Die Arktis ohne Eis? – Eisfreier Nordpol in 15 Jahren möglich

Laut einem Artikel in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten haben Auswertungen von Satellitenfotos ergeben, dass die Fläche des Eises am Nordpol weniger als 3 Millionen Quadratkilometer beträgt. Dies ist insbesondere die niedrigste jemals gemessene Ausdehnung des Polareises. Damit ist in den letzten zehn Jahren die Eisfläche um etwa die Hälfte geschrumpt, was in etwa der Fläche Westeuropas entspricht.

Die Messergebnisse werden von Meteorologen als erschreckend bezeichnet, da sie dem entsprechen, was in Worst Case Szenarien prognostiziert wurde. Geht die Entwicklung des Schmelzens des arktischen Eises so weiter, könnte es nur noch 15 Jahre dauern, bis die Arktis im Sommer eisfrei ist. Dies ist ein weiteres Alarmsignal der globalen Erwärmung durch Treibhausgase wie CO2 oder Methan.

Die Folgen eines vollständigen Abschmelzen des Polareises wären gravierend. Der Meeresspiegel würde weiter ansteigen und durch die verminderte Reflektion des Sonnenlichtes würde sich der Treibhauseffekt verstärken. Eine weitere Erwärmung des Wassers am Nordpol könnte außerdem zur Freisetzung von riesigen Mengen an momentan im Boden gebundenen Mengen Methan führen, was die globale Erwärmung weiter verstärken würde.

Ein verwandtes ist Thema ist das <a href=“https://www.klimawandel-global.de/klimawandel/klimaveranderung-in-der-arktis-klimaerwarmung-bedroht-gronlandischen-eisschild/“ target=“_blank“>Abschmelzen des grönländischen Eisschildes</a> mit ebenso verheerenden Folgen für die gesamte Erde.

Veränderung der Ökosysteme unter Wasser – Folgen des Klimawandels für die Meere

Welche Folgen starke Klimaschwankungen auf Flora und Fauna haben können, hat man vor ca. 65 Millionen Jahren gesehen. Gemäß der Meteroitentheorie sorgte ein riesiger Meteor für gewaltige Staubaufwirbelungen, deren populärstes Opfer die Dinosaurier waren. Das Klima veränderte sich schlagartig auf unnatürliche Weise und alle Tierarten, die sich nicht den neuen Bedingungen schnell genug anpassen konnten, waren zum Aussterben verdammt.

Ähnliches wird nun heutzutage für die Weltmeere befürchtet. Viele Pflanzen und Tiere sind schon heute mit der Geschwindigkeit des Klimawandels überfordert. Als Ursachen werden der Anstieg der Säurehaltigkeit und der Temperatur des Wassers genannt. Die Versauerung des Wassers ist dabei auf den vermehrten CO2-Anteil im Wasser zurückzuführen. Dies wird zu völlig veränderten Ökosystemen führen, falls sich die Umweltbedingungen weiter so rasch verändern.

Als eines der Beispiele wird häufig die Erhöhung der Oberflächentemperatur der Meere benannt. In der Nord- und Ostsee ist diese in den letzten 20 Jahren im Mittel um ca. 1,5 Grad Celsisu gestiegen. Dies mag nicht viel erscheinen, reicht aber aus, um bestehende Arten zur Flucht zu zwingen und neue vormals im Mittelmeer heimische Fische eine Ansiedlung zu ermöglichen. Solche Tierarten, die nicht flüchten können (z.B. Korallen), sterben ab bzw. aus, da sie sich nicht schnell genug auf die veränderten Bedingungen einstellen können.

Würden wir nicht von Pflanzen und Tieren, sondern von Menschen sprechen, würde man von einem systematischen Genozid sprechen. Da viele der betroffenen Pflanzen am Anfang der Nahrungskette stehen, muss sich auch der Mensch Gedanken machen, welche Folgen die Veränderung der Weltmeere durch den Klimawandel für ihn hat. Eine wirkungsvolle Maßnahme wäre eine starke und schnelle Reduzierung des Ausstoßes der Treibhausgase, um die angestoßenen Umweltänderungen zumindest zu bremsen.

Klimaskeptiker und Medien am Pranger – Gezielte Desinformation über den Klimawandel

In einem sehr informativen und gut geschriebenen Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) schildert der Klimaforscher Stefan Rahmstorf, wie sogenannte Klimaskeptiker durch gezielte Desinformation der Bevölkerung und Vernebelungs-Taktiken effektiven Klimaschutz behindern bzw. blockieren.

