Verbraucher sind bereit, Klimasünder abzustrafen – Energieversorger wechseln

In einer aktuellen Umfrage der IT-Beratung Accenture wurde die Einstellung von Bürgern zum Klimawandel untersucht. Insgesamt 7.500 Verbraucher aus 17 Ländern, davon 3.500 in Europa bzw. 500 in Deutschland wurden befragt. Die Studie belegt unter anderem, dass der überwiegende Teil der Stromkunden bereit wäre, den Energieversorger zu wechseln, wenn sich dieser überzeigend für die Reduktion von Treibhausgasen einsetzt.

Die Ergebnisse der Studie:

  • Rund 90% der Stromkunden würden in Erwägung ziehen, den Energieversorger zu wechseln, wenn der neue Anbieter für eine Verringerung von Treibhausgasen steht
  • Mehrheit ist überzeugt, dass durch die Erdwärmung direkte Konsequenzen für die Lebensumstände entstehen
  • Kein großes Vertrauen in Lösungen von Politik und Wirtschaft. Stattdessen wird persönliches Engagement jeder einzelnen Person gefragt sein, um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen
  • 80% der Befragten halten einschneidende Maßnahmen wie eine drastische CO2-Reduktion für notwendig und sind auch bereit, z.B. für klimafreundliche Technologien mehr Geld auszugeben
  • 80% der Befragten sind mit der Kommunikation der Energieversorger unzufrieden. Sie fordern mehr Informationen sowie mehr Klarheit und Transparenz von den Energieunternehmen
  • Klares Bekenntnis zum Kampf gegen den Klimawandel von den Konzernen wird gefordert

 

Die gravierendste ökonomische Konsequenz ist sicherlich, dass Energieversorger noch mehr als bisher auf ein umwelt- und klimafreundliches Image Wert legen müssen. Wer als Klimasünder abgestempelt wird, muss mit massiven Verlusten am Kundenbestand rechnen. Dagegen werden Energiekonzerne mit einem nachhaltigen Image vom Klimabewusstsein der Verbraucher profitieren können.

Dass dabei die Glaubhaftigkeit eine große Rolle spielt, zeigt die derzeitige Unzufriedenheit der Befragten über die Kommunikations-Methoden der Energiekonzerne. Die Intransparenz bei der Preisfindung auf dem Strommarkt sowie offensichtliche Greenwashing-Aktivitäten mancher Versorger können hier als mögliche Gründe genannt werden.

Klimawandel in Entwicklungsländern – Ein Thema der Klimaschutzkonferenz auf Bali?

Die Klimaschutzkonferenz auf Bali steht vor der Tür und so wächst von Tag zu Tag das Interesse der Medien und der Öffentlichkeit. Die UN-Entwicklungsorganisation UNDP nutzt die gestiegene Aufmerksamkeit und veröffentlicht nun eine Studie über die Folgen des Klimawandels für die Entwicklungsländer, um dies auch auf die Agenda der Teilnehmer der Klimakonferenz zu bringen. In der 250-seitigen Studie werden die dramatischen Folgen für die ärmeren Länder aufgezeigt und welche Anstrengungen notwendig wären, um diese aufzufangen.

Zu den Folgen des Klimawandel, die insbesondere in Entwicklungsländern durchschlagen, zählen:

  • Erschwerte Bedingungen für die Landwirtschaft durch Dürren und Überschwemmungen
  • Trinkwasser-Knappheit durch ausbleibende Niederschläge und Absinken des Grundwasserspiegels
  • Ausbreitung von epidemischen Krankheiten wie Malaria und Dengue, für es noch keine Impfstoffe gibt

 

Dass die Verursacher des Klimawandels in den reichen Industrienationen, die Hauptleidtragenden dagegen in den Entwicklungsländern sitzen, darüber bestehen kaum Zweifel. Die Menschen in Afrika und Asien sterben an Hunger und Durst, während man in Deutschland noch darüber debattiert, welche Konsequenzen ein Benzinpreis von über 1,50 Euro für die Lebensqualität bedeutet. Während man also hierzulande nur mit Einbußen bei den persönlichen Lebensumständen zu kämpfen hat, geht es in den ärmeren Regionen der Erde für Millionen Menschen ums nackte Überleben.

