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Ackerland als Hoffnung für Millionen Menschen in Afrika


In Afrika gibt es Grund zur Hoffnung - aber nicht ohne seine Schattenseiten. Der Klimawandel hat Ackerland in Ostafrika noch wertvoller gemacht. Während in anderen Teilen der Erde Wüsten wachsen und Felder verschlingen wächst gleichzeitig der Bedarf nach Getreide und andren Grundnahrungsmitteln.

Die Menschen in Afrika haben die Hoffnung, dass ihr Stück fruchtbares Land ihnen zu einem besseren Leben verhilft. Familien die ihr eigenes Getreide und Gemüse anpflanzen und anschließend auf dem Markt verkaufen erhoffen sich eine Chance auf eine bessere Zukunft. Und für manche mag das auch wahr werden.

Aber es gibt auch Schattenseiten dieser neuen Entwicklung.

Äthiopien gilt als Afrikas wasserturm. Der blaue Nil und der weißer Nil ziehen von hier aus durch das Land, vereinigen sich und machen zum Beispiel Ägypten zu einem fruchtbaren Flecken Erde. So langsam begreift auch Äthiopien diesen Wert und möchte ihn natürlich in Zukunft nicht einfach mehr so davon fließen lassen ohne Gegenleistung.

Das kann eine große Chance für Afrika sein, aber weckt auch das Interesse von stärkeren Mächten und Institutionen, die hier Profit riechen.

Im abgelegenen Südwesten von Äthiopien entsteht gerade eines der größten Farmprojekte des Kontinents. Dort werden Versuchsanlagen für Reis angelegt - einem Grundnahrungsmittel, dass hier eigentlich nicht hergehört. Das geheimnisvolle Gigaprojekt schafft damit zwar Möglichkeiten für neue Arbeitsplätze, dennoch sollte man der industrialisierten Landwirtschaft die sich hier breit macht, skeptisch gegenüber bleiben. Denn wem dient es letztendlich? Der einheimischen Bevölkerung, den hungernden Kindern des Kontinents oder ausländischen Investoren?

Schon allein die Schicksale der Menschen, die für dieses landwirtschaftliche Versuchsmodel mit gigantischen Ausmaßen, von ihrem Besitz vertrieben wurden, werfen ein fahles Licht auf die Intentionen der Unternehmer.

Heute hausen die vertriebenen Landbesitzer in notdürftigen Hütten in der ganzen Umgebung verstreut. Laut eignen Aussagen, wurden sie nicht gefragt, sondern einfach verjagt. Und das ganz legal, denn in Äthiopien herrscht eine sozialistische Diktatur. Damals ist sind sie auf die Versprechungen der Regierung und Investoren hereingefallen und werden jetzt nur noch auf ihrem eigenen Land geduldet, aber besitzen tun sie es nicht mehr. Und das nur, weil ihr Land zu wertvoll in den Augen von anderen wurde.

Diese Schicksale werden kein Einzelfall bleiben. Für immer mehr Mächte wird fruchtbares Land zu einem immer wertvolleren Schatz. Die Erde wird regelrecht ausverkauft. Und im Selbstbedienungsladen der Welt ist China der gierigste Käufer. Andernorts werden riesige Flächen gekauft und die eigenen Rohstoffe werden gesichert abgebaut. Chinas will mit den eigenen hochwertigen Rohstoffen eigene hochwertige Produkte herzustellen. Und der ausländische Absatzmarkt wird ins Ziel genommen. Der rücksichtslosen Ausbeute stehen aber auch positive Entwicklungen entgegen. In der inneren Mongolei wurden in den letzten Jahren riesige Windgürtel errichtet. China möchte sich damit den Aufstieg zum größten Windmarkt der Welt sicher. Die so genannte grüne Energie ist zu einem Massenprodukt geworden.

Mit der industriellen Revolution unserer Vorfahren hat es begonnen und an unserer Generation liegt es nun, den von unseren Eltern und Großeltern geebneten Weg in ein ungewisses Zeitalter mit Mut und Tatendrang zu bestreiten. Noch ist es nicht zu spät. Aber die Uhr steht längst auf einer Minute vor 12!




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Über diesen Artikel

Dieser Artikel stammt von Maria und wurde am 24.11.11 14:19 veröffentlicht.

Zusammenfassung

In Afrika gibt es Grund zur Hoffnung - aber nicht ohne Schattenseiten. Der Klimawandel hat Ackerland in Ostafrika noch wertvoller gemacht.

Stichwörter

Klima, Klimawandel, Klimaschutz, Investitionen, Afrika, Ackerbau, China

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