Frankreich baut neuen Atomreaktor – Atomkraft auch in Deutschland bald wieder in?

Frankreich setzt seit Jahrzehnten auf die Atomkraft als zentrales Element im Energie-Mix des Landes. Derzeit betreibt Frankreich 19 Kernkraftwerke mit insgesamt 58 Atomreaktoren und erzeugt so ca. 80 Prozent der Elektrizität des Landes, was hinter Litauen Platz 2 weltweit bedeutet. Da die Reaktoren langsam in die Jahre kommen, wird an der Modernisierung der „Reaktorflotte“ gearbeitet. Dazu zählt auch das Ersetzen von Reaktoren mit veralteter Technik durch hochmoderne Atomkraftwerke der dritten Generation.

Der staatliche Stromkonzern Électrité de France (EDF) wird ab Ende dieses Jahres nahe dem Ort Flamanville in der Nähe der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague den ersten französischen Atommeiler des Druckwasserreaktor-Typs EPR (European Pressurized Water Reactor) bauen. Die Fertigstellung und Inbetribenahme ist ab 2011 geplant. Die Kosten dieses Projekts werden auf ca. 3 Milliarden Euro veranschlagt.

Ziel von EDF ist es, „die Unabhängigkeit Europas in den nächsten Jahrzehnten zu garantieren“, sagte der EDF-Präsident Pierre Gadonneix. Des weiteren ist der EPR-Prototyp nicht nur der erste unter vielen neuer französischer Reaktoren, sondern auch technologisches Aushängeschild des Landes, wodurch man sich Exporte dieser Technologie erhofft.

Die Leistung der kompletten Anlage wird auf 1600 Megawatt veranschlagt, was wesentlich höher als bei Atommeilern der früheren Generationen. Auch eine höhere Lebensdauer wird angestrebt: 60 Jahren gegenüber den bisherigen 40 Jahren bei heute üblichen Leichtwasserreaktoren.

Da beim Thema Atomkraft auch immer der Super-GAU von Tschernobyl und somit erhebliche Sicherheitsbedenken hervorgerufen werden, soll der EPR auch neue Maßstäbe in Punkto Sicherheit setzen. Einedoppelte Außenhülle und ein Keramikbecken, das im Notfall eine Kernschmelze im Gehäuse halten soll, soll nach Einschätzung von Experten die Unfallgefahr um das Zehnfache verringern.

Während also in Ländern wie Deutschland verstärkt durch den Ausbau erneuerbarer Energien Zeichen gegen den Klimawandel gesetzt werden, geht Frankreich einen anderen Weg. Solange alles gut geht, spricht auch nichts dagegen. Es wird sich vermutlich spätestens bei der Bundestagswahl 2009 abzeichnen, ob Deutschland ebenso auf den Pfaden Frankreichs wandeln wird oder weiterhin „nur“ auf EEGs setzt.

Investieren in Erneuerbare Energien – Geld verdienen mit dem Klimawandel

Auf dem Nachrichtensender N-TV kommt man derzeit selten durch einen Werbeblock, ohne einen Werbespot von der Bank ABN Amro zu sehen. Angepriesen wird einem dabei die Möglichkeit, an der Wertentwicklung von Aktien der Unternehmen aus dem Sektor der erneuerbaren Energien mit zu verdienen. Anleger sollen also am Wachstumspotenzial von Unternehmen partizipieren. Leistet man damit auch einen Beitrag zum Klimawandel?

Betrachten wir zunächst einmal zwei der verfügbaren Zertifikate:

Im „Solar Energy Open End Zertifikat“ wird beispielsweise das Who is Who der Solarstromanbieter zusammengefasst. Steigt oder sinkt eine Aktie eines der Unternehmen, so bildet das Zertifikat diese Entwicklung gemäß der Gewichtung der jeweiligen Unternehmens ab. Man setzt also darauf, dass es der Branche an sich gut geht und somit die Gesamt-Wertentwicklung positiv verläuft.

Das Risiko des Wertverlustes auf Grund eines Versagens eines einzelnen Unternehmens wird somit weitgehend eliminiert. Geht es einem Unternehmen entgegen dem Branchentrand schlecht (durch Mismanagement, Veruntreuung, etc.), so wird dies durch die anderen Unternehmen aufgefangen. Einen Risikoausgleich für einen generellen Abwärtstrend für die gesamte Branche kann solch ein Zertifikat also nicht leisten. Der Crash vor einigen Jahren auf dem Sektor der Biotech-Branche hat gezeigt, dass dies möglich ist.

