Der anhaltende Boom bei den Erneuerbaren Energien sorgt auch auf dem Arbeitsmarkt für Aufwind. Bis jetzt sind im Bereich Erneuerbare Energien 235.000 Arbeitsplätze entstanden, bis 2020 sollen weitere 200.000 folgen.
Garant für diese Entwicklung wird das im Dezember 2007 beschlossene Klimaschutzpaket der Bundesregierung. So soll beispielsweise der nationale Strombedarf bis 2020 zu 30 Prozent durch regenerative Energienquellen gedeckt werden (momentan 14 Prozent). Auch soll ein Wärmegesetz einen deutlich höheren Anteil erneuerbarer Energien zur Wärmeversorgung bei Gebäuden vorschreiben.
Diese Entwicklungen bilden eine sichere Basis für die zu erwartenden neu geschaffenen Arbeitsplätze. Bleibt nur noch das Problem mit der Bedarfsdeckung: Einer derart hohen Anzahl an Arbeitsplätzen steht nur ein begrenztes Kontingent an qualifiziertem Personal gegenüber.
Vielleicht sollte das Arbeitsamt in Zukunft besser Energietechniker- Umschulungen anbieten, als den millionsten Mediengestalter auf die Menschheit loszulassen
Der Kollaps gleich zweier Windturbinen der Firma Vestas hat in Dänemark zu einer öffentlichen Diskussion über Anlagensicherheit von Windrädern geführt. Laut einer Aussage der dänischen Klimaministerin Hedegaard hatten ähnliche Vorfälle außerhalb Dänemarks ihre Ursache in Mängeln bei der Wartung und Instandhaltung. Eine Untersuchung der Vorfälle wurde angeordnet.
Die Zerstörung einer der Windturbinen während eines Sturms hatte sich angekündigt, wodurch Zeit war, Kameras zu positionieren. Das erst Video zeigt, wie der 60 Meter hohe Turm durch die Explosion quasi in der Mitte auseinandergerissen wird:
2. Video, aus der Entfernung:
Ursache für den Unfall war ein Defekt bei der Regulierung der Geschwindigkeit der Rotorblätter. Normalerweise sollten auch beim stärksten Sturm die eingebauten Bremsen eingreifen, die für eine Drosselung der Rotationen sorgen.
Der Hersteller Vestas kündigte ebenfalls eine interne Untersuchung an. Ein Grund, über Anlagensicherheit von Windturbinen zu reden, bestehe jedoch angesichts der 35.000 anderen (davon auch zahlreiche in Deutschland) einwandfrei funktionierenden Windrädern nicht.
Gemäß einer am 27.02.2008 veröffentlichten Studie des World Wildlife Fund (WWF) unter dem Titel „Deforestation, Forest Degradation, Biodiversity Loss and CO2 Emissions in Riau, Sumatra, Indonesia“ wird in der Provinz Riau auf der indonesischen Insel Sumatra die Zerstörung des Regenwaldes wie nirgendwo sonst auf der Welt vorangetrieben. Nicht nur die oft erwähnte Gewinnung von Agrarflächen zur Gewinnung von Palmöl, sondern auch die billige Gewinnung von Zellstoff zählt zu den Haupttreibern dieser Entwicklung.
Mit der Zerstörung der Ökosysteme wird auch in Kauf genommen, den Lebensraum von zahlreichen Tierarten zu vernichten. „Prominenteste“ Opfer dieser Entwicklung sind Tiger und Elefanten, deren Populationen im letzten Vierteljahrhundert dramatisch zurückging.
Wie die Studie zeigt, wurden innerhalb der letzten 25 Jahre allein in der Provinz Riau rund 4,2 Millionen Hektar und somit 65 Prozent der ursprünglichen Wälder vernichtet. Im gleichen Zeitraum schrumpfte die dortige Elefantenpopulation um 85 Prozent auf nur noch 210 Tiere. Der Tigerbestand ging um 70 Prozent auf 192 Tiere zurück.Die Hauptschuld für die Umweltzerstörung im großen Stil gibt der WWF den beiden international tätigen Papierkonzernen APP und APRIL.
