WWF Schweiz sucht die faulsten Ausrede zum Klimaschutz – Klima-Ausreden-Wettbwerb

Der World Wide Fund For Nature (WWF) zählt zu den größten international aktiv Naturschutzorganisationen. Das WWF-Logo mit dem Pandabär kennt wohl jeder. Die Schweizer Fraktion des WWF hat nun zu einer interessanten Aktion aufgerufen: Noch bis zum 18. September 2008 werden die faulsten Klima-Ausreden gesucht.

Die Ausreden folgen dabei einer sehr leicht einprägsamen Struktur mit zwei Sätzen. Der erste Satz muss beginnen mit „Ich würde ja sofort …“, der zweite Satz dann mit „Aber …“.

Einige Beispiele aus den mittlerweile über 1.000 Einsendungen, die es momentan in die Top 10 der am besten bewerteten Ausreden geschafft haben:

  • Ich würde ja sofort aufs Auto verzichten. Aber ohne Navi finde ich das Büro nicht.
  • Ich würde ja sofort mehr fürs Klima tun. Aber ich beziehe den Strom bereits ausschließlich aus der Steckdose.
  • Ich würde ja sofort mehr fürs Klima tun. Aber solange die Luftqualität in der Schweiz so gut ist, sehe ich keinen Handlungsbedarf.
  • Ich würde ja sofort etwas gegen die Klimaerwärmung tun. Aber ich mag Schnee nicht so.
  • Ich würde ja sofort ein sparsameres Auto kaufen. Aber ohne meinen Geländewagen komme ich nicht über die Temposchwellen.
  • Ich würde ja sofort Sonnenenergie nutzen. Aber ich bin ein Nachtmensch.

Wer einen eigenen Spruch beitragen möchte, kann dies auf der Seite des Ausreden-Wettbewerbs vom WWF Schweiz tun. Als Anreiz zur Teilnahme winken Sachpreise im Wert von rund 15.000 Franken (ca. 9.200 Euro). Teilnahmeberechtigt ist jeder, ein Ausschluss von Nicht-Schweizern ist nicht vorgesehen (zumindest habe ich nichts dergleichen in den AGBs gefunden).

Die sechs originellsten Ausreden werden im im Oktober auf Plakaten an verschiedenen Schweizer Bahnhöfen zu sehen sein und so einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

UN-Klimaverhandlungen in Accra (Ghana) – Pazifikforum schlägt Alarm

204 Nationen und damit so viele wie noch nie kämpfen noch einige Tage in Peking um olympische Medaillen. Weitere Rekorde bei der Zahl der teilnehmenden Nationen werden bei einem Fortschreiten des Klimawandels in absehbarer Zeit unmöglich sein, da zahlreiche Staaten in ihrer Existenz bedroht sind. Während in den Industrieländern die Folgen des Klimawandels vergleichsweise marginal sind, sieht die Realität für zahlreiche Kleinststaaten im Pazifik ganz anders aus.

Der steigende Meeresspiegel zwingt immer mehr Bewohner dazu, ihre Inseln zu verlassen. Manche Insel ist bereits vollständig vom Wasser verschluckt worden, auf vielen weiteren Inseln ziehen die Menschen landeinwärts. Auf diese Fakten möchte das 16 Staaten umfassende Pazifikforum anlässlich der UN-Klimaverhandlungen in der ghanaischen Hauptstadt Accra eindringlich hinweisen.

Die internationale Konferenz in Accra stellt einen weiteren Schritt in Richtung der nächsten großen UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 dar, auf der ein Nachfolger des Kyoto-Protokolls verabschiedet werden soll. Hauptthema in Accra ist die Einbindung von Schwellen- und Entwicklungsländern in die globalen Vereinbarungen zur Reduktion von Treibhausgasen.

Ökologischer und nachhaltiger Möbelkauf – Möbel aus Holz gegen den Klimawandel

Obwohl Themen wie Klimawandel und Klimaschutz in den Medien immer wieder angesprochen werden, mangelt es doch an vielen Stellen an der konkreten Umsetzung der Denkansätze in konkretes ökologisches und nachhaltiges Konsumieren. Ein gutes Beispiel aus dem Konsumgüterbereich hierfür liefert das Verhalten beim Möbelkauf.

