCC.

Die kürzlich veröffentlichte Studie wurde von einem achtköpfigen Forscherteam angefertigt und basiert auf Daten der Uno und des Erdölkonzerns BP. Kern der Erkentnisse ist, dass die aktuelle CO2 Konzentration die höchste in den vergangenen 650.000 Jahren ist.

Edit: Auf Nachfrage eines Lesers haben wir ein Diagramm beigefügt, das den Temperaturanstieg seit 1860 dem Anstieg derr CO2-Konzentration gegenüberstellt.

co2-vs-temperatur.jpgTemperaturanstieg der Erde in Abhängikeit der CO2-Konzentration.

 

Wortbruch: Grüne verlieren an Glaubwürdigkeit wegen Kohlekraftwerk in Hamburg Moorburg

Dieser Tage wird der Fall des geplanten Kohlekraftwerks in Hamburg Moorburg in vielen Medien thematisiert. Es steht fast fest, dass das neue Kohlekraftwerk trotz massiver Proteste und Widerstände dennoch gebaut wird. Während die CDU damit relativ wenig Probleme haben wird, bedeutet der Bau für die regierenden Gründen jedoch, dass sie potenziell an Glaubwürdigkeit verlieren könnten. Die Wähler könnten dies als Wortbruch interpretieren.

Dabei haben die Grünen an dieser Misere selber Schuld. Während ihres Wahlkampfes gingen sie relativ aggressiv vor und kämpften mit Plakatsprüchen wie etwa „Kohle von Beust“. Die Hamburger Umweltsenatorin Anja Hajduk wird sich nun aber eingestehen müssen, dass sie die Genehmigung des Kohlekraftwerks Moorburg nicht aufhalten konnte.

Es bleibt abzuwarten, wie die Wähler und Bürger in Hamburg auf die nicht gehaltenen Wahlversprechen reagieren werden. Auch die Geduld der Grünen Basis könnte irgendwann erschöpft sein.

1500 Sprühroboter Schiffe sollen Wolken manipulieren & Erderwärmung stoppen

Wenn es nach einem findigen britischen Wissenschaftler gehen soll, dann wird zukünftig eine Flotto von 1500 Sprühroboter-Schiffen die Erderwärmung stoppen. Die dazu notwendige Technik beruht ursprünglich auf der Idee eines deutschen Erfinders und soll kontinuierlich Meerwasser in Form von Tropfen in die Atmosspähre zerstäuben.

Sprühroboter

Die Salzwassertröpfchen die von den unbemannten Roboterschiffen in die Luft abgegeben werden sollen, dienen als Kondensationskeime, die die Wolken über den Ozeanen so hell wie möglich machen sollen. Durch die Aufhellung der Wolken soll sich ihr Reflektionsvermögen für Sonnenstrahlen erhöhen und so signifikant weniger Wärme durch Sonnenstrahlen an die Meeresoberfläche ankommen. Laut dem Forscherteam soll sich die Erde so langsamer aufheizen und der Klimawandel im Idealfall zum Stoppen gebracht. Was in der Theorie sehr vielversprechend klingt, könnte in der Praxis jedoch Probleme aufwerfen.

Die vollkommenden ohne Mannschaft auskommenden Schiffe sollen so in Zukunft abseits der Hauptschifffahrtsrouten zum Einsatz kommen, jedoch nicht nur regional sondernverteilt über die Weltmeere. Die globale Steuerung der Geisterschiffe soll zukünftig ein zentraler Steuercomputer übernehmen.

Bei all den vielsprechenden neuen Ansätzen sollte dennoch nicht vergessen werden, dass sich gewisse Gefahre ergeben könnten. Geo-Engineering – also der gesteuerte Eingriff in das komplexe System Erde – sollte nicht vorgenommen werden, ohne dass man absolut sicher ist es verstanden zu haben. Gerade deshalb müsse man Geo-Engineering ja intensiv erforschen.

Weitreichende Eingriffe ins Klima könnten auch ein gänzlich falsches Signal senden, dass wie eine Aufforderung zu riskantem Verhalten bzgl. des Klimaschutzes wirken könnten. Als Reaktion auf eine CO2-reduzierende Innovation wie sie die Sprühroboter sind, könnten Industrieländer ungeniert noch mehr CO2 in die Atmosphäre abgeben. Im Spiegel Online Interview fürchtet Ken Caldeira von der Carnegie Institution of Washington in Stanford etwa: „Am Ende landen wir bei viel CO2 und viel Geo-Engineering“.