Quelle: WWF.de
Eine graphische Illustration des Ausmaßes der Zerstörung zeigt die folgende aus der WWF-Studie entnommene Abbildung der Provinz Riau (ca. ein Viertel der Fläche der Bundesrepublik Deutschland):
Die grünen Flächen sind (noch) bestehende Regenwälder, die roten und orangenen Flächen markieren die in den letzten 25 Jahren zerstörten Waldgebiete und illustrieren die dramatischen Entwicklungen sehr deutlich.
Wer in Zukunft seine morgendliche Zeitung aus Papier aufschlägt, sollte deshalb nicht automatisch ein schlechtes Gewissen haben. Dennoch gilt es, ein Bewusstsein für den Raubbau an der Natur zu entwickeln und Organisationen wie den WWF zu unterstützen. Ein Beitrag zum Umweltschutz ist auch ein Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel.
Passend zum Schwerpunkt Green IT der weltgrößten Computermesse Messe mischt die Umweltschutzorganisation Greenpeace erstmals auf der diesjährigen CeBIT 2008 mit einem eigenen Stand mit. Interessierten Messebesuchern soll die aktuelle Kampagne Eliminate Toxic Chemicals näher gebracht werden, deren Inhalt die Durchsetzung umweltbewusster Produktion und effektivem Recycling von IT-Technik ist.
Gefährliche Chemikalien und Werkstoffe müssen gänzlich aus dem Herstellungsprozess verschwinden.
Nach Schätzungen der UN werden weltweit jährlich 20 bis 50 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert, das entspricht mehr als fünf Prozent der festen Abfallstoffe. Europaweit werden pro Jahr etwa 8,7 Millionen Tonnen alter Elektronikgeräte ausrangiert.
[…]In der EU werden beispielsweise nur etwa 25 Prozent des Elektroschrotts gesondert gesammelt und entsorgt. Die restlichen 75 Prozent gehören zum hidden flow, dem versteckten Strom des Elektrokschrotts. Niemand weiß, was mit ihm geschieht, ob er gelagert, mit gewöhnlichem Müll zusammen entsorgt oder ins Ausland exportiert wird.
Besonders in Schwellenländern wie Indien und China läuft der Recyclingprozess größtenteils informell ab. Mit der Folge, dass dort lediglich ein Prozent des Elektroschrotts fachgerecht entsorgt wird. Der Rest verschwindet. Greenpeace nimmt an, dass die alten PCs oder Handys in Schwellenländern zumeist in einer primitiven Form des Recyclings auseinander genommen werden, um Rohmaterialien wiederverwerten zu können. Dabei kommen die Arbeiter unweigerlich mit den giftigen Chemikalien in den Geräten in Kontakt.
Wir können nicht mit Sicherheit sagen, was mit dem E-Waste passiert, wenn er erstmal aus dem normalen Recyclingsystem verschwunden ist, erklärt Martin Hojsik, Chemie-Kampagner bei Greenpeace International. Deswegen ist es so wichtig, dass die Hersteller ihre Rücknahme verbessern und vor allem die schädlichen Substanzen aus ihren Produkten entfernen.
Jetzt haben wir es schwarz auf weiss. Amerikanische Wissenschaftler untersuchten die Ökobilanz von Solarstrom im Vergleich zu herkömmlichen Stromquellen, das Ergebnis der Studie war eindeutig Pro-Photovoltaik. Im Vergleich zu Normalstrom werden bis zu 90 Prozent weniger Schadstoffe freigesetzt. Berücksichtigt wurde neben dem Betrieb vor allem die Produktion aller Bestandteile von Photovoltaikanlagen.
Der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien umfasst viele positive Aspekte, wie beispielsweise Schaffung neuer Arbeitsplätze, Klimaschutz oder auch steigende Unabhängigkeit gegenüber herkömmlichen Energiequellen. Diese Untersuchung zeigt eindrucksvoll, dass sich Investitionen in erneuerbare Energien auch unter der Betrachtung nachhaltiger Aspekte zweifelsfrei auszahlen.
Einer Analyse der Beratergesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge springen derzeit rund 40 Prozent der Technologie-Chefs auf den Green IT -Zug auf. Hintergrund für dieses Bestreben ist natürlich nicht Engagement für den Umweltschutz, vielmehr erhofft man sich einen gehörigen Imageschub und Wettbewerbsvorteil durch die Produktion oder Nutzung nachhaltiger IT-Produkte.