Des weiteren werden die Verfehlungen der führenden Politiker in der Klimapolitik in den letzten 15 Jahren angeprangert. Durch die Lobbyarbeit der Skeptiker im Namen der Wirtschaft wird gezielt auf die Bremse beim Klimaschutz gedrückt. Außerdem stellt Rahmstorf die Frage, warum die Medien auf diese Zug ständig aufspringen und die bezahlten Skeptiker auch noch als Klima-Experten vorstellen. Von einer Qualitätskontrolle bei den Medien kann da keine Rede sein.

Den ganzen Artikel gibts hier in der Online-Ausgabe der FAZ.

The 11th hour – Klimaschutz Dokumentarfilm von Leonardo DiCaprio – Kino DVD

„The 11th hour“ ist ein von Leonardo DiCaprio produzierter Dokumentarfilm über den akuten Verfall unserer Umweltsysteme. Mit dem Begriff „11th hour“ wird im Englischen im Allgemeinen eine ablaufende Frist bezeichnet. Im Deutschen wird dies widerum oft als Deadline anglifiziert oder bildlich gesprochen wird oft die Bezeichnung „5 vor 12“ verwendet.

DiCaprio wandelt nicht nur als Produzent auf den Spuren von Al Gore (siehe dazu der Eintrag über An Inconvenient Truth), sondern übernimmt auch die Erzählerstimme und führt thematisch über die Möglichkeiten zur Rettung des Ökosystems der Erde und die Herausforderungen des Klimawandels. Zahlreiche prominente Wissenschaftler und Politiker wie Stephen Hawking oder Michail Gorbatschow kommen ebenfalls zu Wort.

Im Film werden eine Vielzahl der heutigen Umweltprobleme behandelt: die Globale Erwärmung, großflächige Abholzungen, massenhafte Ausrottung von Tierarten oder auch der Verlust von Lebensräumen in den Ozeanen. Neben der Darstellung dieser Probleme wird auch versucht, Hoffnung und mögliche Lösungen anzubieten: Regenerative Maßnahmen, ein Umdenken in der Nutzung der natürlichen Ressourcen durch den Menschen und in der sozialen Verantwortung. Zusätzlich wird von Wissenschaftlern und Öko-Aktivisten eine radikale Zukunft skizziert, wie man als Mensch in Einklang mit der Natur leben könnte anstatt fortwährend eine dominierende Rolle spielen zu müssen.

Seine Weltpremiere feierte der Film auf den Filmfestspielen in Cannes 2007 und wurde dort mit Begeisterung aufgenommen. In Amerika lief der Film in den Kinos bereits an, in Deutschland müssen wir auf „The 11th hour“ noch bis zum 15. November 2007 warten. Bis dahin muss als Vorgeschmack der Trailer reichen.

Mangel an Fachkräften im Bereich Erneuerbare Energien – Kommt das Wachstum ins Stocken?

Fast täglich liest man in den Medien über die Boombranche Erneuerbare Energien. Zweistellige Wachstumsraten bei den Umsätzen, neue Förderprogramme oder auch 6-stellige Zahlen an möglichen neuen Arbeitsplätzen in den nächsten Jahren sind nur einige der ständigen positiven Botschaften. Doch gerade letzter Punkt bringt Fachleute zum Grübeln, denn für das Besetzen der Positionen stehen gar nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung.

Seit Jahren sind technische Ausbildungen und Ingenieursstudiengänge beim Nachwuchs eher unbeliebt. Dies hat dazu geführt, dass es heute zu wenig gut ausgebildete Ingenieure, Techniker und Mechatroniker gibt. Dies wird in Zukunftsbranchen wie Erneuerbare Energien bereits mittelfristig zu vermindertem Wachstum führen, sofern nicht schnell Abhilfe geschaffen wird.

Erste Maßnahmen zur Gegensteuerung existieren bereits. Im November 2006 starteten beispielsweise Unternehmen und Verbände aus den Bereichen Umweltschutz und Erneuerbare Energien zusammen mit Umweltminister Sigmar Gabriel die Ausbildungsinitiative „Umwelt schafft Perspektiven“. Unter anderem wurden von den beteiligten Unternehmen 5.100 zuästzliche Ausbildungsplätze zugesagt. Diese sind auch dringend notwendig, wenn man Studien glauben darf, die in den nächsten beiden Jahrzehnten jeweils ca. 250.000 neue Arbeitsplätze auf dem Sektor der Erneuerbaren Energien erwarten.