Diese Fakten sind den Industrienationen zwar bekannt, doch ob diese Fakten im Rahmen der Klimaschutzkonferenz ausreichend thematisiert werden, bleibt fraglich. Viele Entwicklungsländer sind gar nicht vertreten oder können nicht mehr als einzelne Vertreter senden. Dies sind angesichts von Delegationen anderer Länder mit über 100 Teilnehmern schlechte Voraussetzungen für Einzelkämpfer, sich nachhaltig zu profilieren und den eigentlichen Verursachern des Klimawandels zu verdeutlichen, dass es beim Klimawandel in den Enwticklungsländern um Leben und Tod geht.

Klimaschutz powered by Google – Günstiger Strom aus Erneuerbaren Energien

Die Zeiten, in denen Google bloß eine Suchmaschine war, sind längst vorbei. Google hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einem der am höchsten bewerteten Unternehmen im IT-Bereich entwickelt. Zu Beginn dieser Woche verkündete Google zur großen allgemeinen Überraschung, dass das Unternehmen Geschäftstätigkeiten auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien aufnehmen will.

Unter dem Kürzel „Re < C“ fasst Google zusammen, sollen in den nächsten Jahren Millionenbeträge in die Forschung & Entwicklung von Technologien auf dem Sektor der erneuerbaren Energien investiert werden. „Re < C“ steht dabei grundsätzlich für die Vision, Strom aus erneuerbaren Energieträgern günstiger zu gewinnen als über den herkömmlichen Weg über fossile Brennstoffe wie Kohle – ein absolutes Novum im Energiesektor, wo bislang Stromproduktion aus Kohle als unumstößlich günstigste Möglichkeit angesehen wurde.

Entgegen anderen Unternehmen aus dem Silicon Valley, die ebenfalls erneuerbare Energien als Investitionsprojekte entdeckt haben, geht es dabei nicht nur um das massenhafte Aufstellen von Photovoltaikanlagen auf den Dächern von Firmengebäuden. Ein Beispiel wäre hier Hewlett-Packard, die ebenfalls in dieser Woche verkündeten, ein 1-Megawatt-Solarkraftwerk zur jährlichen Einsparung von 450.000 Tonnen CO2 (und ein paar Millionen Dollar Stromkosten) errichten zu wollen. Andere Unternehmen wie Walmart investieren nur indirekt in den Klimaschutzdurch den Kauf von CO2-Äquivalenten, die Investments in saubere Energieprojekte repräsentieren.

Google’s Visionen liefern dagegen neue Ansätze und auch Größenordnungen. Durch die Investition in Unternehmen mit Geschäften in den Bereichen Solarthermie, Windenergie und Geothermie sowie der eigenständigen Entwicklung von Technologien in einer noch aufzubauenden Abteilung für saubere Energien strebt Google eine Kapazität von 1 Gigawatt aus erneuerbaren Energien an. Zum Vergleich: Das derzeit größte im Bau befindliche Photovoltaik-Kraftwerk in Waldpolenz bei Leipzig bringt es gerade mal auf 40 Megawatt. Der Clou an der Sache ist aber nicht nur die reine Kapazität, die in etwa der Leistung eines modernen Atomkraftwerks entspricht. Das wirklich herausragende Feature soll sein, dass diese Energie zu einem geringeren Preis produziert werden soll als die derzeit kosteneffizienteste Produktion von Strom aus Energieträgern wie Kohle (ca. 2 Cent pro Kilowattstunde). Der Zeitraum für das Vorhaben dafür beträgt dabei nicht Jahrzehnte, sondern nur wenige Jahre.

Nun könnte man natürlich die Frage stellen, welchen Einfluss ein einzelnes Unternehmen selbst mit einem solch ambitionierten Projekt haben kann. Doch Google steht nicht alleine da. Weitere Unternehmen investieren schließlich auch in die Firmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien, wenn solch ein Gigant wie Google Geld reinschießt. Genauso wie bekannte Kapitalinvestoren für Vertrauen schaffen, sorgt auch Google für den nötigen katalytischen Effekt bei der Investitionsentscheidung. Darüber hinaus könnte die Entscheidung von Google ein Indikator sein, auf welche Weise sich Firmen den Herausforderungen der Energieversorgung und des herannahenden Klimawandels stellen.

