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Biokraftstoff: Alternative zu fossilem Brennstoff oder langfristiger Schädling für das Klima?


Lange Zeit galt Biokraftstoff als willkommene Alternative zu den fossilen Brennstoffen. Doch immer mehr Zweifel an dessen Legitimität als Heilsbringer treten auf. Eine neue Studie des Londoner Instituts für europäische Umweltpolitik (IEEP) bezeichnet Biosprit als schädlicher für das Klima als fossiler Brennstoff. Wissenschaftler stehen dem geplanten Ausbau der Anbauflächen für Biokraftstoff mit Skepsis gegenüber.

Sie befürchten, dass es langfristig zu einem Anstieg der klimaschädlichen CO2-Emissionen kommen könnte. Um überhaupt eine profitable Produktion von Biosprit zu gewährleisten, müssten erst einmal weltweit riesige Flächen in Ackerland umgewandelt werden. Im Zuge dieser Landerschließung sind besonders Regenwälder gefährdet. Zudem könnte sich die Zweckentfremdung der Ackerflächen negativ auf die Nahrungsmittelproduktion auswirken. Neuesten Schätzungen zu folge ist die derzeitige Nahrungssituation in 26 Ländern der Erde besonders kritisch. Vor allem die Not am Horn von Afrika geriet in den letzten Wochen immer wieder in die Schlagzeilen.

Vorteile von Biokraftstoff:

- Verringerung des Bedarfs an fossilen Brennstoffen
- Senkung des Preises pro Liter Benzin
- Rückgang des CO2-Ausstoßes
- Wachstum am Arbeitsmarkt

Nachteile von Biokraftstoff:

- Umwandlung von Agrarflächen für Nahrungsmittelproduktion in Nutzflächen für die Herstellung von Bioethanol (--> Engpass bei Nahrungsmitteln entsteht)
- Abholzung von Regenwäldern
- Herstellung von Bioethanol benötigt mehr Energie als eingespart wird
- Hoher CO2-Ausstoß bei der Herstellung belastet Klima

Besonders der Engpass an Agrarflächen für die Nahrungsmittelproduktion stellt ein enormes Problem dar. Um aber den von der EU vorgegebenen Anteil von 10 Prozent erneuerbarer Energien im Verkehrsbereich zu erfüllen, ist es nötig Millionen Hektar Ackerland mit den so genannten Energiepflanzen zu besetzen. Das bedeutet, dass sich die Landwirtschaft an anderen Orten ausdehnen muss und empfindliche Ökosysteme zerstört werden. Letztendlich schlägt sich die Verknappung von echten Ackerflächen, die mit Grundnahrungsmitteln bepflanzt sind, auch auf den Lebensmittelpreis nieder. In Entwicklungsländern müssen die Menschen fast 70 Prozent ihres Einkommens für Nahrung ausgeben. In Deutschland hingegen sind es nur 12 Prozent.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis

Langfristig müssen sich aber auch die Industrieländer auf steigende Preise bei den Nahrungsmitteln, so wie bei Energie einstellen. Mit dem beschleunigten Wachstum der Weltbevölkerung im letzten Jahrhundert steigt natürlich die Nachfrage nach Lebensmitteln. Und auch bei Energie ist langfristig ein Preisanstieg unvermeidlich. Die verstärkt aber auch den Trend zu Biokraftstoffen, was wiederum zu einem gravierenden Hungerproblem in der Welt führt.

Demnach ist Biosprit nicht wirklich der Heilsbringer, für den man ihn noch vor wenigen Jahren gehalten hat.




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Über diesen Artikel

Dieser Artikel stammt von Maria und wurde am 12.10.11 12:27 veröffentlicht.

Zusammenfassung

Lange Zeit galt Biokraftstoff als willkommene Alternative zu den fossilen Brennstoffen. Doch immer mehr Zweifel an dessen Legitimität als Heilsbringer treten auf.

Stichwörter

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