Ein anderes Beispiel ist der „ABN AMRO Total Return Climate Change & Environment Index“. Hier sind nicht nur Unternehmen aus einer Branche in einen Topf geworfen. Stattdessen werden solche Unternehmen selektiert, die sich für die Reduktion der CO2-Produktion einsetzen, effiziente Wasser- und Abfallwirtschaft betreiben oder an der Entwicklung von Katalysatoren zur Verminderung von Treibhausgasen arbeiten.

Somit entsteht ein branchenübergreifender Mix aus Unternehmen, wobei auch darauf geachtet wird, dass die Marktkapitalisierung hoch genug ist. Der Index setzt sich aus derzeit 30 Unternehmen aus den Sektoren Abfallwirtschaft, Alternative Treibstoffe, Geothermik, Rohstoffe, Wasser, Solarenergie, Wasserkraft und Windenenergie zusammen. Das Risiko wird also weitaus breiter gestreut als bei einem Branchenindex.

Abschließend kommt man unweigerlich zurück auf die Frage, welchen Beitrag für den Klimaschutz man als Privatanleger damit leistet, eind solche Geldanlage zu kaufen. Tja, eine gute und schwierige Frage, die wohl nur absolute Börsenprofis hinreichend beantworten können. Vielleicht können ja unsere Leser eine gute Anwort geben?

P.s.: Als eine Art Disclaimer, wie man ihn auf zahlreichen Finanzseiten sieht *g*:
Hier wurden keine Empfehlungen für die Geldanlage ausgesprochen! Wer mit dem Gedanken eines Investments spielt, sollte sich weiter genauer infomieren bzw. professionell beraten lassen.

Wieviel kostet der Klimaschutz? – Studie der UNO zum Klimawandel

Das von der deutschen Regierung beschlossene Klimaschutzprogramm wird den Staat Milliarden kosten, weswegen Finanzminister Steinbrück bereits bereits Vorbehalte bzgl. einigen Komponenten des Maßnahmenbündels äußerte (siehe hier). Doch die Kosten in Milliardenhöhe erscheinen im weltweiten Vergleich wie Peanuts.

Da in naher Zukunft die Produktion von Treibhausgasen wie Kohlendioxid zunächst einmal ansteigen wird, werden nach einer UNO-Studie allein im Jahr 2030 geschätzte 200 Milliarden US-Dollar nötig sein, um die Emissionen an Treibhausgasen auf das heutige Niveau zurückzuführen. Dies entspricht etwa 1,7% des gesamten weltweiten Investitionsvolumen. Dies verlautete Yvo de Boer, der Präsident des UNO-Treffens in Wien, das als Vorbereitung für die UNO-Klimakonferenz auf Bali im November dienen soll.

Wer dies für ein Problem der heutigen Industrieländer betrachtet, liege jedoch weit daneben. Die Investitionen für den Klimaschutz seien mitnichten nur in den heutigen Industrieländern zu tätigen. Gemäß dem UNO-Bericht beläuft sich der Anteil der Investitionen in den Entwicklungsländern auf 48%, die Einsparungen bei den Emissionen belaufen sich sogar auf 68%. Man muss hoffen, dass diese Studie ein Zeichen setzen kann, um die Politiker zu bewegen, nachhaltige und global wirkende Maßnahmen für den Klimaschutz zu entwickeln und umzusetzen. Insbesondere müssen national orientierte Interessen endlich eine sekundäre Rolle spielen.

Klimaneutralzahlungen und Klimazertifikate- Geldspenden zur Kompensation von CO2-Emissionen

Der Klimaretter von heute hat es nicht leicht. Enorme Mengen an CO2 werden versucht zu verhindern, doch manchmal sind selbige einfach unvermeidbar. Nicht jeder kann und will beispielsweise auf das Auto oder den jährlichen Urlaub verzichten. Wenn deswegen das schlechte Gewissen allzusehr plagt, kann nun der eigene CO2-Ausstoß mit sogenannten Klimaneutralzahlungen oder Klima-Zertifikaten ausgeglichen werden.

Mehrere Firmen bieten damit die Möglichkeit, gezielt in Klimaschutzprojekte investieren zu können. Als Kunde spendet man einen bestimmten Betrag, berechnet aus dem anfallenden CO2 der geplanten Tätigkeit (z.B. eine Urlaubsreise mit dem Auto oder Flugzeug). So werden selbst verursachte CO2-Emissionen durch eine Klimaneutralzahlung quasi ausgeglichen.

Das gespendete Geld wird je nach gewähltem Anbieter in unterschiedliche Projekte investiert, wie z.B. die Förderung regenerativer Energien in Entwicklungsländern oder die Aufforstung von gerodetem Waldgebiet.