Was bringt aber solch ein Unterfangen für ein IT-Unternehmen wie Google? Klar, Google hat (zu)viel Geld auf der hohen Kante und muss irgendwo investieren, verbessert darüber hinaus das Image durch die Verringerung der Treibhausemissionen und kann außerdem sicherlich ein paar Dollar an Stromkosten sparen. Gerade für letzten Punkt braucht man keine großen Phantasien, um das Einsparpotenzial zu erkennen, denn neben Personalkosten dürften Stromkosten der größte Kostentreiber bei einem Unternehmen wie Google sein. Doch letzten Endes gehören grüne Technologien nicht zum Kerngeschäft eines IT-Unternehmens und die Investition von Millionenbeträgen in IT-fremde Projekte werden viele Stakeholder und Marktbeobachter eher skeptisch betrachten.

Google-Mitgründer Larry Page brachte die Beweggründe in aller Sachlichkeit in einem Satz unter: Für Google als einem der weltweit größten Stromverbraucher war schlichtweg der Bedarf nach sauberer Energie vorhanden. Die Rechenzentren fressen Unmengen an Strom, der nicht alleine durch die bestehenden Projekte gedeckt werden kann. Um nicht als Heuchler in Sachen Klimaschutz dazustehen, mussten Alternativen her. Im klassichen amerikanischen Sinne des „thinking big“ kommt dann sowas dabei raus. Soweit wir das beurteilen können: Daumen hoch!

DHL reduziert CO2 – Klimaneutral Pakete verschicken mit dem GoGreen Versand

Weihnachtszeit ist Geschenke-Zeit und so werden auch in diesem Jahr unzählige Briefe und Pakete quer durch Deutschland und die Welt verschickt. Da beim Versand auch immer große Mengen an Treibhausgasen in die Atmosphäre emittiert werden, hat sich DHL einen neuen Service namens „GoGreen“ einfallen lassen. Für einen Aufpreis von gerade mal 10 Cent pro Päckchen bis 20kg wird es dem Kunden ermöglicht, klimaneutral Waren von A nach B von dem Tochterunternehmen der Deutschen Post transportieren zu lassen. Die durch den freiwilligen Aufpreis erzielten Erlöse werden vom DHL in Klimaschutzprojekte investiert.

Um die beim Transport entstehenden Emissionen auszugleichen, investiert DHL u.a. in folgende Projekte.

  • Ausbau der Fahrzeugflotte mit Alternativen Kraftstoffen
  • Kleine Solarenergie-Projekte in Indien und Sri Lanka
  • (Wieder-) Aufforstung in Costa Rica
  • Solarenergieanlage des DHL Luftdrehkreuzes in Leipzig
  • Biogasanlage in Gundorf bei Leipzig

 

Ich muss zugeben, dass ich kein großer Fan dieser Ablasszahlungen für CO2-Emissionen bin. Doch gerade zu Weihnachten muss man sich zwangsläufig mal bei Freunden und Verwandten per Post melden. Wenn es also durch ein nachhaltiges Produkt die Möglichkeit gibt, klimaneutral und emissionsarm seinen Liebsten etwas Gutes zu tun, dann ist das zumindest lobenswert. 🙂

Auswertung November-Umfrage: Mehrheit sagt Nein zum Tempolimit auf deutschen Autobahnen

Anfang November haben wir, das Klimawandel Global Team, zum zweiten Mal eine Umfrage unter unseren Lesern gestartet. Die gestellte Frage lautete:

„Was halten Sie von einem allgemeinen Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen?“

Hier ist das Ergebnis:

a) Nein, eine Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit halte ich für unangebracht. 57% (110 Stimmen)
b) Tempolimit ja, die zulässige Höchstgeschwindigkeit sollte aber höher angesetzt werden (über 130 KmH) 10% (20 Stimmen)
c) Ja, ein Tempolimit von 130 KmH halte ich für sinnvoll. 33% (64 Stimmen)

(Stand: 01. Dezember 2007. Wir lassen die Umfrage offen, sodass weiter abgestimmt werden kann)

Eigentlich hätten wir auf unserer Klima- und Umweltschutz-affinen Leserschaft ein etwas anderes Resultat erwartet. Aber warum auch nicht… hierzulande herrscht schließlich immer noch Meinungsfreiheit. Ganz toll finden wir vor allem die Zahl der abgegebenen Stimmen. Verglichen mit der Umfrage aus dem Vormonat wurde die Anzahl um mehr als das Dreifache gesteigert. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die uns zu diesem kleinen moralischen Erfolg verholfen haben. 🙂

In der Umfrage für den Monat Dezember geht es dieses Mal um das Thema Ökostrom. Wir stellen die Frage:
Immer mehr 
Energieversorger bieten Strom aus rein regnerativen Energiequellen an. Was halten Sie davon? Wir hoffen auf eine weiterhin rege Beteiligung und freuen uns über jede abgegebene Stimme und Meinung. Jede Art von Feedback ist willkommen.