Darum möchten wir zunächst Sie konkret fragen: Wann haben Sie beim letzten Besuch eines Einrichtungshauses an die ökologische Bilanz der ausgestellten Möbel gedacht? Macht es einen Unterschied, ob ein Möbelstück aus Holz oder Kunststoff ist? Ob die verarbeiteten Werkstoffe aus fossilen Rohstoffen oder aus nachwachsenden Rohstoffen stammen? Ob es aus Deutschland, Europa oder Übersee stammt? Oder ist das wesentliche Merkmal eines Produkts das Preisschild?

Bei aller „Geiz ist geil“ Mentalität sollte beim Möbelkauf auch immer auf die Ökobilanz eines Möbels geachtet werden. Möbel aus Kunststoffen werden in den allermeisten Fällen in energetisch aufwändigen Prozessen erzeugt. Zudem werden bei der Produktion der synthetisch erzeugten Stoffe in der Regel Rohöl / Erdöl verwendet. Spätestens bei der Entsorgung des Möbels am Ende der Lebensdauer auf der Mülldeponie werden bei der Verbrennung Treibhausgase wie CO2 erzeugt.

Eine sinnvolle und ökologisch besser Alternative stellen dagegen Möbel aus nachwachsenden Rohstoffen dar. Die Hauptrolle spielt hierbei ganz klar das Holz. Auch hier entstehen zwar bei der Verbrennung Emissionen, allerdings nur in der Größenordnung, wie die ursprüngliche Pflanze vormals der Luft diese Treibshausgase entzogen hat.

Es ist jedoch bei Holzmöbeln auch darauf zu achten, woher das Holz stammt und auf welchem Weg es in das Möbelhaus gelangt ist. Wenn es sich beispielsweise um ein Tropenholz aus Südamerika oder Asien handelt, für das Regenwald abgebaut wurde, bringt der Verzicht auf synthetisch erzeugte Werkstoffe keinen Vorteil. Dasselbe gilt für jede andere Form von Möbeln, deren Herkunft gegenenfalls weit entfernt von Deutschland ist. Niedrige Produktionskosten in Niedriglohnländern mögen sich in einem niedrigen Preis niederschlagen, ökologisch betrachtet ist dies jedoch verheerend.

Ein Hinterfragen der Ökobilanz eines Möbelstücks ist also angebracht, egal wie sehr einen der Preishammer anlockt. In vielen Fällen wird dies unmöglich sein, insbesondere bei den großen Möbelhaus Ketten wie IKEA, Segmüller, XXXLutz & Co, bei denen der Bezug des Verkaufspersonals zum individuellen Möbelstück sehr gering ist. Für Abhilfe sorgen kann hier der Besuch eines kleineren, mittelständischen Betriebes, welcher die Herkunft des Holzes aus der näheren Umgebung nachweisen kann.

Für den Geldbeutel mag dies anfangs eine größere Belastung sein, dafür erhält man jedoch in den meisten Fällen Qualität made in Germany … vom Anfang bis zum Ende des Wertschöpfungsprozesses. Einen Beitrag gegen den Klimawandel erreicht man durch die Vermeidung unnötiger Treibhausgasemissionen allemal.

Klimawandel und Terrorismus. Szenarien der Bedrohung globaler Sicherheit

Der Klimawandel ist ein globales Problem und erfordert insoweit globale Lösungen. Das apokalyptische Bedrohungsszenario und die globale Dimension teilt der Klimawandel mit einer anderen Zeiterscheinung, dem Terrorismus. Beides verweist zurück auf dem Menschen, auf das von ihm verursachte malum morale, beides wird entsprechend im Rahmen einer neuen politischen Ethik zu lösen versucht und beides droht, als rhetorische Figur im Diskurs um Sicherheit, also um Einschränkungsmöglichkeiten von Freiheit und Freizügigkeit, zu eine Art „Argumentationsjoker“ zu werden, den man immer ziehen kann, wenn es darum geht, unpopuläre Maßnahmen zu rechtfertigen und der alles andere aussticht; zu groß ist die Aufgabe der Befriedung der Welt sowie die, dafür zu sorgen, dass künftige Menschheitsgenerationen nicht nur in Frieden und gesicherter Freiheit leben können, sondern überhaupt überleben.