Manche Firmen kaufen auch Emissionsberechtigungen im Europäischen Emissionrechtehandel auf, um sie dann ungenutzt zu löschen.

Momentan schießen eine Vielzahl von Anbietern aus dem Boden und versuchen sich auf dem Markt zu etablieren, deshalb ist Vorsicht geboten. Viele Firmen wittern das schnelle Geld, deshalb sollte darauf geachtet werden, dass so viel Geld wie möglich für den Klimaschutz verwendet wird. Am besten wendet man sich an Non-Profit-Organisationen, wie z.B. die Stiftung myclimate.

Niedrigenergiehaus Informationen und Anforderungen – Förderung von Häusern mit niedrigem Energiebedarf

Die Anforderungen an ein Niedrigenergiehaus sind in der Energiesparverordnung (EnEV) festgelegt. Kriterien für eine Anerkennung sind der Primärenergiebedarf (für Heizung und Warmwasserbereitung) und der errechnete Wärmeverlust des Gebäudes.

Häuser mit einem jährlichen Energieverbrauch von maximal 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche werden als KfW40-Häuser eingestuft.
Sollte der Primärenergiebedarf bis maximal 60 kWh pro Quadratmeter betragen, muss als zusätzliches Kriterium der Wärmeverlust um mindestens 30% unter dem in der Energiesparverordnung festgelegten Höchstwert liegen. Man spricht in diesem Fall von einem KfW60-Haus.

Für beide Varianten vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau einem Pauschalkredit von 50.000 Euro zu einem Zinssatz von 3,15% (effektiver Jahreszins).

Die Kriterien für ein Niedrigenergiehaus können durch moderne Baumaßnahmen erfüllt werden, dazu zählen beispielsweise hochwertige Warmedämmungen, moderne Heizanlagen, solarthermische Warmwasserbereitung und eine hohe Luftdichtheit des Gebäudes.

Größtes Photovoltaik-Kraftwerk der Welt eröffnet – Solarpark Waldpolenz nimmt Betrieb auf

Zugegebenermaßen ist die Überschrift am heutigen Tag noch etwas übertrieben, denn im Solarpark Waldpolenz bei Leipzig wurde zunächst der erste Bauabschnitt in Betrieb genommen. Doch bis Ende 2009 wird auf einem ehemaligen Militärflughafen sukzessive die Solarstrom-Produktion von heute 6 Megawatt auf schlussendlich 40 Megawatt ausgebaut.

Mit über einer halben Million Solarmodulen auf einer Fläche von über 200 Fußballfeldern wird der Solapark Waldpolenz damit zum größten Photovoltaik-Kraftwerk weltweit werden. Das Potenzial an CO2-Einsparung wird auf ca. 25.000 Tonnen jährlich geschätzt. Durch die enorme Größe der Anlage entstehen erhebliche Kostenvorteile, wodurch sich mit dem im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschriebenen Vergütungssätzen von 35 Cent je Kilowattstunde wirtschaftlich arbeiten lässt.

Das Investitionsvolumen für den Solarpark „Waldpolenz“ beträgt rund 130 Millionen Euro, wovon ein großer Teil in die Taschen regionaler und überregionaler Dienstleister fließt. Die Solarmodule werden überwiegend bei First Solar in Frankfurt an der Oder produziert und auch bei der Montage der Arbeit wird auf lokale Arbeiter gesetzt. Insgesamt rechnet man mit 500 neu geschaffenen Arbeitsplätzen. Aufschwung Ost durch Solarenergie – wer hätte das vor 10 Jahren gedacht? 🙂

Das gewonnene Know-how während der Produktion kann sicherlich genutzt werden, um auch Privathaushalten neue und kostengünstigere Technologien für das Solarmodul auf dem Dach zu entwickeln. Somit haben alle etwas davon!

Transatlantische Kooperation für den Klimaschutz – Schwarzenegger empfängt Steinmeier

Der Klimawandel ist ein globales Problem, das durch nationale Initiativen nur unzureichend bewältigt werden kann. Dies haben der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger klar gemacht. Bei ihrem Treffen in Sacramento bemühten sie sich um eine gemeinsame Klimapolitik. Schwerpunkte wurden beim Emissionshandel gesetzt, wo die beiden unterschiedlichen Systeme der Europäischen Union und von Kalifornien zu einer gemeinsamen Linie zusammengeführt werden sollen.

Entgegen den halbherzigen Bemühungen auf US-Bundesebene entwickelte sich Kalifornien unter dem „Gouvernator“ zum Vorzeigestaat Amerikas im Bereich des Klimaschutzes. Erneuerbare Energien sind auch im Sonnenstaat der USA in und die Technik dafür kommt häufig aus Deutschland. Abschließend wurde Schwarzenegger von Steinmeier eingeladen zu einem Besuch in Deutschland.