Klimaforscher Rahmstorf in der Kritik – Klimaskeptiker und Lobbyisten schlagen zurück

Gestern haben wir noch über einen Artikel des Klimaforschers Stefan Rahmstorf berichtet, in welchem er zahlreiche Angriffe gegen Klimaskeptiker und Lobbyisten fuhr. Nun schlagen genau diese zurück, passenderweise ebenso mit einem Artikel in der FAZ.

„Richtigstellungen“ der Aussagen Rahmstorfs werden ebenso vorgenommen wie auch der Vorwurf, Rahmstorf betreibe einen Dschihad-ähnlichen religiös anmutenden Feldzug gegen alle, die auch nur ansatzweise einen Zweifel am Klimawandel äußern.

Nachzulesen gibts das Ganze hier in der Online-Ausgabe der FAZ

Klimawandel direkt vor unserer Haustür – Veränderungen des Klimas in Deutschland

Wer glaubt, der Klimawandel beträfe nur abgelegene Regionen in der Arktis oder Südseeinseln, der irrt sich. Es mag trivial klingen, aber hinter der globalen Erwärmung steckt nicht nur eine Phrase, sondern dies ist ein globales Problem. Deutschland wird auch davon betroffen sein, wenn nicht heute Maßnahmen für den Klimaschutz getroffen werden.

Ein kleiner Auszug aus den möglichen Veränderungen durch den Klimawandel in Deutschland:

  • Häufigere und schlimmere Überschwemmungen durch Hochwasser
  • Höhere Zahl der Sommer- und Tropentage
  • Wärmere Winter mit weniger Schnee und dafür mehr Regen
  • Zusätzliche Ernten durch höhere Temperaturen
  • Höhere Frequenz und Intensität von Winterstürmen mit größeren Schäden an Wäldern und Gebäuden
  • Ansiedlung neuer Tierarten, Verdrängung existierender Flora und Fauna
  • Krankheiten, die bislang nur in den (Sub-)Tropen existieren

Hoffen wir, dass es jedem in Kürze von selber klar wird, dass auch Deutschland vom Klimawandel massiv betroffen sein wird … und nicht erst dann, wenn es Jahr für Jahr ein neues „Jahrhunderthochwasser“ an der Oder am Rhein gibt, sich die Anopheles-Mücke (Überträger der Malaria) in Deutschland einnistet oder verheerendere Wintersturm à la Kyrill zur Gewohnheit werden.

In diesem Sinne… packen wir den Klimaschutz an! Für ein Klima im gesunden Gleichgewicht!

P.s.: Österreicher und Schweizer dürfen sich natürlich ebenso angesprochen fühlen. 🙂

Treibhaus Deutschland – Ein Buch zum Thema Klimawandel in Deutschland

In dem 380-seitigen Buch behandelt der Autor Dr. Karsten Brandt den Klimawandel in Deutschland und seine Auswirkungen. In sachlicher Weise schreibt Brandt über die bevorstehenden Klimaveränderungen in Deutschland. Themen sind dabei u.a. die Auswirkungen des Anstieg des Meeresspigels und die Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft. Anhand aktueller Klimadaten aus allen Regionen Deutschlands werden die Trends bei Temperatur, Niederschlag, Stürmen und Frosttagen präsentiert.

So oder so ähnlich lesen sich die Pressemitteilungen über das neue Buch von Karsten Brandt „Treibhaus Deutschland. Der Klimawandel in Deutschland und seine Auswirkungen“. Ob das Buch dem Hype gerecht wird und es zu einem Standardwerk im Themengebiet Klimawandel wird, wird sich ab dem offiziellen Verkaufsstart am 7. September zeigen.

Vorbestellen bzw. kaufen kann man das Buch im Buchhandel oder online z.B. bei Amazon.

„Treibhaus Deutschland. Der Klimawandel in Deutschland und seine Auswirkungen“ versandkostenfrei bestellen.Mehr Literatur zum Thema Klimawandel finden Sie in unserer Sektion Bücher & DVD..

Der Energieausweis in Deutschland – Bewertung der Energieffizienz von Gebäuden

Im Jahr 2002 wurde durch die EU-Richtlinie „Energy Performance of Buildings Directives“ den Mitgliedsstaaten vorgegeben, die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in nationales Recht umzusetzen. Daraufhin erstellte die Deutsche Energie-Agentur GmbH einen Prototyp für einen Deutschland-weit einheitlichen Ernergieausweis und testete diesen 2004 in einem Feldversuch an ca. 4000 Gebäuden. Nach dem erfolgreichen Test wurde dann 2007 in der Energieeinsparverordnung (EnEV) der Begriff Energieausweis offiziell definiert und beschrieben.

