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Klimawandel: Indonesien im Blickpunkt


Seit Langem schon verschwinden jährlich mehr als 13 Millionen Hektar Wald, was in etwa der Größe Bayerns, Baden-Württemberg und Hessens zusammen entspricht.

Als ein akuter Brennpunkt stellt sich Indonesien und sein Regenwald dar. Auf den beiden großen Inseln Sumatra und Boreno spielt sich eine Waldvernichtung mit akuten Ausmaßen ab.

Etwa 20 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen resultieren aus der Zerstörung von Urwäldern. Und Indonesien gehört inzwischen durch seine zunehmende Urwaldzerstörung - nach China und den USA, zu den weltweit drittgrößten Produzenten von Treibhausgasen.

Etwa 20 Prozent der ursprünglichen Wälder sind heute noch in großen, intakten Waldlandschaften erhalten. Aber die moderne industrielle Nutzung sorgt dafür, dass Wälder zerstückelt und so anfälliger für Dürren und Brände. Durch Waldbrände werden wiederum mehr Treibhausgase freigesetzt. Ein ewiger Teufelskreis, der nur schwer zu Stoppen ist.

Indonesien - Land des Palmöls, der zerstörten Wälder und des Klimawandesl

Die Regenwälder des asiatischen Inselstaates gehören nicht nur zu den ältesten Wäldern der Erde, sondern auch zu jenen, mit der größten Vielfalt an Tieren. Als ein Teil des indomalaiischen und australischen Florengebietes - einer Waldregion, die sich von Malaysia bis zu Südspietze Neuguineas zieht - beherbergt Indonesien eine faszinierende Artenvielfalt an Tieren.

Vernichtung des Waldes - Vernichtung von Lebensraum

Aber nicht nur die Wälder mit ihrer Pflanzenvielfalt sind durch die Rodung bedroht, sondern auch der Lebensraum von Tieren. Die Wälder des Inselstaates beherbergen bisher noch so seltene Großsäuger, wie das Java- und das Sumatra-Nashorn oder der Sumatra-Elefant. Aber auch deren Bestände gehen stängig zurück. Von den Tiger-Unterarten Indonesiens wurdne bereits der Bali- und der Java-Tiger komplett ausgerottet. Nur einige Exemplare des Sumatra-Tiger streifen noch durch die Wälder.

Unter diesen unmittelbar bedrohten Lebewesen befindet sich auch der Orang-Untan. Dieser Menschenaffe kommt nur noch auf Sumatra und Borneo vor und ist, wie alle anderen bereits erwähnten Tierarten, vom Aussterben bedroht.

Es verschwindet täglich ein Stück mehr der grünen Lunge der Erde. Und mit der Vernichtung des Waldes, durch Abholzung, Brände oder die Umwandlung der Waldfäche in Holz- und Papierplantagen, so wie Palmölplantagen, verschwindet auch ein Stück mehr Heimat für diese seltenen Tierarten. Als wäre das nicht schon tragisch genug, werden auch noch regelmäßig neue Arten entdeckt. Allein zwischen 2005 und 2006 wurden von Forschern über fünfzig neue Spezien entdeckt. Wir werden nie genau wissen, wem wir den Lebensraum noch entziehen, wenn diese Waldvernichtung nicht sofort gestoppt wird.

Waldrodung und Klimawandel haben weitreichende Folgen

Als Folge des Klimawandels könnte Indonesien seinem Umweltministerium zufolge bis 2030 mehr als 2.000 seiner Inseln verlieren. Die weitgehend unbewohnten, kleinen Inseln sind von Überschwemmungen bedroht. Dies sagte Umweltminister Rachmat Witoelar am Montag. Experten der Vereinten Nationen (UNO) hätten bis 2030 einen Anstieg des Meeresspiegels um etwa 89 Zentimeter vorhergesagt.

Was treibt das Waldsterben voran?

Gehörten die Wälder Indonesiens mit seinen mehr 2.000 Inseln einst zu den größten der Welt, schwindet die Fläche nun von Tag zu Tag mehr. Um noch intakte Waldgebiete zu finden, muss man sich in die Gebirgsregionen begeben oder in andere weniger zugängliche Regionen voranwagen. Ein Großteil der Gesamtfläche ist derweil der unnachgiebigen und rücksichtslosen Forst- und Palmöl-Industrie zum Opfer gefallen. Es handelt sich nämlich nicht immer um genehmigte Rodungen. Aber auch wenn man den illigalen Holzeinschlag nicht berücksichtigen würde, wäre das Ausmaß der Waldabholzung in Indonesien enorm. So wurden im Jahr 2006 mehr als 29 Millionen Hektar Wald für Holzschlagkonzessionen und weitere 10 Millionen Hektar Wald für die gesammte Umänderung in Holzplantagen vorgesehen.

Verantwortung: Jetzt und in Zukunft

Die indonesische Regierung muss handeln. Neben der Aufschiebung der Entwaldung und des industriellen Holzeinschlags sind klare Gesetze, Steuerung und Strafverfolgung sowie ein System zur verantwortungsvollen Bodennutzung nötig.

Auch Deutschland kann sich seiner Verantwortung nicht entziehen, Werden doch jährlich etwa eine Million Tonnen Palmöl importiert. Das billige Öl findet nicht nur in der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie Verwednung, sondern auch als Kraftstoff. Es sind nicht nur die Industrie, die Palmöl zur Herstellung ihrer Produkte verwenden, in der Plicht. Auch Verbraucher sollten sich informieren und konsequent handeln, um einen Beitrag bei der Rettung von Indonesiens Wald und Tieren zu leisten!




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Über diesen Artikel

Dieser Artikel stammt von Maria und wurde am 20.01.11 12:40 veröffentlicht.

Zusammenfassung

Jedes Jahr verschwinden mehr als 13 Millionen Hektar Wald. Ein akuter Brennpunkt ist Indonesien und sein Regenwald. Mit der Waldrodung für Palmölplantagen verschwindet auch der Lebensraum für viele Tiere, die vom Aussterben bedroht sind.

Stichwörter

Wald, Klima, Klimawandel, Urwald, Indonesien, Palmöl, Politik, Verbraucher, Regenwald, Abholzung, Waldrodung, Lebensrau, Artenvielfalt, Tiere, Pflanzen, Lebewesen, Waldsterben, Zukunft

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