Global Energy Institute Berlin: Private Energie Hochschule Berlin gescheitert

Wenn man einem Bericht auf Spiegel Online Vertrauen schenken darf, steht die private Energie Hochschule Berlin (Global Energy Institute Berlin) vor dem Aus, noch bevor es eigentlich richtig losgehen konnte. Das innovative Projekt hat zum Ziel, Studenten zu Energiegestaltern für Führungspositionen in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik auszubilden. Das Global Energy Institute Berlin sollte durch den Staat und die Energiewirtschaft finanziert werden. In Planung waren bisher ganze drei Masterstudiengänge für insgesamt 500 Studenten, die von 15 Professoren betreut werden sollten.

In Berlin sollen künftig Energieexperten an einer privaten Universität ausgebildet werden. Global Energy Insitiute soll diese heißen und von einer privaten Stiftung und Sponsoren aus der Automobil- und der Energiebranche finanziert werden. Als Standort ist das Gasometer in Schöneberg im Gespräch.

Nun haben sich die Initiatoren des Vorhabens mit dem Eigentümer des Schöneberger Gasometer über Details des Mietvertrags zerstritten. Erschwerend hinzu kommt, dass die fördernden Gesellschaften (Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft) nicht die Leitung des Projektes übernehmen wollen.

Sowohl das Außenministerium als auch das Forschungs- und Umweltministerium trieben das Projekt bis dato voran, in der Hoffnung hoch qualifizierte Führungskräfte für den Energiesektor auszubilden.

Wollen wir hoffen, dass sich alle Beteiligte besinnen und es doch noch zu einer Einigung kommt. Ein solches Projekt darf nicht scheitern.

Finanzkrise vs. Klimakrise – Rettung der Banken ja, Rettung der Erde nein

Die globale Finanzkrise hat es geschafft, nun endlich auch mit voller Wucht in Deutschland anzukommen. Binnen weniger Wochen wurden Rettungspakete für kriselnde Banken und andere Finanzdienstleister geschnürt, deren offene Rechnungen letzten Endes der Steuerzahler zu berappen hat. Prompt wird die große Koalition für ihre Handlungsfähigkeit gelobt und so ganz nebenbei die Unterstützung eines äußerst fragwürdigen Systems von privatisierten Gewinnen und verstaatlichten Verlusten in den Hintergrund geschoben. Jenseits der nationalen Grenzen ähneln sich die Bilder, sodass auch vormals undenkbare global konzertierte Hauruck-Rettungsaktionen ermöglicht wurden.

An anderen weltweiten Krisenherden bleiben solch global orientierte Vorgehensweise vorerst Utopie. Wenngleich die Klimakrise ungleich mehr ökologische wie ökonomische Schäden verursachen wird (bzw. bereits verursachtet) als die aktuelle Finanzkrise, wird weiter direkt in Richtung des Zusammenbruchs der Ökosysteme gelebt.

Einen sehr empfehlenswerten Bericht hierzu liefert Alex Rühle auf den Seiten der Süddeutschen Zeitung: Warum retten wir nicht unsere Erde?

2 Lesermeinungen

Christian meint:

Es wird eben erst dann etwas geschehen, wenn die ersten Auswirkungen auch in Europa und den USA spürbar sind. Dass man jetzt noch viel mehr tun und schlimmeres verhindern könnte, interessiert leider nicht. Auch die gegenwärtige „Subprime“-Krise auf dem Bankenmarkt hätte man schon vor Jahren Stück für Stück auffangen können – aber solange es keine Konsequenzen gab und sich noch gut Geld verdienen ließ, wurde weitergemacht. Ähnlich sieht es auch mit unserem Ökosystem aus – von daher sehe ich zwischen Bankenkrise und Klimakrise eher Parallelen als Unterschiede…

jens meint:

