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UN-Klimaschützer weigern sich, klimaneutral zur Klimakonferenz nach Bali zu reisen

Wer Rang und Namen in Sachen Klimawandel und Klimaschutz hat (oder sich dies zumindest zuschreibt), befindet sich in diesen Tagen in Indonesien und nimmt an der UN Klimaschutzkonferenz auf Bali teil. Ob der Klimagipfel ein Erfolg wird oder es wie schon 2005 in Montreal bzw. 2006 in Nairobi zu keinem nennenswerten Durchbruch kommt, werden die nächsten Tage zeigen. Einen Verlierer gibt es heute schon und das ist - man höre und staune - das Klima.

Um die zigtausend Personen nach Bali zu befördern, werden noch vor dem Sprechen des ersten Wortes Millionen Tonnen an Treibhausgasen in die Atmosphäre gejagt. Das ist ohne Frage unvermeidlich, wenn man den gesamten globalen Klimaschutz-Apparat zentral an einem Ort der Welt versammeln möchte. Doch laut SpiegelOnline-Recherche hat es die Mehrheit der Uno-Teilnehmer abgelehnt, sich "CO2-neutral" nach Bali befördern zu lassen. Flüge mit freiwilligem monetären Aufschlag für den Klimaschutz sollten eigentlich jedem bekannt sein. Bei einem Flugticket mit Attribut "klimaneutral" werden zwar genauso Treibhausgase wie CO2 beim Fliegen emittiert, jedoch wurd später der voluntaristische Obulus in Öko-Projekte reinvestiert, wodurch das beim Flug entstandene Kohlendioxid wieder abgebaut wird.

Diese Mehrkosten waren wohl zahlreichen (selbsternannten) Klimaschützern zuviel und so haben sie sich der CO2-Abgabe verweigert. Konnte man diese Kosten nicht in der Spesenabrechnung unterbringen oder hat man gehofft, dass niemand nachrecherchiert? Glaubhaftigkeit zu erzeugen sieht in meinen Augen auf jeden Fall anders aus und somit wird schon mal einen dunkler Schatten auf die weiteren Bemühungen in Indonesien geworfen. Ich bin kein großer Fan des CO2-Ablasses, denn dies ist auch nicht das Gelbe vom Ei, aber es ist zumindest ein Zeichen von gutem Willen.

Unser Umweltminister Gabriel zeigt im Übrigen, wie man es richtig macht. Der klingelte nachts um drei beim Steinbrück, fragte nach einem Sonderetat auf Staatskosten und fliegt nun mitsamt der gesamten deutschen Delegation klimaneutral nach Bali.

2 Lesermeinungen

Mitchell meint:

Als ob mit einem freiwilligen oder unfreiwilligen CO2-Aufschlag das ganze CO2 wie durch ein Wunder wieder verschwinden würde. Das ist doch alles Augenwischerei. Ich habe bisher noch keine vernünftiges Kompensationsprojekt gesehen, ausser dass man unterentwickelten Ländern die Flügel der Entwicklung stutzt. Hauptsache wir leben gut.

Ich habe in den letzten Wochen an allen Fenstern meiner Wohnung Geranienkästen angebracht. Wieviele CO2-kompensierte Frühstückseier darf ich mir dafür kochen?

Susanne meint:

Ich finde,dass Bali zwar nicht ganz umsonst war...aber auch nicht wirklich viel gebracht hat.es wurde kein richtiges abkommen gefunden, und die USA blockieren sich ganz schön.Hoffentlich kann man den Klimawandel noch retten...

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Über diesen Artikel

Dieser Artikel stammt von Harald und wurde am 3.12.07 21:13 veröffentlicht.

Zusammenfassung

UNO-Klimaschützer fliegen nach Bali ... nicht-klimaneutral! Verweigerung der freiwilligen Zahlung der CO2-Abgabe bei den Flugreisen zur Klimaschutzkonferenz

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