Nach den Ergebnissen der Studie besteht für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen ein gewaltiges Marktpotential. Dennoch wird von den positiven Imageeffekten nur profitieren, wer rechtzeitig diesen neuen Trend erkannt hat. Weitere Anreize müssen dann in Zukunft vom Gesetzgeber geschaffen werden, um die Nutzung von Green IT auf die gesamte Wirtschaft auszuweiten. Nur so können signifikante Reduktionen von CO2-Emissionen erreicht werden. Mit 600 Millionen Tonnen Kohlendioxid ist die IT-Industrie einer der Top-Emittenten des klimaschädlichen Treibhausgases.
61 Prozent der befragten Manager gaben an, dass eine Ausweitung von Umweltschutzmaßnahmen eine entscheidende Rolle in der Unternehmensentwicklung spielt, um nicht von Kunden als Umweltsünder abgestempelt zu werden. Von dieser Entwicklung sind weite Bereiche im Unternehmen betroffen, von Forschung und Entwicklung, Produktion bis hin zu Marketing. Es gilt „grüner“ zu sein als die Konkurrenz.
Die Untersuchung belegt, dass viele Hardwarehersteller bereits auf nachhaltige Produktion setzen und gezielt Argumente wie Energieeffizienz, Schadstofffreiheit oder Recyclingsmöglichkeit zur Kundengewinnung einsetzen. Bei Softwareherstellern und im IT-Diestleistungssektor besteht derzeit noch Nachholbedarf.
Hintergrundinformationen zu Green IT finden sich im nachfolgenden Artikel:
Der Technische Fortschritt hat durchaus seine Schattenseiten. Die ständige Verbesserung von Produkteigenschaften im Elektronikbereich führte zu einer Art Zwang der zyklischen Erneuerung. Defekte und veraltete Geräte wie beispielsweise Computer, Telefone oder Fernseher werden deshalb regelmäßig entsorgt. Allein in Europa fallen jährlich etwa 8,7 Millionen Tonnen Elektroschrott an, weltweit sind es sogar bis zu 50 Millionen Tonnen.
Dabei ist der Entsorgungsweg des so genannten E-Waste nicht immer zweifelsfrei geklärt. Einem Bericht der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge wird ein Großteil des Elektronik-Schrotts nicht recycled, sondern unter anderem mit dem Hausmüll entsorgt oder gar ins Ausland exportiert.
Nur etwa 25 Prozent des Elektroschrotts werden in der EU gesondert gesammelt und entsorgt – die restlichen 75 Prozent gehören zum „hidden flow“ – dem versteckten Strom des E-Waste. Niemand weiß, was mit ihm geschieht, ob er gelagert, mit gewöhnlichem Müll zusammen entsorgt oder ins Ausland exportiert wird, um dort entweder wiederverwertet oder entsorgt zu werden. Ein Export der giftigen Abfälle würde gegen geltendes EU-Recht verstoßen.
[…]Weder über die Vernichtung noch über den Export des Großteils des Elektroschrotts gibt es Daten. In den USA tauchen sogar nur 20 Prozent der verkauften Technik jemals wieder als Müll auf. In Schwellenländern wie Indien und China läuft der Recyclingprozess größtenteils informell ab – mit der Folge, dass dort lediglich ein Prozent des Elektroschrotts fachgerecht entsorgt wird. Der Rest verschwindet: Allein in Indien jährlich 143.000 Tonnen.Greenpeace nimmt an, dass die alten PCs oder Handys in Schwellenländern zumeist in einer primitiven Form des Recycling auseinander genommen werden, um Rohmaterialien wiederverwerten zu können. Dabei kommen die Arbeiter unweigerlich mit den giftigen Chemikalien in den Geräten in Kontakt.
[…]
Auch die Rücknahmeprogramme einiger PC-Hersteller haben bisher keinen großen Erfolg: Nur etwa zehn Prozent der kaputten Geräte landen wieder bei den Produzenten. Eine Ausnahme stellt Sony in Japan dar, wo strengere Gesetze zur Rücknahme gelten: Die Recyclingrate liegt hier bei 53 Prozent.
Diese Daten bestätigen die dringende Notwendigkeit von verbesserten Rücknahmeangeboten seitens der Hersteller sowie die Verbannung schädlicher Substanzen aus den Elektrogeräten.