Stimme mit dem o.g. überein.Solange es uns allen noch „gut geht“. Jeder denkt in erster Linie nur an sich und versucht, seinen derzeitigen Lebensstandard zu halten
und zu verteidigen.Diese Einstellung wird uns jedoch allen zum Verhängnis werden(wie die 3 Affen – nichts hören, nichts sehen, nichts sagen). Ich würde gerne etwas in Sachen Tier-und Umweltschutz unternehmen, weiss jedoch nicht an wen oder was ich mich wenden muss(vielleicht auch ein bisschen Bequemlichkeit dabei!). Unser Planet ist so einzigartig und schön und wir treten ihn mit Füssen. Es muss endlich etwas geschehen.
Diejenigen, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, und uns ihre Vorstellungen versuchen aufzuzwingen, haben mit Klimaschutz und der Rettung des Ökosystems herzlich wenig am Hut. Sie versuchen vielmehr eine vielleicht sogar gesteuerte Finanzkrise, deren Folge noch gar nicht absehbar sind,zu ihren Vorteilen auszunutzen,
und ihre Macht und Einfluss mehr und mehr auszubauen( „New World Order“).Da diese hochgestellten Persönlichkeiten ja scheinbar
kein Interesse an der Rettung unseres Planeten haben, muss man selbst aktiv werden.
Vielleicht hat jemand eine Idee, inwieweit man sich bei dieser Aufgabe einsetzen bzw. nützlich machen kann.

Vereinigung von Photovoltaik und Solarthermie – Hybridkollektoren zur Gewinnung von Wärme und Strom

Die staatliche Förderung von Solaranlagen hat dafür gesorgt, dass sich Hersteller dieser Anlagen seit Jahren über volle Auftragsbücher freuen können und heutzutage unzählige Hausdächer mit ebendiesen Anlagen verziert werden. Das so genannte Marktanreizprogramm der Bundesregierung sorgt zwar mancherorts angesichts der damit verbundenen hohen Kosten für Kopfschmerzen, kann jedoch aus ökologischer Sicht als einer von vielen Schritten hin zu einer Energiewende angesehen werden. In den meisten Fällen verdient man damit nicht gerade einen Schönheitspreis, hat jedoch einen Beitrag zu einem guten Gewissen geleistet.

Auf den Dächern wird die Kraft der Sonne zum einen mittels Photovoltaik-Anlagen zur Produktion von Strom verwendet (zum Eigenbedarf oder zur Einspeisung ins Stromnetz), zum anderen wird in Solarthermie-Anlagen Wärme für Warmwasser oder die Heizungsanlage gewonnen. Man könnte nun meinen, dass bei der Nutzung der Sonnenenergie mehr gleich mehr ist. Sprich: je mehr und je intensiver die Sonneneinstrahlung, desto mehr Strom wird auch von den Photovoltaik-Modulen erzeugt. Allerdings stimmt diese Annahme nicht, da ähnlich wie für viele andere Materialen auch für Solarzellen gilt, dass es eine maximale Temperatur gibt, welche beim Überschreiten zu einer Senkung des optimalen Wirkungsgrads führt, d.h. es wird dann weniger Strom produziert.

Naheliegend wäre es also, die beiden Techniken Photovoltaik und Solarthermie zu kombinieren und in eine einzige Anlage zu integrieren. Die „überhitzten“ Solarzellen könnten durch kaltes Wasser abgekühlt werden und somit weiterhin auf bestmöglichem Niveau Energie produzieren. Das Wasser wird dann in erwärmter Form wieder dem häuslichen Kreislauf zugeführt. Was zunächst simpel und plausibel klingt, stellt Ingenieure bei der Enwicklung einer serienreifen Anwendung jahrelang vor große Schwierigkeiten, sodass sich auf vielen Dächern sowohl Photovoltaik- als auch Solarthermie-Einheiten tummeln.

Mittlerweile sind allerdings integrierte Photovoltaik-/Solarthermie-Anlagen technisch möglich und werden sogar bereits in Serie produziert. Ermöglicht wird dies durch einen Kollektor, der Energie aus den verschiedenen Spektren des Sonnenlichts gewinnt: das sichtbare Lichtspektrum für die Photovoltaik sowie das Infrarotspektrum für die Solarthermie. Zusätzlich existiert ein Kühlsystem, dass die Aufheizung der Photovoltaik-Module stoppt.