Wenn Sie sich noch an der Umfrage zum Tempolimit teilnehmen möchten, haben sie hier die Möglichkeit:

Diskussion: Was halten Sie von Strom aus erneuerbaren Energien?

Immer mehr Stromversorger bieten Strom aus rein regenerativen Energiequellen an. Zumeist handelt es sich dabei um einen Mix aus Solarenergie, Windkraft, Wasserkraft, Geothermie oder auch Biogasanlagen. Viele Kunden liebäugeln nun mit dem Umstieg auf diese Ökostrom-Tarife. Darum möchten wir von Ihnen in unserer neuen Umfrage Ihre Einstellung zu Ökostrom erfahren.

Verglichen mit „normalen“ Tarifen sind die Preise für den Ökostrom in der Regel höher, da die Gewinnung von Strom mit herkömmlichen Methoden (Steinkohle, Braunkohle, Kernkraft, etc.) im Allgemeinen für den Energieproduzenten weniger Kosten verursacht. Kosten für Abschreibungen entfallen bei vielen Kraftwerken, die schon Jahrzehnte in Betrieb sind. Oftmals hört man dann, dass viele Kunden nicht bereit sind, die höheren Kosten zu tragen.

Darum wollen wir von Ihnen wissen: Nutzen Sie Ökostrom oder beabsichtigen sie dies? Oder halten sie Strom aus regenerativen Energiequellen für zu teuer oder sogar völlig überflüssig? Wir freuen uns auf Ihre Stimme!

Immer mehr Energieversorger bieten Strom aus rein regenerativen Energiequellen an. Was halten Sie davon?

CO2-Sünder reloaded – Die Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Ausstoß von Kohlendioxid

Vor einiger Zeit berichteten wir über die Länder mit den größten CO2-Emissionen. In der Statistik fanden sich vor allem populationsstarke Nationen auf den forderen Rängen. Eine aktuelle Statistik zeigt nun den CO2-Ausstoß pro Einwohner, was die Rangfolge der Länder durchaus ändert.

  • Platz 1: Qatar (40,6 T)
  • Platz 2: Vereinigte Arabische Emirate (28,2 T)
  • Platz 3: Kuwait (25 T)
  • Platz 4: Bahrain (20 T)
  • Platz 5: USA (19,6 T)
  • Platz 6: Luxemburg (17,9 T)
  • Platz 7: Kanada (17,0 T)
  • Platz 8: Trinidad & Tobago (Karibik) (16,8 T)
  • Platz 9: Australien (16,5 T)
  • Platz 10: Singapur (13,8 T)
  • …
  • Platz 16: Russland (10,7 T)
  • …
  • Platz 20: Deutschland (9,9 T)
  • …

Aufgrund der hohen Bevölkerungszahl kommen Länder wie China (3,9 T CO2 pro Kopf) und Indien (1,1 T) trotz zahlreicher CO2-Dreckschleudern im Land vergleichsweise gut weg.

In Anbetracht der Ergebnisse ist die von Politik und Wissenschaftlern geforderte Beschränkung der CO2-Emissionen auf 2 Tonnen pro Kopf weltweit wohl Zukunftsmusik. Es wird mehr als deutlich, dass eine Gleichsetzung des erlaubten CO2-Ausstosses pro Einwohner von Industrie- und Entwicklungsländern auf die Schnelle nicht realisierbar ist. Das Ergebnis zeigt aber auch, dass bezüglich Energieeffizienz und Klimaschutz bei vielen Ländern noch enormer Nachholbedarf besteht.

Wassersparen in Deutschland: Unnötig und klimaschädlich?

Da Deutschland ein Land mit ausreichend Wasserreserven ist, schont Wassersparen nur den Geldbeutel, nicht die Umwelt. Im Gegenteil: In manchen Teilen Deutschlands hat der Wassersparwahn erste Schäden angerichtet.