Ist dies im Zusammenhang mit dem Terrorismus als malum morale schlechthin unstreitig, so bedarf es bei dem in unterschiedlichen Ausprägungen von malum physicum (also etwa Hochwasser, aber auch das Gegenteil: Dürre) sich manifestierenden Klimawandel einer Rechtfertigung für die Zuschreibung menschlicher Schuld aus moralisch relevanten Verfehlungen. Diese wurde und wird durch Studien geleistet, welche die anthropogenen Ursachen der Erderwärmung über den vermehrten CO2-Ausstoß belegen (IPCC 2007).

Terrorismus und Klimawandel weisen aber nicht nur ursächlich, also gewissermaßen hinsichtlich der Schuldfrage, Parallelen auf, sondern es handelt sich insbesondere deswegen um sich parallel entwickelnde Menschheitsprobleme, weil sie die Menschheit hinsichtlich ihrer Folgen existenziell betreffen, und zwar als Fragen globaler Sicherheit. Beim Terrorismus ist das evident, da Sicherheitsinteressen eine Rolle spielen, beim Klimawandel muss man wieder etwas genauer hinschauen.

Dies taten John Podesta und Peter Ogden in ihrem Artikel The Security Implications of Climate Change (2008). Sie kommen darin, nach regional fokussierten Analysen zu Afrika, Südasien und China sowie zur Rolle von UNO, EU und USA, die sie im Rahmen der Klimawandelfolgen geopolitisch in der Pflicht sehen, zu einem differenzierten Urteil: Zwar stünden keine durch Dürren provozierte „Wasser-Kriege“ unmittelbar bevor, wie häufig prognostiziert, aber dennoch sei der Klimawandel eine Frage der Sicherheit, weil sich durch dessen Folgen (also Naturkatastrophen und in weiterer Folge Knappheit und Seuchen) zum einen das Problem des Staatszerfalls in verschärfter Form stelle, was zum Souveränitäts- und damit Sicherheitsvakuum vor Ort führe (die Autoren nennen Ost-Afrika und Nigeria), zum anderen dieses Problem über Flüchtlingsströme nach Europa getragen werde, wo sich im Zuge einer mittelbaren Betroffenheit nicht nur die demographische Situation und die Sozialstruktur ändere, sondern sich gleichfalls die Sicherheitslage verschlechtere; die Autoren verweisen auf die wachsende Gefahr ethnisch und religiös motivierter Konflikte.

Migration, unerheblich ob Kriegs-, Wirtschafts- oder Umwelt-Migration betrifft Drittstaaten und stellt einen „Angriff“ dar, ähnlich wie dies bei Terroranschlägen und – klassischerweise – beim Krieg der Fall ist, einen „Angriff“ der „Selbstverteidigung“ völkerrechtlicht erlaubt. Dieser Zusammenhang soll nicht deshalb völkerrechtsdogmatisch exponiert werden, um militärische Grenzsicherungen zu begründen, sondern um zu zeigen, dass es möglich ist, auf der Grundlage von Kapitel VII der UN-Charta einzuschreiten, wenn in einem Staat Menschenrechte verletzt werden und dies eben nicht unter dem Schutz der Souveränitätsgarantie als „innere Angelegenheit“ durchgehen soll.

Dazu führt der Völkerrechtler Doehring aus, dass Menschenrechtsverletzungen in Staat A i. d. R. Flüchtlingsströme von Staat A nach Staat B auslösen. Deshalb ist durch die Menschenrechtsverletzungen ein anderer Staat (nämlich B) negativ betroffen, was wie ein „Angriff“ des Staates A auf den Staat B zu werten sei. Gleiches gilt für Bürgerkriege, die ebenfalls zunächst „innere Angelegenheiten“ sind, solange nicht andere Staaten beeinträchtigt werden, was jedoch auch in diesen Fällen regelmäßig durch die Flüchtlinge der Fall ist. Insoweit kann auch der Bürgerkrieg als „Angriffskrieg“ gewertet werden und die UNO darf nach Maßgabe von Kapitel VII der Charta Zwangsmaßnahmen ergreifen (Doehring 2004: 202 f.). Gleiches gilt eben auch für die Migration, die im Zuge des Klimawandels zu erwarten ist.