Durch den Einsatz hybrider Systeme zur Vereinigung von Solarthermie und Photovoltaik werden von den Anbietern signifikante Effizienzsteigerungen bei der Nutzung der Kraft der Sonne versprochen. Von der Platzersparnis auf dem Hausdach mal ganz zu schweigen. 🙂

Living Planet Report 2008 – WWF Studie warnt vor globalem Raubbau

Der Living Planet Report des WWF wird alle zwei Jahre verüffentlicht und gilt als eine der bedeutendsten Studien über den Zustand unserer Erde. Seit der letzten Veröffentlichung im Jahr 2006 hat sich das Ergebnis dramatisch verschlechtert. Nach den Ergebnissen der Studie bräuchte die Menschheit bei gleichbleibendem Verbrauch der natürlichen Ressourcen bis zum Jahr 2035 zwei Erden, um den Bedarf der Menschheit an Nahrung, Energie und Fläche zu decken. Demzufolge hat sich der Zustand unseres Planeten verglichen mit den Ergebnissen des letzten Reports 2006 drastisch verschlechtert.

Hauptgründe dafür sind vor allem weiter ansteigender Ressourcenverbrauch, Umweltverschmutzung, Überfischung der Weltmeere, Abholzung von Waldflächen und der Klimawandel.

Die Konsequenzen sind verheerend:

  • Zerstörung von Ökosystemen zu Land, zu Wasser und in der Luft
  • Aussterben von Tierarten
  • zunehmender Wassermangel
  • Nahrungsmittel- und Ressourcenverknappung
  • Zunahme von Naturkatastrophen

Experten des WWF warnen vor einer globalen ökologischen und ökonimischen Krise, welche früher oder später das Wohlergehen und die Entwicklung ganzer Nationen beeinträchtigen wird.

Dem Bericht liegen zwei Parameter zugrunde, die die Veränderungen der weltweiten Biodiversität und des menschlichen Konsums untersuchen: Während der „Living Planet Index“ ähnlich einem Aktienkurs den Zustand der Ökosysteme unserer Erde widerspiegelt, zeigt der „Ökologische Fußabdruck“ den Umfang der Beanspruchung dieser Systeme durch den Menschen an. Der „Living Planet Index“ der globalen Biodiversität wird an den Beständen von 1.686 Wirbeltierarten in aller Welt gemessen. Er hat sich in den letzten 35 Jahren um fast ein Drittel verschlechtert. Während die Abnahme in manchen gemäßigten Zonen ein Ende gefunden hat, zeigt der gesamte Index weiterhin einen rasanten Absturz.
Bezüglich des „Fußabdrucks“ stellt der Report fest, dass die Menschheit die weltweiten Ressourcen immer schneller aufbraucht, als sie erneuert werden können. Geht die Entwicklung weiter wie bisher, würden im Jahr 2035 rechnerisch zwei Planeten benötigt, um die Bedürfnisse der Menschheit zu befriedigen. Der Report 2006 hatte dafür noch mit einem Zeitraum bis zum Jahr 2050 gerechnet.„Wir übersteigen mit unserem Konsum die vorhandenen Möglichkeiten um ein Drittel“, so Christoph Heinrich. „Wir nehmen ökologische Schulden auf, indem wir uns über die Grenzen hinwegsetzen. Dadurch untergraben wir die Stabilität der Lebensräume und gefährden letztendlich unser eigenes Wohlergehen. Denn jede Schuld muss irgendwann mit Zinsen zurückgezahlt werden – auch bei der Natur“.

Quelle: WWF

Im internationalen Vergleich belegt Deutschland in der Rangliste der „größten ökologischen Fußabdrücke“ den 30. Platz und liegt damit deutlich über dem globalen Mittelwert. Die Tatsache, dass Nationen wie beispielsweise Großbritannien, Frankreich oder Österreich eine schlechtere ökologische Bilanz haben, tröstet nur wenig.

Die komplete Studie WWF Living Planet Report 2008 finden Interessierte in deutscher Übersetzung hinter folgendem Link.

Ansteigender Meeresspiegel – Malediven sparen für neue Heimat

Laut aktuellen Berechnungen von Uno-Klimaexperten wird der Meeresspiegel in den nächsten 90 Jahren um bis zu 60 Zentimeter ansteigen. Grund ist das Abschmelzen der Eismassen in den Polarregionen verursacht durch den Klimawandel.

Diese besorgniserregende Situation lässt vor allem die kleinen Inselstaaten aufhorchen. Nachdem mehrere Inselstaaten bereits vergangenes Jahr die mangelnde Einsatzbereitschaft der Weltgemeinschaft im Kampf gegen den Klimawandel kritisierten (wir berichteten), geht die Angelegenheit in die nächste Runde. Der frisch gewählte Präsident des Inselstaates der Malediven hat sich zu Plänen zur Umsiedlung der gesamten Nation geäußert.