Klingt absurd, hat aber einen ernsthaften Hintergrund. Seitdem immer mehr Wasserhähne stillstehen und die Bürger sparsam mit dem flüssigen Gold umgehen, werden verschiedene schädliche Keime aus Rohrleitungen und Kanälen nicht mehr vollständig ausgewaschen.

So rückt beispielsweise in Berlin die Feuerwehr in trockenen Monaten regelmäßig aus, um in der ganzen Stadt Wasser aus den Hydranten direkt in die Kanalisation zu pumpen.

Auch müssen Kanalarbeiter Extra-Einsätze fahren , um an Rohren und Zuläufen teure Instandsetzungsreparaturen durchzuführen.

Somit schadet im weiteren Sinn Wassersparen dem Klima. Der CO2-Ausstoß, verursacht durch die zusätzlichen Einsatzfahrten der Feuerwehr und Kanalarbeiter belastet das Klima vollkommen unnötig.

Den Verbraucher trifft aber keine Schuld. Vielmehr bedarf die in Deutschland allgemeingültige Wasserbepreisung einiger Überarbeitung. Volkswirtschaftler fordern ein neues Preismodell mit höherem Grundpreis und somit niedrigerem Verbrauchspreis. Nur so seien unnötige Wassersparmaßnahmen der Bürger in den Griff zu bekommen.

3 Lesermeinungen

Bernd meint:

Wassersparen schont den Geldbeutel? Das ist wohl näher betrachtet ein gezielt gepflegtes Gerücht. Viele Kommunen haben sich doch beim Bau der meisten Kläranlagen völlig verschätzt und bei der Kapazitätsplanung eben nicht mit der brav wassersparenden Bevölkerung gerechnet. Um nun die horrenden Fixkosten für die oft völlig überdimenensionierten Anlagen decken zu können werden diese Kosten auf die insgesamt sinkende Wassermenge umgelegt – ergo, der Preis pro Liter steigt.

Thomas Panek meint:

Noch schlimmer ist, dass es immernoch Internetseiten gibt, die zum Wassersparen auffordern.
So ein Irrsinn im Punkt 26 (Toilettenspühlkasten umrüsten lassen) gerade dann, wenn nur mit 3-5 Litern gespült wird, treten Verstopfungen in der Kanalisation auf. Um diese zu beseitigen, mussen Einsatzfahrzeuge zum Einsatzort heranfahren. Bei der Fahrt wird unnötig CO2 ausgestoßen. Dieses CO2 könnte man einsparen, indem man die ganze Spülkraft der Toilette nutzt, und hinterher nocheinmal, damit es zu solchen Verstopfungen gar nicht erst kommt.
Ebanfalls verringert sich die Geschwindigkeit des Trinkwassers durch das Wassersparen in den Trinkwasserrohren, und braucht deshalb länger vom Wasserwerk bis zum Konsumenten. Dadurch entstehen Keime.

Schuld daran ist die ständige Wasserpreiserhöhung. Einmal erhöht, und die Verbraucher sparen, den Wasserbetrieben fehlt das Geld, und es wird immer wieder erhöht, um die Fixkosten zu bezahlen.
Erforderlich ist ein neues Wasserpreissystem, oder noch einfacher Aufklärung der Verbraucher, dass sie mehr Wasser verbrauchen sollen.
Immerwieder wird hingewiesen, dass nicht soviel Abwasser ins Gewässer gelangt, dabei kenne ich kein Gewässer, wo das Abwasser direkt ins Bach fließt, sondern zuerst durch eine Kläranlage.

Also da bin ich ja nun schon ein wenig anderer Meinung. Warum soll der Verbraucher die Fehlinvestitionen der Wasserversorger aus baden? Wieso sollen auf einmal die Verbraucher Schuld sein? Wenn die Preise steigen, dann werde ich Wasser sparen und nicht noch mehr Wasser verbrauchen in der Hoffnung, dass der Preis wieder sinkt? Das es Probleme gibt durch zu langsam laufendes Wasser und so weiter ist mir bewusst, aber dazu darf der Verbraucher nicht die Lösung sein. Man kann versuchen eine Übergangslösung zu finden, bis das Leitungssystem den Umständen angepasst ist aber mehr auch nicht.