Nach der EnEV ist bei Errichtung oder Erweiterung von Gebäuden ein Energieausweis auszustellen. Steht ein bestehendes Gebäude zum Verkauf oder zur Vermietung, gilt auch hier, dass potenziellen Mietern oder Eigentümern dieser Ausweis vorzulegen ist.

Grundlage für den Energieausweis für bestehende Gebäude kann wahlwise entweder der berechnete Energiebedarf (sozusagen der theoretische Wert) oder der gemessene Energieverbrauch (der Wert aus der Praxis) sein. Die Wahlfreiheit gilt jedoch nicht für Wohngebäude mit maximal 4 Wohnungen, bei denen vor dem 1. November 1977 der Bauantrag gestellt wurde.

Dem Energieausweis sind idealerweise neben der Angabe des theoretischen/praktischen Energieverbrauchs auch Vorschläge beigefügt, die zur Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudes beitragen können. Eine Pflicht dazu besteht jedoch nicht.

Zur Ausstellung eines Energieausweise berechtigt sind z.B. studierte Architekten, Bauingenieure, Maschinenbauer & Elektrotechniker, Handwerksmeister oder staatlich geprüfte Techniker aus der Gebäudetechnik, sofern diese eine gewisse Spezialisierung im Bausektor aufweisen.

Trotz der guten Absichten gibt es auch Kritik am Energieausweis. Mangelnde Transparenz und Einfachheit sorgt dafür, dass Laien mit den verwendeten Begriffen nicht zurechtkommen und auf die Aussagen der „Experten“ vertrauen müssen. Eine Prüfung der Qualität der Berechnungen ist somit nicht möglich. Wie so oft wurde eine gute Idee durch Paragraphenreiter und Lobbyisten so kompliziert gemacht, dass sich Otto Normalverbraucher wieder mit einem Haufen Bürokratie rumschlagen muss.

Warten wir ab, was die Zukunft bringt. Die nächste Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) kommt bestimmt… 🙂

Deutsche Automobilhersteller verbannen Klimakiller-Kältemittel aus den Klimaanlagen

In Klimaanlagen deutscher Autos soll in Zukunft auf die Verwendung der zu den Treibhausgasen gehörenden Gruppe der Fluor-Kohlenwasserstoffen (FKWs) verzichtet werden. Stattdessen soll nur noch Kohlendioxid als Kältemittel dienen. Ein richtiger Schritt, der allerdings reichlich spät kommt. Zum Vergleich: Diese Maßnahme haben Hersteller von Haushalts-Kältegeräten schon vor einem Jahrzehnt durchgeführt.

Als vor vielen Jahren erkannt wurde, das Treibgase aus der Gruppe der Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKWs) schädlich für die Ozonschicht waren, wurden diese für die Verwendung in Kälte erzeugenden Maschinen verboten. Die Zwischenlösung waren daraufhin fluorhaltige Kohlenwasserstoffe (FKWs). Am bekanntesten ist bis heute das Kältemittel Tetrafluorethan (auch R134a bezeichnet). Dieses ist jedoch bei Entweichen aus dem Kältekreislauf ebenso ein Gas, das den Treibhauseffekt fördert und somit das Attribut Klimakiller verdient.

Die deutschen Autohersteller haben nun eine gemeinsame Erklärung herausgegeben, nach der sie zukünftig auf FKWs als Kältemittel für die Klimaanlagen verzichten wollen. Damit kommen sie einer EU-Regelung zuvor, die ab 2011 sowieso den Einsatz von FKWs als nicht zulässig deklariert hätte. Außerdem kamen die deutschen Automobilproduzenten in der Klimaschutzdebatte zunehmend ins Hintertreffen gegenüber der Konkurrenz aus Japan, Frankreich oder Italien. Gute PR durch einen solchen Vorstoß kann da nur helfen.

Entgegen der üblichen Praxis, nach der verfeindete Lobbyisten gute Vorschläge der Gegenseite unabhängig vom Inhalt zerpflücken, würdigten Sprecher von Greenpeace und der Deutschen Umwelthilfe den Vorstoß der Autobauer. Von mutigen und wegweisenden Entscheidungen wurde gesprochen.

Greenpeace und Automobilhersteller auf derselben Seite … diesen Tag sollte man sich einrahmen, denn schon morgen könnten sie wieder verfeindet gegenüberstehen. 🙂