Die Inseln der Malediven erheben sich an den höchsten Stellen nur wenige Meter aus dem Meer. Selbst ein geringer Anstieg des Meeresspiegels hätte so fatale Folgen.

Machtlos gegenüber der globalen Klimaproblematik wurde ein erster Notfallplan bekannt: Dem Malidivischen Präsidenten Mohammed Nasheed zufolge sollen in kommenden Jahren Anteile der Einnahmen aus dem Tourismus zum Erwerb einer Ersatzheimat angespart werden.

Die Destination des Exodus steht noch nicht fest. Dabei wird es sicherlich kein leichtes Unterfangen, 385 000 Einwohner in einem fremden Land unterzubringen. Ganz zu schweigen von den wirtschaftlichen Konsequenzen – der Großteil der Landesbevölkerung lebt von Tourismus und Fischfang.

Deutschland erreicht Klimaschutz-Ziele vorzeitig – Kyoto-Vorgaben für 2012 bereits umgesetzt

Deutschland hat die im Kyoto-Protokoll festgelegten Ziele zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen vorzeitig erfüllt. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge sind die CO2-Emissionen in Deutschland im Jahr 2007 im Vergleich zu 1990 um 22,4 Prozent gesunken. Das Blatt bezieht sich auf Daten aus dem „nationalen Treibhausgasinventar“-Bericht der Regierung.

Der Ausbau von erneuerbaren Energien spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Hauptgründe für diese vermeintlich positive Entwicklung sind vor allem der milde Winter 2006/2007 sowie statistische Effekte.

Demnach hat die Erhöhung der Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel 06/07 viele Bundesbürger animiert, Heizöl noch vorher einzukaufen. Da die Berechnung der Emissionen auf der Menge der eingesetzten Brennstoffe basiert, haben sich diese Käufe in der CO2-Bilanz des Jahres 2006 niedergeschlagen. Weitere Einsparungen stammen aus privaten Haushalten, welche durch ein seit Jahren bewussteres Heizverhalten deutlich zur CO2-Reduktion beitragen; ähnliche Entwicklungen sind im Strassenverkehr zu beobachten. Die Ursache hierfür liegt nicht in steigender Energieeffizienz begründet, vielmehr sind steigende Rohstoffpreise für den Rückgang verantwortlich.

Die deutschen Kraftwerke hingegen haben 2007 sogar mehr CO2 emitiert als im Vorjahr. Gestiegene Gaspreise ließen sie vermehrt auf Kohle als Brennstoff ausweichen. Auch wurden zeitweise bis zu fünf Atomkraftwerke vom Netz genommen, der drohende Energieengpass musste dann mit Kohlekraftwerken überbrückt werden.

Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einer etwas schlechteren CO2-Bilanz als 2007, doch sollen auch heuer die Kyoto-Vorgaben knapp eingehalten werden.

Eine deutlich größere Hürde wird das Ziel der Bundesregierung, eine Reduktion des CO2-Ausstoß um 40 Prozent bis 2020 zu verwirklichen. Der Schlüssel zum Erfolg dazu liegt vermutlich fernab jeglicher statistischen Effekte.

Bilanz Naturkatastrophen & Klimawandel 2008: Kosten / Finanzielle Auswirkungen & Opferzahlen

220.000 Tote und Sachschäden in Höhe von 200 Mrd. US-Dollar machen das abgelaufene Jahr 2008 zu einem der schlimmsten Katastrophenjahre der Geschichte. Wie die Münchener Rück mitteilte, habe es nur 2005 (Folgen des Tsunami in Südostasien; Hurrikan „Katrina“ in den USA) sowie 1995 (Erdbeben in Kobe, Japan) eine höhere Schadenssumme gegeben. Besonders der Sturm „Nargis“ in Birma, bei dem mehr als 135.000 Menschen ums Leben kamen, und das Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan, das einen Schaden von 85 Mrd. US-Dollar anrichtete, werden als Katastrophen des Jahres 2008 in trauriger Erinnerung bleiben. Deutlich wird, dass bei Naturkatastrophen in Entwicklungsländern insbesondere Menschen zu Schaden kommen, während in den Industrienationen vor allem Sachgüter betroffen sind. Insgesamt ergibt sich aus der Bilanz auch eine sehr ungleiche globale Verteilung von Naturkatastrophen: Menschen in ärmeren Weltregionen sind häufiger und stärker betroffen als Menschen in wohlhabenderen Gegenden der Erde. Die besondere Stärke der Betroffenheit hängt mit den nur in sehr geringem Maße getroffenen Vorsorge- und Abwehrmaßnahmen zusammen, deren Finanzierung, etwa im Rahmen von Bauprojekten, oft nicht möglich ist, die erhöhte Häufigkeit hat geologische, meteorologische und klimatische Ursachen.