Die Zeichen der Zeit stehen auf multinationale Lösungen, um den Klimaschutz zu bekämpfen. Die Kooperation von Deutschland und Kalifornien (immerhin sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt) ist da ein guter Anfang.

Klimaschutz: mehr Fahrradfahren, weniger Autofahren – jeder km zählt

Heute morgen stand ich vor der Entscheidung, ob ich mit dem Auto oder dem Fahrrad zur Videothek fahre um meine entliehene DVD zurückzugeben. Die Videothek ist gerade mal 800 Meter entfernt, dennoch hatte ich in Erwägung gezogen den Wagen aus der Garage zu fahren und die eine Minute die Umwelt unnötig zu verschmutzen.

So wie mir geht es wahrscheinlich sehr vielen Menschen. Aus Faulheit wählt man den gemütlichsten Weg um von A nach B zu kommen, mag er auch noch so kurz sein. Dabei rechnet sich eine kurze Strecke auch rein wirtschaftlich nicht. Gerade bei Kurzstrecken und kaltem Motor ist der Verbrauch des Verbrennungsmotors überdurchschnittlich hoch.

 

Deswegen tut euch, eurem Gewissen und eurer Gesundheit etwas Gutes und fahrt mehr mit dem Fahrrad und weniger mit dem Auto. Unsere Umwelt wird es euch danken!

Klimaskeptiker und Medien am Pranger – Gezielte Desinformation über den Klimawandel

In einem sehr informativen und gut geschriebenen Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) schildert der Klimaforscher Stefan Rahmstorf, wie sogenannte Klimaskeptiker durch gezielte Desinformation der Bevölkerung und Vernebelungs-Taktiken effektiven Klimaschutz behindern bzw. blockieren.

Des weiteren werden die Verfehlungen der führenden Politiker in der Klimapolitik in den letzten 15 Jahren angeprangert. Durch die Lobbyarbeit der Skeptiker im Namen der Wirtschaft wird gezielt auf die Bremse beim Klimaschutz gedrückt. Außerdem stellt Rahmstorf die Frage, warum die Medien auf diese Zug ständig aufspringen und die bezahlten Skeptiker auch noch als Klima-Experten vorstellen. Von einer Qualitätskontrolle bei den Medien kann da keine Rede sein.

Den ganzen Artikel gibts hier in der Online-Ausgabe der FAZ.

The 11th hour – Klimaschutz Dokumentarfilm von Leonardo DiCaprio – Kino DVD

„The 11th hour“ ist ein von Leonardo DiCaprio produzierter Dokumentarfilm über den akuten Verfall unserer Umweltsysteme. Mit dem Begriff „11th hour“ wird im Englischen im Allgemeinen eine ablaufende Frist bezeichnet. Im Deutschen wird dies widerum oft als Deadline anglifiziert oder bildlich gesprochen wird oft die Bezeichnung „5 vor 12“ verwendet.

DiCaprio wandelt nicht nur als Produzent auf den Spuren von Al Gore (siehe dazu der Eintrag über An Inconvenient Truth), sondern übernimmt auch die Erzählerstimme und führt thematisch über die Möglichkeiten zur Rettung des Ökosystems der Erde und die Herausforderungen des Klimawandels. Zahlreiche prominente Wissenschaftler und Politiker wie Stephen Hawking oder Michail Gorbatschow kommen ebenfalls zu Wort.

Im Film werden eine Vielzahl der heutigen Umweltprobleme behandelt: die Globale Erwärmung, großflächige Abholzungen, massenhafte Ausrottung von Tierarten oder auch der Verlust von Lebensräumen in den Ozeanen. Neben der Darstellung dieser Probleme wird auch versucht, Hoffnung und mögliche Lösungen anzubieten: Regenerative Maßnahmen, ein Umdenken in der Nutzung der natürlichen Ressourcen durch den Menschen und in der sozialen Verantwortung. Zusätzlich wird von Wissenschaftlern und Öko-Aktivisten eine radikale Zukunft skizziert, wie man als Mensch in Einklang mit der Natur leben könnte anstatt fortwährend eine dominierende Rolle spielen zu müssen.

Seine Weltpremiere feierte der Film auf den Filmfestspielen in Cannes 2007 und wurde dort mit Begeisterung aufgenommen. In Amerika lief der Film in den Kinos bereits an, in Deutschland müssen wir auf „The 11th hour“ noch bis zum 15. November 2007 warten. Bis dahin muss als Vorgeschmack der Trailer reichen.