Nachfolgend eine interessante englischsprachige Dokumentation zum Thema E-Waste. Hier wird verdeutlicht, welch gravierende Folgen unsachgemäßes Recycling für Mensch und Natur haben kann:
Die Umweltschutzorganisation WWF sucht für eine zehntägige Schiffsexkursion in die Arktis junge „Klimabotschafter“ zwischen 17 und 21 Jahren. Dabei werden aus Schweden, Norwegen, Kanada, USA, Russland und Deutschland je zwei Kandidaten ausgewählt.
Über ein Online-Lernprogramm gibt es nach erfolgreicher Bewerbung eine Einführung in die Wissenschaft des Klimawandels und die Empfindlichkeit des arktischen Ökosystems. Dabei wird auch auf politische und wirtschaftliche Zusammenhänge und Lösungsmöglichkeiten eingegangen.
Als Höhepunkt des Ausbildungsprogramms folgt dann eine zehntägige Schiffsexkursion vom 8. bis zum 20. Juni 2008 nach Spitzbergen um die Zeichen des Klimawandels live mitzuerleben. Mit an Bord sind wieder Wissenschaftler, welche die wissenschaftlichen Zusammenhänge des Klimawandels weiter erläutern.
Bist Du zwischen 17 und 21 Jahren, hast von 8. bis 20. Juni nichts besonderes vor und engagierst Dich für den Klimaschutz, dann bewirb Dich jetzt!
Der Energiekonzern E.ON hat wieder einen neuen Werbespot produziert, um sich medienwirksam ein grüneres Image zu verpassen. War es zuletzt ein noch in der Planungsphase befindliches Gezeitenkraftwerk, das im Mittelpunkt stand, bewirbt E.ON nun ein tatsächlich realisiertes Projekt.
In der Nähe von Schwandorf (Oberpfalz, Bayern) nahm E.ON im Februar 2008 eine Bioerdgas-Anlage in Betrieb, die seitdem rund 1.000 Kubikmeter Bioerdgas pro Stunde in das Erdgas-Leitungsnetz der Stadt einspeist. Somit kann der Wärmebedarf von ca. 5.000 Haushalten gedeckt werden. Die dafür benötigte Biomasse liefern rund 100 Landwirte aus dem Landkreis Schwandorf. Durch die lokale Produktion des Energieträgers wird sichergestellt, dass lange Transportwege vermieden und die damit verbundenen Treibhausgas-Emissionen gering gehalten werden.
Hier der E.ON Werbespot, das die Grundzüge der Technik illustriert:
E.ON beabsichtigt, in Zukunft weitere Anlagen dieser Machart zu bauen. An sich ist es eine lobenswerte Sache, auf erneuerbare Energieträger in einem System mit dezentralisierter Stromerzeugung zu setzen. Doch bei allem Lob für dieses Konzept ist die Schattenseite der neuen E.ON Kampagne all jenes, was im Werbespot nicht erwähnt wird.
Die elektrische Leistung der Bioerdgas Anlage in Schwandorf mit rund 10 Megawatt gehört zu den nicht erwähnten Fakten. Verglichen mit dem kürzlich beschlossenen Bau eines Gaskraftwerks im Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) mit einer Kapazität von 1.200 Megawatt ist dies verschwindend gering. Dort wird jedoch nicht auf Bioerdgas gesetzt, sondern auf russisches (fossiles) Erdgas, das über die Gazprom-Ostsee-Pipeline gen Westen strömt. Über solche Nachrichten freut man sich zwar auf Aktionärsversammlungen, aber für die Imagepflege greift man in den Massenmedien dann doch lieber auf wesentlich kleinere Vorzeigeprojekte.
In Summe bleibt bei ganzheitlicher Betrachtung der Investitionsprojekte von E.ON wie schon bei der Gezeitenkraftwerk-Kampagne ein fader Beigeschmack. Für jeden Euro, den E.ON in erneuerbare Energien steckt, werden 10 weitere Euro in andere Projekte wie den Bau neuer Kohle- und Gaskraftwerke gesteckt. Medienwirksam werden kleine saubere Projekte ausgelobt, wohingegen hintenrum die schmutzigen Großprojekte und damit die eigentlichen Gewinnbringer abseits des öffentlichen Interesses durchgeführt werden.