Podesta / Ogden scheinen der Meinung zu sein, dass in der Sicherheitsfrage zwar de jure die VN zuständig, de facto aber die USA (und ihr Militärapparat) gefordert sind, weil sie den Betroffenen als erster Ansprechpartner gelten: „Although some of the emergencies created or worsened by climate change may ultimately be managed by the UN, nations will look to the United States as a first responder in the immediate aftermath of a major natural disaster or humanitarian emergency.“ (2008: 132). Interessant ist dabei die Tatsache (und sie offenbart eine gewisse Ironie), dass die USA, die präventiv kaum engagiert sind, reaktiv in die Pflicht genommen werden und dass sich zudem die Bush-Doktrin des Anti-Terror-Kriegs („If the UN will not act, the U.S. will.“) als normative Forderung im Rahmen der Klimawandel-Problematik positiv wenden lässt: „Wenn die VN nicht können, dann sollen die USA.“

Bibliographie:

Doehring, Karl (2004): Völkerrecht. Heidelberg.

IPCC (2007): Climate Change 2007 – Impacts, Adaptation and Vulnerability: Contribution of Working Group II to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. https://www.ipcc.ch/ipccreports/ar4-wg2.htm, letzter Zugriff: 7.6.2008.

Podesta, John / Ogden, Peter (2008): „The Security Implications of Climate Change“. In: The Washington Quarterly, 31, 1, 115-138.

Zum Autor:

Josef Bordat, Dr. phil., Dipl.-Ing., M.A. – Mitglied des Katastrophennetzwerks „KatNet – Netzwerk zwischen Forschung und Praxis“ mit dem Arbeitsschwerpunkt „Philosophische und theologische Aspekte der Katastrophenthematik (naturphilosophische Deutungen, ethische Implikationen, moraltheologische Rezeption, Theodizeefrage) unter besonderer Berücksichtigung des Klimawandels“. Veröffentlichung: „Ethik in Zeiten des Klimawandels“. In: Voss, M. (Hrsg.) (2008): Der Klimawandel. Sozialwissenschaftliche Perspektiven. Wiesbaden. (i. V.)

Folgen des Klimawandel auf den Energiesektor / Erneuerbare Energien: Zusammenfassung & Ausblick

3. Zusammenfassung und Ausblick
Der Klimawandel wirkt sich signifikant auf die Zukunft des Energiesektors aus. Ein Paradigmenwechsel weg von fossilen und damit endlichen Energieträgern hin zu regenerativen Energien zeichnet sich ab. Erneuerbare Energien werden in naher Zukunft weiterhin von klimapolitisch motivierten Förderprogrammen profitieren, wohingegen fossile Energieträger durch staatliche Maßnahmen tendenziell verteuert werden. Getrieben von Energieinnovationen in den Bereichen Energieeffizienz, Energieeinsparung und Nutzung erneuerbarer Energien hat sich die Windenergie mit 45 Prozent Anteil an den erneuerbaren Energien in 2007 zu einem Grundpfeiler der Energieversorgung entwickelt.

Windenergie wird aktuellen Prognosen zu Folge bis 2015 den Aufwärtstrend fortsetzen und weltweit um etwa 20 Prozent pro Jahr expandieren können. Das Wachstum der Windenergie soll dabei durch die Emerging Markets China und Indien erfolgen (Wachstumsraten von 30 Prozent bzw. 23 Prozent jährlich). Europa entwickelt sich mit 15 Prozent Wachstum pro Jahr unterdurchschnittlich, was durch eine erste Sättigung in Ländern mit langer Windenergiehistorie zu erklären ist (z.B. Dänemark). Deutschland wird seine Vorreiterrolle in Sachen Windkraft sowohl in Sachen Installation als auch Produktion beibehalten können.

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Windenergie als Chance für den Energiesektor: Einordnung & Formen von Windenergie

2. Windenergie als Chance für den Energiesektor
Vor dem Hintergrund der tragenden Rolle des Energiesektors im Kontext des Klimawandels und der Komplexität der Thematik, soll im Folgenden lediglich auf die Auswirkungen des Klimawandels auf den Energiesektor am Beispiel der Windenergie eingegangen werden.