Die für Naturkatastrophen immer häufiger ursächlichen Wetterextreme stellt die Münchener Rück unterdessen in einen Zusammenhang mit den globalen klimatischen Veränderungen. Der Klimawandel trage mit großer Wahrscheinlichkeit dazu bei, den beobachteten Trend zu mehr Schadensereignissen und höheren Schadenssummen zu beschleunigen, so Torsten Jeworrek, Vorstandsmitglied der weltweit größten Rückversicherung. Daher dürfe die Wirtschaftskrise nicht dazu führen, den Klimaschutz aus den Augen zu verlieren. Die Münchener Rück, bei der sich Versicherungsgesellschaften ihrerseits versichern können, berücksichtigt im Rahmen ihrer Risikoanalyse zu den von ihr angebotenen Rückversicherungsmodellen seit einigen Jahren den Klimawandel als bedeutenden Faktor.

Zum Autor:

Josef Bordat, Dr. phil., Dipl.-Ing., M.A. – Mitglied des Katastrophennetzwerks „KatNet – Netzwerk zwischen Forschung und Praxis“ mit dem Arbeitsschwerpunkt „Philosophische und theologische Aspekte der Katastrophenthematik (naturphilosophische Deutungen, ethische Implikationen, moraltheologische Rezeption, Theodizeefrage) unter besonderer Berücksichtigung des Klimawandels“. Veröffentlichung: „Ethik in Zeiten des Klimawandels“. In: Voss, M. (Hrsg.) (2008): Der Klimawandel. Sozialwissenschaftliche Perspektiven. Wiesbaden. (i. V.)

Erneuerbare Energie im Fokus – Erdwärme aus der Tiefe

Neben Wind- und Sonnenenergie zählt Erdwärme zu den bundesweit beliebtesten erneuerbaren Energiequellen. Wärend die Nutzung von oberflächennaher Geothermie boomt – im Jahr 2007 wurden allein in Deutschland etwa 23.000 Wärmepumpen verkauft – steckt die energetische Verwendung von heißen Wasser tief aus dem Erdinneren noch in den Kinderschuhen.

In vielen Gegenden in Deutschland warten gigantische Vorkommen an Thermalwassers auf das Anzapfen. Strenggenommen sind diese Vorräte an Heißwasser begrenzt, doch rechnen Experten mit dem Versiegen dieser Quellen erst in rund 100.000 Jahren. Um an das heiße Nass zu kommen, muss hierzulande mehrere Kilometer tief gebohrt werden.

Momentan existieren deutschlandweit rund 30 große Geothermieanlagen, vier davon mit angeschlossenem Stromgenerator. Eines dieser Kombikraftwerke steht in Unterhaching bei München und wird mittels Erdwärme aus den tiefsten Geothermie-Bohrungen Deutschlands betrieben. Das Thermalwasser sprudelt dort aus 3.400 Meter Tiefe. Bis zu 30.000 Tonnen CO2 werden durch diese Anlage jedes Jahr eingespart.

Für die Nutzung von tiefer Geothermie bedarf es zweier Bohrungen, einer Förderbohrung und einer Reinjektionsbohrung. Über die Reinjektionsbohrung wurd das verbrauchte, abgekühlte Wasser zur Quelle zurückgeführt, um eine Absenkung des Grundwasservorrats zu vermeiden. Damit es zu keiner Abkühlung der Quelle durch Beimischung des rückgeführten Wassers kommt, muss ein Mindestabstand zwischen beiden Bohrungen von zwei Kilometer eingehalten werden.

Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Das aus Bohrloch A sprudelnde Thermalwasser gibt seine Wärmeenergie mittels Wärmetauscher an das Fernwärmenetz ab und fliesst über Bohrloch B zurück in das Erdinnere. Über das Fernwärmenetz wird die Wärmeenergie an angeschlossene Haushalte verteilt – eine kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Öl- oder Gasheizungen.

Die Nutzung von Tiefengeothermie ist hocheffizient und schont das Klima. Laut aktuellen Angaben des Bundesverbands Geothermie sind momentan etwa 150 Geothermieprojekte bundesweit in Planung. Für private Nutzer eine interessante Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen, unter der Vorraussetzung, dass eine entsprechende Anlage in Reichweite steht.

Als interessante Alternative steht die oberflächennahe Geothermie fast allen Haus- und Grundbesitzern problemlos zur Verfügung.

Folgen des Klimawandels in Ballungsräumen am Beispiel des Ruhrgebiet

Das BEW Bildungszentrum für die Entsorgungs- und Wasserwirtschaft in Essen veranstaltet am 4. Feburar eine Fachtagung zum Thema „Klimawandel in Ballungsräumen und dessen Folgen“. Gerne wollen wir unsere Leser auf diese interessante Veranstaltung hinweisen.

Es besteht kein Zweifel, das Klima der Erde wird sich schon in den kommenden Jahren spürbar verändern. Hitzewellen und Unwetter nehmen in Europa zu. Der Meeresspiegel steigt durch die abschmelzenden Gletscher. Die Risiken für Flutereignisse aber auch große
Trockenheiten häufen sich und sind verbunden mit Gefahren für unsere Biodiversität, für den Energiesektor und nicht zuletzt für die Gesundheit der Bevölkerung.Gleichzeitig stellen die Stadtbewohner hohe Ansprüche an ihre Lebensqualität. Entscheider in den Städten müssen diesen Herausforderungen begegnen. Welche
Strategien sind richtig und wichtig, um dem veränderten Klima in den Ballungsräumen zu begegnen und wie können diese Strategien in notwendige Entscheidungsprozesse
einfließen? Klimawandel ist kein Zukunftsthema sondern bereits heute von größter Relevanz! Nicht seine Auswirkungen in den nächsten 100 Jahren interessiert die Menschen,
sondern worauf müssen sich die jetzt und hier lebenden Generationen einstellen?!Die Fachtagung wird von Referenten begleitet, die eine außerordentlich hohe Reputation in Fachkreisen und darüber hinaus geniessen. Wir laden Sie ein, sich des Themas „Klimawandel in Ballungsräumen und dessen Folgen“ intensiv zu widmen,
um den hohen Lebenswert der Städte auch in Zukunft zu erhalten.

 

Das detaillierte Programm zur Fachtagung „Klimawandel in Ballungsräumen und dessen Folgen“ können Sie hier downloaden.

Staatliche Unterstützung für Entwicklung von CO2 Abtrennung & CO2 Speicherung

Schon seit geraumer Zeit wird an Möglichkeiten der CO2 Abtrennung und CO2 Speicherung geforscht, um die Stromerzeugung aus Kohle und Erdöl klimafreundlicher zu machen. Leider sind diese Forschungsvorhaben und die Entwicklung der dazugehörigen Technolgie sehr kompliziert und teuer. Aus diesem Grund fordern nun Energiekonzerne wie RWE staatliche Unterstützung.

Ein führender RWE Manager forderte nun vom Bund, er solle sich mit 6,5 Mrd. EUR am Aufbau einer Infrastruktur zur CO2 Abtrennung und CO2 Speicherung beteiligen. Schließlich wäre es nicht fair, wenn nur Infrastrukturprojekte wie der Aufbau eines DSL-Netzes durch das Konjunkturpaket gefördert werden würden.

Die Energiekonzerne versuchen inzwischen mit Greenwashing Aktionen das Problem der Stromherstellung aus Kohle in besserem Licht dastehen zu lassen. Durch die sogenannte CCS Technologie zur Abtrennung und unterirdischen Speicherung von CO2 wird versucht Kohlendioxid sicher im Boden einzuschließen, um die forschreitende Klimaerwärmung abzubremsen.

Die Wissenschaft sieht in der CCS Technologie durchaus eine Chance, die Klimaerwärmung zu verlangsamen, eine gewissen Portion Skepsis bleibt jedoch bzgl. der Greenwashing Bemühungen der Energiekonzerne vorhanden.