Der Klimawandel und seine Verlierer – Katastrophale Folgen für arme Länder

In Schweden baut man neuerdings Wein an, manche Regionen in Deutschland freuen sich schon auf dauerhaft schnee- und frostfreie Winter und in Börsen-Magazine forschen emsig nach Möglichkeiten, aus dem Klimawandel Kapital zu schlagen. Die Gewinner des Klimawandels sitzen direkt vor der Haustür. Denn isoliert betrachtet sind viele Phänomene der globalen Klimaveränderungn durchaus positiv zu werten. Dass es sich jedoch um ein globales Problem handelt, verlieren viele dabei aus dem Blickfeld.

Gerade wenn die Verlierer des Klimawandels weit entfernt in Afrika oder Asien sitzen und auf den eigenen Wohlstand nicht mal marginalen Einfluss haben, lebt es sich mit den positiven Effekten des Klimawandels schließlich richtig gut. Schönes Leben auf der einen Seite heißt jedoch Tod am anderen Ende des Tableaus. Bei Spiegel Online hat man sich diesem Themas angenommen und einen Artikel über die hundert Verlierer(-Nationen) des Klimawandels veröffentlicht.

[…]Sie tragen keine Schuld, doch es trifft sie am härtesten: Jene Länder, die in naher Zukunft voraussichtlich am stärksten unter den Folgen des Klimawandels leiden, haben ihn am allerwenigsten verursacht. Darauf verweisen das International Institute for Environment and Development ( IIED) und die Londoner School of Economics kurz vor dem Start des Welt-Klimagipfels in Bali in einem gemeinsamen Arbeitspapier. Experten der beiden Institutionen listen darin die „100 Verlierer des Klimawandels“ auf. Zusammen kommt die Ländergruppe demnach nur auf einen Anteil von knapp fünf Prozent an den globalen Treibhausgas-Emissionen – ein Klacks im Vergleich zu dem, was allein die USA (23 Prozent), die Mitglieder der Europäischen Union (25 Prozent) und China (15 Prozent) nach dem Stand von 2002 auf dem Kerbholz haben.

[…]

Quelle: Spiegel Online

Wer sich also im Februar eines der nächsten Jahre bei 20 Grad Plus auf der Terasse sonnt, sollte sich mal Gedanken, wer den Preis für dieses Wohlbefinden zahlt.

Umfassende Informationen zur UN Klimaschutzkonferenz auf Bali

Germanwatch hat ein 55-seitiges Hintergrundpapier zur UN-Klimaschutzkonferenz auf Bali vom 3.-14. Dezember 2007 veröffentlicht. Unter dem Titel „Klimagipfel in Bali: Startpunkt für entschiedene Schritte zu einem emissionsarmen Wohlstandsmodell?“ stellt Autor Christoph Bals sehr detailliert wichtige Fakten zu den bevorstehenden Verhandlungen über einen Nachfolger des Kyoto-Protokolls zusammen. Wer sich also umfassend über die Anforderungen und die notwendigen Zielsetzungen der Klimakonferenz informieren möchte, ist hier an der richtigen Stelle.

Hier die Kurzzusammenfassung:

Der UN-Verhandlungsprozess, der beim Klimagipfel in Bali (Dezember 2007) beginnt und 2009 abgeschlossen sein soll, ist eine zentrale Weichenstellung, die über die Zukunft dieses Planeten mitentscheidet. Werden wir auf ein unkontrolliertes Großexperiment mit Mensch und Natur zulaufen? Auf eine Klima-Apartheid, in der emissionsreicher Wohlstand zum Privileg für eine globale Minderheit wird? Auf eine globale Klimapartnerschaft, die eine gerechte Strategie zur Bekämpfung eines in großem Maßstab gefährlichen Klimawandels und zur Teilung der Lasten der Anpassung erreichen wird? Oder auf den Versuch der großtechnischen Steuerung des Planeten Erde?Germanwatch präzisiert in diesem Papier die Anforderungen an den Klimagipfel in Bali, wenn er ein Einstieg in eine globale Klimapartnerschaft sein soll, und stellt zentrale Eckpunkte eines wegweisenden, bis 2009 zu verhandelnden Abkommens zur Diskussion.

Quelle: Germanwatch.org

 

Das komplette Hintergrundpapier kann man sich hier bei Germanwatch.org durchlesen. Absolut lesens- und empfehlenswert.