2.1 Einordnung und Formen von Windenergie
Die aktuell auftretenden und zukünftigen Energieprobleme könnten durch regenerative Energien abgeschwächt werden oder gar ganz der Vergangenheit angehören. Öl, Kohle, Gas und Uran sind nur begrenzt vorrätig und neigen sich langsam ihrem Ende entgegen. Denn die Nutzung dieser Ressourcen führt zwangsläufig zur Erschöpfung, da diese Energieträger in vertretbarer Zeit vom Menschen nicht erneuert werden können. Energie aus Sonne, Wind, Bioenergie, Wasserkraft und Erdwärme können zeitlich unbeschränkt genutzt werden.

Erneuerbare Energieträger werden vorrangig zur Stromerzeugung, Wärmebereitstellung und zur Herstellung von Kraftstoffen verwendet. Die Domäne der Windenergie ist dabei bei der Stromerzeugung einzuordnen. Windkraft ist kinetische Energie die durch die Bewegung der Luftmassen entsteht und über entsprechende Generatoren in Windkrafträdern zu elektrischer Energie umgewandelt werden und so in das Stromnetz eingespeist werden. Windenergie spielt im Rahmen der Stromproduktion auf Basis regenerativer Energien eine immer größere Rolle, was sich durch einen Anteil von 45 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien konstatieren lässt.

Differenzieren lassen sich Windkraftanlagen generell in Onshore- und Offshore-Anlagen. Aktuell dominieren noch die Onshore-Windkraftanlagen, die auf dem Festland zur Energieerzeugung installiert werden. Offshore-Anlagen erfordern höhere Investitionen durch ihre Lage vor den Küsten auf dem Meer. Sie locken jedoch mit besonders hoher Effizienz, da die Windausbeute in den Küstenregionen tendenziell höher ist.

Ein weiterer wichtiger Bereich in der Windenergiebranche ist das Repowering. Darunter ist der Ersatz alter Windenergieanlagen durch leistungsstärkere, dem neuesten Stand der Technik entsprechende Anlagen zu verstehen. Dadurch besteht die Möglichkeit, die Stromerzeugung aus Windenergie in Zukunft trotz sinkender Anlagenzahl zu erhöhen.

Lesen Sie auch die weiteren Teile der Arbeit „Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Energiesektor“:

 

Kritische Bewertung von Windenergie: Umweltschutz & Ökonomische Faktoren (Konjunktur & Arbeitsplätze)

2.3.3 Umweltschutz
Für die Nutzung von Windenergie spricht v.a. ihre CO2-Neutralität und Nicht-Erschöpfbarkeit. Windenergie ist gemessen an ihren Alternativen äußerst klimafreundlich. Selbst unter Einbeziehung des CO2-Ausstoßes bei der Produktion der Windkraftanlagen (Lebenszyklusanalyse) stellt sich Windenergie im Vergleich zu fossilen Energieträgern und der Photovoltaik als besonders emissionsarm dar (vgl. hierzu Anhang 4 für einen Überblick der Treibhausgasemissionen nach Energieträgern). Gemessen an den CO2-Vermeidungskosten ist die Windenergie jedoch nicht die günstigste Variante um die klimapolitischen Ziele zu erreichen. Die CO2-Vermeidungskosten von Windenergie liegen mit 60 bis 70 Euro je Tonne CO2 weit besser als die der Photovoltaik, können aber mit den Kosten für die Einsparung durch den Neubau oder der Modernisierung von Kohlekraftwerken nicht mithalten (vgl. hierzu Anhang 5 für einen Überblick der spezifischen CO2-Vermeidungskosten nach Energiequelle). Durch eine Automatisierung der Fertigungstechnik sowie Standardisierung von Windkraftanlagen werden diese Kosten durch Realisierung von Economies of Scales jedoch zukünftig weiter sinken.

2.3.4 Ökonomische Faktoren
„In den letzten 15 Jahren war die Windkraft der dynamischste aller Energieträger überhaupt – sie hat sich weltweit verzehnfacht, in Deutschland seit 1990 sogar verhundertfacht.“ Gleichzeitig haben die erneuerbaren Energien im Allgemeinen und die Windenergie im Speziellen auch 2007 ihre Entwicklung zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Deutschland fortgesetzt. Eine Abschätzung für das BMU zeigt, dass sich der gesamte Umsatz mit erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr um knapp 10 Prozent auf insgesamt 24,6 Mrd. Euro erhöht hat. Noch im Jahr 2000 lag der Gesamtumsatz bei nur lediglich 7 Mrd. Euro. Der weltweite Umsatz der Windindustrie erreichte im Jahr 2006 15,4 Mrd. Euro woran Deutschland allein den größten Anteil mit 5,6 Mrd. Euro innehat. Zählt man zudem die Einnahmen für Installation, Betrieb und Service hinzu, so erwirtschaftete die deutsche Windindustrie einen Umsatz von 7,2 Mrd. Euro. Volkswirtschaftlich gesehen manifestiert sich der Nutzen der Windenergie in der Stärkung ländlicher Gebiete, der Verringerung der Abhängigkeit von Rohstoffimporten und der Vermeidung externer Kosten .
Gesamtwirtschaftlich gesehen ergibt sich durch die rasche Entwicklung des Windenergiesektors in Deutschland und die damit verbundene Ansiedlung von weltweit agierenden Firmen ein positiver Effekt. Dadurch bestimmt die Windenergiebranche an Produktions- und Entwicklungsstandorten durch die Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze nachhaltig die Arbeitsmarktstruktur. Derzeit stellt alleine der Bereich der Windenergie über 84.000 Arbeitsplätze die direkt und indirekt geschaffen wurden. Neben der Biomasse (ca. 38 Prozent) trägt die Windenergie mit 24 Prozent der Bruttobeschäftigung den größten Teil der Beschäftigung in der Branche der erneuerbaren Energien bei.

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Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Energiesektor am Beispiel der Windenergie

Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Seminararbeit eines Klimawandel-Global.de Lesers von der Ludwig-Maximialians-Universität (LMU) München vor. Um die Übersichtlichkeit zu wahren, haben wir die Seminararbeit in 5 Teile (Gliederung siehe unten) aufgeteilt.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Energiesektor – Ein Überblick aus ökonomischer Perspektive am Beispiel der Windenergie

1. Einleitung

„Die durch den Menschen herbeigeführten Klimaänderungen sind ein Jahrhundert- und Weltproblem.“ Das Klima auf der Erde ist ständiger Veränderung unterworfen. Sowohl natürliche Schwankungen als auch der durch den Menschen verursachte Klimawandel sind nicht mehr bloß wissenschaftliche Hypothesen sondern erwiesene Tatsachen. / Die seit dem Zeitalter der Industrialisierung eingesetzte globale Erderwärmung hängt zu großen Teilen mit dem Verbrennen fossiler Rohstoffe und der damit verbunden Freisetzung des Treibhausgases Kohlendioxid zusammen, die seit Jahrzehnten zur Energiegewinnung verbrannt werden. Der anthropogene – also vom Mensch geschaffene – Klimawandel wird durch das fortschreitende Verbrauchen fossiler Energieträger vorangetrieben, da nach wie vor ein Großteil der Energieversorgung weltweit auf diese Art und Weise gesichert wird. Somit ist der Energiesektor ein wesentlicher Mitverursacher des anthropogenen Klimawandels und wird von den zukünftigen Auswirkungen der globalen Erwärmung besonders stark betroffen sein.

Im Jahr 2007 wurden in Deutschland 91,5 Prozent des Endenergieverbrauchs durch fossile Energieträgern gedeckt. Lediglich 8,5 Prozent entstammen aus erneuerbaren Energien. Erklärtes Ziel vieler industrialisierter Länder ist die Anhebung des Anteils der erneuerbaren Energien am Gesamtenergiemix. Der Energiesektor steht durch den fortschreitenden Klimawandel an einem entscheidenden Punkt, in dem ein Paradigmenwechsel weg von fossilen hin zu erneuerbaren Energien stattfinden wird.

Lesen Sie auch die weiteren Teile der Arbeit „Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Energiesektor“: